
Am kommenden Samstag (16. Mai) findet in Dortmund zum 13. Mal die „Kidical Mass“ statt. Hunderte Kinder und Unterstützende werden zu dem familienfreundlichen Fahrradkorso erwartet. Die Aktion macht auf fehlende sichere Radwege für Kinder aufmerksam. Gleichzeitig werden konkrete Ideen für eine kinderfreundlichere Stadt vorgestellt.
Unsichere Radwege schränken Kinder im Alltag ein
Die zentrale Botschaft der Aktion: Dortmund soll eine Stadt werden, in der Kinder sicher und selbstständig Fahrrad fahren können. Das ist flächendeckend nicht der Fall. Radwege fehlen teilweise vollständig oder verlaufen auf schmalen Streifen zwischen parkenden Fahrzeugen und schnell rollendem Verkehr. Hinzu kommen unerlaubt abgestellte Fahrzeuge an Kreuzungen die, die Sicht versperren.

Für Kinder sind solche Situationen besonders gefährlich und schwer einzuschätzen. Die Folge: Viele Eltern lassen ihre Kinder nicht allein mit dem Fahrrad unterwegs sein. Stattdessen müssen Wege zur Kita, zur Schule oder in der Freizeit begleitet werden, was häufig mit dem Auto geschieht. Das stellt nicht nur eine Einschränkung der Selbstständigkeit von Kindern dar, sondern auch eine zeitliche Belastung von Familien im Alltag.
„Meine Tochter würde am liebsten mit dem Fahrrad in die Schule fahren“, bestätigt Darius Silski, Mitorganisator der Kidical Mass. „Aber dort, auf dem Heiligen Weg, müsste sie auf einer vierspurigen Straße mit Tempo 50 zwischen den ganzen Autos fahren, weil es einfach gar keinen Radweg gibt – ein Graus!“ Silski fordert daher sichere und geschützte Radwege für alle Generationen.
Mitmachen, Ideen und bundesweiter Ehrentag
Die Veranstaltung startet am Samstag um 14 Uhr auf dem Friedensplatz. Bereits ab 12.45 Uhr beginnen Zubringerfahrten aus verschiedenen Stadtteilen. Die rund sechs Kilometer lange Route führt, abgesichert durch die Polizei, bis zum Big Tipi im Fredenbaumpark.

Das Tempo der Fahrt ist bewusst auf jüngere Teilnehmende auf Fahrrädern und Tretrollern abgestimmt. Die Veranstaltung findet im Rahmen des bundesweiten „Ehrentags“ statt, einer Initiative des Bundespräsidenten und der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt zum Geburtstag des Grundgesetzes. Im Fokus stehen dabei Mitmachaktionen und die Einladung, sich durch demokratische Beteiligung für ein besseres Morgen zu engagieren.
Auch bei der „Kidical Mass“ geht es ums Mitmachen: Auf einem Straßenabschnitt unterwegs können Kinder mit Straßenkreide ihre Wünsche für sichere Wege gestalten. Eine Elterninitiative der Erich-Kästner-Grundschule in Brackel stellt außerdem den sogenannten Fahrradbus vor und regt zum Nachahmen an. Zudem wird gezeigt, wie alle Dortmunder:innen mit einem Bürgerantrag an die Stadt gefährliche Straßen melden können, um dort die Einführung von Tempo 30 prüfen zu lassen.

