
Dortmund bekommt drei neue Windräder. Im Rahmen des sogenannten Repowering werden die Windkraftanlagen in Ellinghausen durch neue Anlagen ersetzt. Seit 2005 haben die drei Windräder im Dortmunder Norden jährlich rechnerisch 3.000 Haushalte mit Strom versorgt. Nach mehr als 20 Jahren gehen sie nun in Rente. Bis zu fünfmal mehr Strom erzeugen die neuen Anlagen im Vergleich zu ihren Vorgängerinnen und können in Zukunft damit rechnerisch 15.000 Haushalte versorgen.
Repowering bedeutet den Ersatz von alten durch leistungsstärkere Anlagen
Neben dem Austausch der drei Windräder plant der Betreiber, die Dortmunder Energie- und Wasserversorgung (DEW21), außerdem eine Photovoltaik-Anlage auf der angrenzenden ehemaligen Mülldeponie zu errichten. Der Austausch der „EllWiRas“, wie die Windräder in Ellinghausen getauft wurden, erfolgt im Rahmen des Repowering. Darunter versteht man den Ersatz alter Anlagen durch moderne, leistungsstärkere Windräder, um den Energieertrag pro Fläche zu steigern.

Die höhere Effizienz erreichen die Anlagen vor allem durch die Höhe des Turms und die Größe der Rotorblätter. Die neuen Windkraftanlagen haben eine Turmhöhe von 150 Metern, inklusive der Rotorblätter weisen sie eine Höhe von etwa 250 Metern auf.
Damit sind sie um einiges höher als die bisherigen Windräder. Diese sind 113 Meter hoch (inklusive Rotorblätter 148 Meter). „Je höher, desto besser“, erklärt DEW21-Projektleiterin Julia Koch. Denn in der Höhe gibt es weniger Turbulenz, so werden die Schwankungen im Wind genannt, die durch Häuser oder Wälder verursacht werden. Der Wind ist in der Höhe somit „glatter”. ___STEADY_PAYWALL___
Neue Windräder werden größer, aber nicht lauter
Je größer dann die Rotorblätter sind, desto besser kann die Energie des Windes aufgenommen werden. Durch die größeren Rotoren, höheren Türme und die modernere Technik drehen sich die Windräder auch bei schlechteren Wetterverhältnissen. Anders als die Anlagen aus 2005. Die neuen Windkraftanlagen sind in ihrer Maximalleistung dreimal so stark wie die bisherigen, liefern aber fünfmal mehr Strom, eben dadurch, dass sich die Rotorblätter auch bei weniger Wind drehen.

Wichtig sei, dass die neuen Windräder nicht lauter seien als die bisherigen, so Julia Koch. Das dürften sie nach den rechtlichen Rahmenbedingungen zum Repowering auch nicht. Das nächste Wohnhaus ist nur 500 Meter entfernt. Damit es nicht zu laut wird, muss nachts der Betrieb gedrosselt werden.
Windkraftanlagen, genauer ihr Schattenwurf und ihre Lautstärke, sind immer wieder ein Thema für Anwohner:innen. „Bislang bekommen wir nur neutrale oder positive Rückmeldungen über den Austausch der Windräder“, sagt Koch.
Neubau von Windräder unterliegt Kriterienkatalog
Alte Windräder durch moderne und effizientere Windräder zu ersetzen, steigert den Energieertrag pro Fläche. Das ist deshalb notwendig, da der Neubau von Windkraftanlagen nur schwer umzusetzen ist, da er einem umfassenden Kriterienkatalog unterliegt.

Hierbei müssen Lärmbelastung von und die daraus folgende Abstandsregelung zu Wohngebieten beachtet werden sowie Auflagen zu Natur- und Wasserschutz.
In Dortmund ergeben sich dadurch nur drei Vorrangzonen für Windräder: in Ellinghausen, wo nun die drei Windräder ersetzt werden, in Eichlinghofen, wo das Windrad mit dem Namen „Airwin“ steht, und im Salinger Feld.
Die Photovoltaik-Anlage soll auf der ehemaligen Mülldeponie angrenzend zu dem Gebiet der Windräder entstehen. Die Fläche umfasst zehn Hektar.
Artenschutzrechte müssen für Errichtung der PV-Anlage beachtet werden
Projektentwicklerin Koch schätzt jedoch, dass nicht die ganze Fläche für die Anlagen genutzt werden kann. Für die Erbauung der PV-Anlagen müssten Artenschutzrechte beachtet werden. „Wir arbeiten hier eng mit der Unteren Naturschutzbehörde zusammen, um eine gemeinsame Lösung zu finden“, erläutert Koch.

Bei der Fläche in Ellinghausen handelt es sich um eine ehemalige Kohlereserve. Vor 20 Jahren war der Bau der bisherigen Windräder Teil der Umwandlung des Gebiets, auf dem heute außerdem das Hochlager von Ikea steht.
Die restliche Fläche ist seitdem ein Naturschutzgebiet, in dem auch zwei Herden von Heckrindern untergebracht sind. Ein Ornithologe hat sichergestellt, dass in dem Gebiet keine Vögel leben, die durch die Windräder gestört werden.
Alte Windräder können zum Teil recycelt werden
Die Ressourcen der Erde sind wohl wissentlich begrenzt, das Thema des Recyclings von Rohstoffen demnach bedeutsam. Für die DEW21 und in der Branche sei dies ein wichtiger Punkt, den es bei einem Rückbau von Windkraftanlagen zu beachten gebe, so die Projektentwicklerin Koch.

Das Recycling der Rotorblätter gestalte sich allerdings schwierig, da die Feststoffe darin nur schwer voneinander zu trennen seien, erklärt Koch. Demnach werden die Blätter „thermisch verwertet“, wie das Verbrennen von Stoffen in der Branche genannt wird.
Der Beton aus den Windrad-Turm soll dagegen für die Zufahrtswege für den Neubau der neuen Anlagen verwendet werden. Der verbaute Stahl kann als Recyclingsstahl wieder nutzbar gemacht werden, erklärt Koch.
Nach einer Erteilung der Genehmigungen soll Ende 2026 mit dem Rückbau der bisherigen Windräder begonnen werden, so Die DEW21-Projektleiterin. Die neuen Anlagen sollen 2027 errichtet werden. Gemeinsam mit der Photovoltaik-Anlage sollen die neuen Windkraftanlagen im ersten Quartal 2028 ans Netz gehen. Die Investitionen sollen sich auf weit über 18 Millionen Euro belaufen. DEW21 blieb vage.
Weitere Infos:
- Die DEW21 informiert über das Vorhaben auf ihrer Website: www.dew21.de/wind-solarpark-ellinghausen.
- Am 5. März lädt die DEW21 zu einer öffentlichen Infoveranstaltung zum geplanten Energieprojekt ein.
- Die Veranstaltung findet zwischen 16 und 20 Uhr im Wibbelingshof in der Wittichstraße 23 in Holthausen statt.
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