Institut für Journalistik feiert 50 Jahre Fakten

Rund 500 Gäste beim Jubiläumsfestakt im Fußballmuseum

Blick in den Saal
In einer Gesprächsrunde ließen ehemalige und derzeitige IJ-Mitglieder die Entwicklung des Instituts Revue passieren – von den Anfängen über die Nullerjahre bis zur Jetztzeit. Foto: Julian Welz für die TU Dortmund

Unter dem Motto „Fakten feiern“ hatte das Institut für Journalistik (IJ) der TU Dortmund  ins Deutsche Fußballmuseum eingeladen. Rund 500 Gäste kamen zusammen, um 50 Jahre Journalistik in Dortmund zu feiern, darunter zahlreiche Alumni sowie Vertreter*innen aus Politik und Praxis. Dabei blickten sie nicht nur zurück auf die Anfänge und Entwicklungen des Instituts, sondern betonten angesichts aktueller globaler Umbrüche auch die herausragende Bedeutung des Journalismus für die Demokratie.

Konnte man Theorie und Praxis in der Journalistenausbildung verknüpfen?

1976 ging der bundesweit erste Studiengang Journalistik an den Start – begleitet von zunächst einigen Zweifeln und Widerständen aus der Branche: Konnte man Theorie und Praxis in der Journalistenausbildung verknüpfen?

Seine Heimat fand der Studiengang unter der Leitung von Prof. Kurt Koszyk und mithilfe des damaligen NRW-Wissenschaftsministers Johannes Rau an der Pädagogischen Hochschule Ruhr, die 1980 in die Universität Dortmund integriert wurde.

Seitdem haben mehr als 2.000 Absolvent*innen erfolgreich ein Studium am IJ durchlaufen, das sich bis heute durch ebenjene enge Verzahnung von Theorie und Praxis, ein in den Studienverlauf integriertes Volontariat und die Ausbildung in der multimedialen Lehrredaktion auszeichnet.

Ein freier Journalismus auch als ein Dienst an der Demokratie

Wie wichtig gut ausgebildete Journalist*innen für die Gesellschaft sind, betonte Nathanael Liminski, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien des Landes Nordrhein-Westfalen, in seinem Grußwort. Er wies darauf hin, dass sich die Medienwelt nicht zuletzt durch digitale Plattformen, auf denen jede Person jederzeit senden und empfangen könne, auf denen Zuspitzung belohnt und Polarisierung vorangetrieben werde, stark verändert habe.

Portrait am Rednerpult
NRW-Medienminister Nathanael Liminski betonte in seinem Grußwort, wie wichtig ein freier Journalismus für die Demokratie sei. Foto: Julian Welz für die TU Dortmund

Hinzu komme die Gleichzeitigkeit von Krisen, die Menschen überfordere, weshalb sie nach Halt und Vereinfachung suchen. Ein freier Journalismus sei deshalb auch ein Dienst an der Demokratie, und beides bedinge sich gegenseitig, sagte der Minister, der den anwesenden IJ-Mitgliedern und Alumni für ihr gutes Handwerk und ihre demokratische Haltung dankte.

Auch Bürgermeisterin Britta Gövert würdigte auf dem vermeintlich „größten Klassentreffen Dortmunds“ das Bemühen der etablierten und angehenden Journalist*innen, die Wirklichkeit einzuordnen und verständlich zu machen.

Viele Generationen haben ihr wichtiges und facettenreiches Handwerk gelernt

TU-Rektor Prof. Manfred Bayer sagte in seinem Grußwort: „50 Jahre Journalistik in Dortmund sind ein besonderer Moment und ein beachtlicher Erfolg. Viele Generationen an Studierenden haben bei uns bereits ihr so wichtiges und facettenreiches Handwerk gelernt – und sie prägen heute den öffentlichen Diskurs entscheidend mit.“

Zu den bekanntesten Journalist*innen, die in Dortmund studiert haben, zählen etwa WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn, ARD-Washington-Korrespondentin Gudrun Engel, „heute journal“-Moderatorin Hanna Zimmermann, Moderatorin Mona Ameziane sowie Maximilian Doeckel und Jonathan Focke vom Podcast „Quarks Science Cops“.

Auch Andrea Schafarczyk, WDR-Programmdirektorin und Alumna, bestätigte in ihrem Grußwort, dass man in Medienhäusern bundesweit auf IJ-Absolvent*innen treffe, die aufgrund ihrer hervorragenden Ausbildung sehr geschätzt seien.

Aktuell gibt es 500 Studierende und vier Studienrichtungen

Das Institut für Journalistik mit seinen acht Professuren verzeichnet jedes Jahr mehr Bewerber*innen als Plätze. Aktuell zählt es rund 500 Studierende, die in den vier Studienrichtungen Journalistik, Wissenschaftsjournalismus, Musikjournalismus und Wirtschaftspolitischer Journalismus eingeschrieben sind.

Studierende des Instituts für Journalistik der Technischen Universität Dortmund haben zusammen mit dem TV Lern- und Lehrsender und der Bürgermedienplattform NRWision die Menschen in der Dortmunder Nordstadt zum Thema Chancenungleichheit zu einem Stadtgespräch im Depot zusammengebracht.
Studierende des Instituts für Journalistik haben zusammen mit NRWision Menschen in der Nordstadt zum Thema Chancenungleichheit zu einem Stadtgespräch zusammengebracht. Foto Lia Staniewski

Gestartet mit sechs Tonbandgeräten und 30 Schreibmaschinen, hat sich das IJ seit seinem Start in den vergangenen Jahrzehnten enorm entwickelt, wie die geschäftsführende Direktorin Prof. Christina Elmer in ihrer Rede darlegte. Bereits seit 1999 sendet das am Institut angesiedelte Campusradio eldoradio* in Dortmund.

Zehn Jahre später ging der vom IJ entwickelte und bis heute betriebene TV-Lernsender NRWision an den Start. Ebenfalls fester Bestandteil sind die Lehrredaktionen, die 2017 unter der Dachmarke KURT zusammengeführt wurden.

 Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft

Auch in der Forschung setzt das Dortmunder Institut wichtige Impulse, unter anderem in den Bereichen Wissenschaftskommunikation und Datenjournalismus/KI oder mit einer Langzeitstudie zu „Journalismus und Demokratie“.

Das 1991 eröffnete Erich-Brost-Institut für internationalen Journalismus setzt sich mit zahlreichen Projekten weltweit für eine fundierte Journalist*innenausbildung ein und analysiert unter anderem die Kommunikation über Konfliktthemen wie Migration.

Auf Einladung des IJ hat  zudem die dreitägige Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) an der TU Dortmund stattgefunden. Dabei kamen rund 360 Forschende aus ganz Deutschland zusammen, um vor dem Hintergrund einer vielerorts unter Druck stehenden Demokratie das Zusammenspiel zwischen Wissenschaft und medienvermittelter Kommunikation zu beleuchten.

Zum Institut für Journalistik: journalistik-dortmund.de/


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