Reinoldustag 2026 in Dortmund: Kirchen rücken Zusammenhalt und Menschenwürde in den Fokus

Ökumenischer Empfang in der Reinoldikirche setzt Zeichen für Dialog

Blick in die Kirche
Der Reinoldustag 2026 unter dem Thema „Stadtbilder – Bilder unserer Stadt“ war gut besucht. Foto: Michael Bodin / Kath. Pressestelle Dortmund

Mit einem ökumenischen Gottesdienst und einem anschließenden Empfang haben die evangelische und die katholische Kirche in Dortmund den Reinoldustag 2026 begangen. In der Reinoldikirche setzten sie ein gemeinsames Zeichen für Menschenwürde, Dialog und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Der diesjährige Reinoldustag stand unter dem Motto „Stadtbilder – Bilder unserer Stadt“.

Gäste aus Politik, Kirche und Stadtgesellschaft begrüßt

Die evangelische und die katholische Kirche in Dortmund eröffneten den Reinoldustag 2026 mit einem gut besuchten ökumenischen Gottesdienst in der Reinoldikirche. Begrüßt wurden die Gäste von Andreas Coersmeier.

Gruppenfoto mit Vertreter:innen aus Politik, Kirche und Stadtgesellschaft
Zu den Gästen zählten Vertreter:innen aus Politik, Kirche und Stadtgesellschaft. Foto: Michael Bodin / Kath. Pressestelle Dortmund

Er hieß unter anderem die Abgeordneten des Bundes-, des Landes- und des Europaparlaments willkommen, ebenso Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, sowie zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Stadtgesellschaft.

Besonders begrüßte der Probst die Haupt- und Ehrenamtlichen in den christlichen Kirchen, in Caritas und Diakonie und an vielen weiteren Orten gesellschaftlichen Engagements sowie Vertreter:innen anderer Religionen. Im weiteren Verlauf des Abends hieß er außerdem den Dortmunder Oberbürgermeister Alexander Kalouti willkommen, der vom Deutschen Städtetag aus Dresden angereist war.

Klare Positionierung für Demokratie und Zusammenhalt

Im Anschluss an den Gottesdienst hielt Superintendentin Heike Proske ein gesellschaftspolitisches Statement im Namen beider Kirchen. Ausgangspunkt war der biblische Gedanke der Gottesebenbildlichkeit aller Menschen. „Die Menschenwürde ist aus kirchlicher Sicht nie verhandelbar“, betonte Proske.

Mit Blick auf aktuelle gesellschaftliche Debatten warb sie für Empathie und Perspektivwechsel. „Das wahre Bild der Dinge entsteht erst, wenn wir sie durch die Augen eines anderen betrachten“, sagte die Superintendentin.

Zugleich bekannten sich die Kirchen klar zu Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und einem solidarischen Miteinander in der Stadt. Sie unterstrichen ihre Verantwortung, sich einzumischen, wenn Menschen ausgegrenzt oder herabgewürdigt werden. „Die Aufgabe der Zivilgesellschaft und der Kirchen ist es, immer wieder klar Position zu beziehen für Demokratie, Rechtsstaat und die Menschenwürde“, erläuterte Heike Proske.

Oberbürgermeister hebt Vielfalt und Dialog hervor

Der Dortmunder Oberbürgermeister Alexander Kalouti griff das Statement der Kirchen in seiner Antwort auf. Mit Blick auf das Thema des Reinoldustages merkte er an, dass es der öffentlichen Debatte über die sogenannte Stadtbildaussage des Bundeskanzlers an Offenheit und Fairness gefehlt habe. „Damit ist eine Chance vertan worden“, sagte Kalouti.

Alexander Kalouti spricht
Oberbürgermeister Alexander Kalouti antwortete auf das gesellschaftspolitische Statement der Kirchen beim Reinoldustag. Foto: Michael Bodin / Kath. Pressestelle Dortmund

Zugleich betonte der Oberbürgermeister: „Dortmund ist eine vielfältige Stadt, schon immer. Diese Vielfalt ist unser Stadtbild.“ Vielfalt brauche jedoch auch gemeinsame Regeln, so Kalouti weiter. „Vielfalt ist eine Bereicherung, aber Vielfalt ohne Einheit hat auch die Gefahr, dass sich Gräben bilden.“ Die Kirchen würdigte er ausdrücklich als wichtige Orte des Dialogs und einer verantwortungsvoll geführten gesellschaftlichen Debatte.

Den ökumenischen Gottesdienst feierten Pfarrer Michael Vogt für die katholische Kirche sowie die stellvertretenden Superintendent:innen Leonie Grüning und Michael Stache. Die musikalische Gestaltung übernahmen Jörg Segtrop (Trompete) und Reinoldikantor Christian Drengk an der Orgel.

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