Schluss mit lustig: Der „Geierabend“ ist insolvent

Ein bitteres Ende für die karnevalistische Alternative

Der „Geierabend – das große Ding im Ruhrpott, live, laut & lustig. Wie Karneval. Nur anders.“ Foto: Geierabend 2026

Die Nachricht kam unerwartet und macht viele betroffen: Der Geierabend ist insolvent. Genauer gesagt die „Geierabend-Flattermann-Factory gUG“, Betreiberin des alternativen Ruhrpott-Karnevals, hat beim Dortmunder Amtsgericht einen Insolvenzantrag eingereicht.

Erdrückende Altlasten waren nicht mehr zu bewältigen

Seit dem ersten Geierabend im Jahr 1992 hat sich das Format fest etabliert. Der „Geierabend – das große Ding im Ruhrpott, live, laut & lustig. Wie Karneval. Nur anders.“ hat seine eigene Fangemeinde, die dieses Stück Ruhrgebietskultur zu schätzen weiß.

Mit durchschnittlich 40 Veranstaltungen pro Jahr war das Format ein wichtiges Ereignis im Programm der Zeche Zollern. Umso erschütternder, dass mit der originellen Comedy nun Schluss sein soll.

Mit der aktuellen Saison habe die Insolvenz nichts zu tun, versichert man. Es waren Altlasten, die nicht mehr zu bewältigen waren.Unter anderem drohen GEMA-Nachforderungen im unteren sechsstelligen Bereich. Das kommentiert ein Fan des Geierabend humorvoll: „Dass eine (anti)karnevalistische Institution ausgerechnet an einem Gematom zugrunde gehen soll: fast Stoff für eine Verschwörungstheorie…“ Guter Humor ist ja, wenn man trotzdem lacht!

Abschluss-Auftritt im Sommer, und dann?

Vielleicht gibt es im Sommer noch einen Abschluss-Auftritt. Das halten die Macher des Alternativkarnevals unter Umständen für möglich. „Es ist so schade, wir haben uns lange nicht so gut gefühlt mit Euch wie in dieser Saison“, heißt es in einem Facebook-Post.

„Jetzt arbeiten (und hoffen) wir noch an einer Abschlussrunde, ohne die alte Firma, um tschüss zu sagen und vor allem den KollegInnen Ausgleich zu schaffen, die unter dem aktuellen Finanzdesaster leiden. Was 2027 passiert, hängt von vielen ab, dem Team, den Sponsoren, nicht zuletzt von Euch – und denen, die bislang nicht dabei waren.“

Die Macher:innen vom Geierabend sind traurig: „Geschieht kein Wunder, ist es vorbei mit dem Geierabend. Schicht im Schacht. Ewiger Aschermittwoch.“ Aber Not macht bekanntermaßen erfinderisch. So fragt jemand aus der großen Fangemeinde: „Vielleicht könnte man über Crowdfunding was erstellen… ?“ Ja, vielleicht! Wir werden darüber gegebenenfalls natürlich berichten.


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