Niederschwellige Abgabe statt Aussetzen oder Schlimmeres

Tierschutzpartei regt „Tierklappe“ in Dortmund an

Nach dem Vorbild des Tierheims in Peine schwebt der Tierschutzpartei Dortmund eine Tierklappe in Art einer Babyklappe an Krankenhäusern für die anonyme Abgabe unlieb gewordener Haustiere vor. Foto: Tierheim Peine

„Grundsätzlich gibt es zwei Umstände, in denen Halter:innen ihr Tier abgeben müssen“, so Sebastian Everding aus dem Team der Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei), der selber einige Jahre im Vorstand eines Tierheims aktiv war, und führt weiter aus: „Das Eine sind plötzliche und tiefgreifende Veränderungen der Lebensumstände durch schwere Krankheit, Trennungen oder Todesfälle und das Andere sind leider häufig Menschen, die sich eher unüberlegt ein Tier angeschafft haben und mit der Haltung schlichtweg überfordert sind – In beiden Fällen ist die Abgabe und eine Vermittlung in ein geeignetes neues Zuhause der richtige Weg“.

Anonyme Abgabe der Tiere rund um die Uhr möglich

Über die sozialen Netzwerke wurden die ehrenamtlich Aktiven der Tierschutzpartei in Dortmund auf eine besondere Herangehensweise im niedersächsischen Peine aufmerksam gemacht: eine Art Babyklappe, aber eben für Vierbeiner.

Foto: Tierheim Peine

Seit August 2021 bietet das Tierheim Peine eine Tierklappe an. Dort können Haustierhalter:innen ihre unlieb gewordenen Tiere anonym abgeben. Bis Januar wurde das Angebot mit 27 Hunden, 25 Katzen und 25 Kleintieren bislang so intensiv angenommen, dass das Tierheim an seine Kapazitätsgrenzen stößt. Auch Fundtiere und verletzte Wildtiere wie Igel und Tauben konnten so in den letzten Monaten rund um die Uhr abgegeben werden.

„Durch die enge Zusammenarbeit mit Dortmunder Tierschutzvereinen hören wir regelmäßig davon, dass Tiere oftmals irgendwo angebunden oder ausgesetzt werden und dann erst nach Stunden gefunden werden, oder im schlimmsten Fall durch Orientierungslosigkeit in einen Unfall verwickelt sind“, so Angelika Remiszewski, Kreisvorsitzende der Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) in Dortmund und ergänzt:

„Der Scham der Halter:innen ist oftmals zu groß, die Tiere offiziell abzugeben. Auch die vom städtischen Tierheim erhobene Abgabegebühr stellt für viele Menschen eine zu große Hürde dar, deswegen wünschen wir uns eine so niederschwellige Lösung auch für Dortmund und weitere Städte, damit eine Art „Abgabetourismus“ direkt von vornherein unnötig wird!“.

Den ehrenamtlichen Politikerinnen und Politikern der Tierschutzpartei in Dortmund ist dabei durchaus bewusst, dass eine derartige Tierklappe die Abgabeschwelle senken würde und auch zu Mindereinnahmen des Tierheims durch entfallene Abgabegebühren führen könnte. Aufgrund der hohen Anzahl an positiven Argumenten soll diese Idee aber über die gemeinsame Fraktion „Die Linke+“ mit den Linken und den Piraten in den Dortmunder Stadtrat eingebracht werden.

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