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Corona-Zeit ist Krisenzeit! Es geht mal nicht um die Wirtschaft, sondern um junge Menschen in Dortmund

Die Pandemie hat den Alltag der meisten Menschen auf den Kopf gestellt. Ein Online-Selbsthilfe-Angebot soll jungen Menschen als Anlaufstelle dienen, um über ihre Probleme zu reden und sich auszutauschen. Foto: pexels

Von Gina Thiel

Wer Hilfe sucht, der soll sie auch finden. Zwischen Lockdown, Pandemie und fehlenden sozialen Kontakten steigt neben der Einsamkeit auch zunehmend die psychische Belastung – gerade für junge Menschen. Die aktuelle Perspektivlosigkeit und andauernden Einschränkungen setzen selbst ansonsten psychisch stabilen Menschen zu. Wie sieht es da wohl bei Menschen aus, die schon in Prä-Corona-Zeiten mit Depressionen, Angstzuständen, Sucht oder Essstörungen zu kämpfen hatten? Sie brauchen mehr denn je Ansprechstellen und Gesprächspartner. Damit das in aktuellen Zeiten möglich ist, unterstützt die Selbsthilfe-Kontaktstelle „Parisozial Dortmund“ den Aufbau einer Online-Selbsthilfegruppe für junge Menschen.

Raus aus der Einsamkeit: online Treffen, Zusammenfinden, Austauschen und Zuhören

Junge Menschen mit seelischen Problemen, die gab es schon vor der Pandemie. Die Idee, für sie eine Selbsthilfe-Gruppe zu gründen, wo sie auf andere junge Menschen mit ähnlichen Problemen treffen auch. Dann kam der Lockdown – die Probleme blieben. Kirsten Danner von der Selbsthilfe-Kontaktstelle und ihre Kolleg*innen setzen sich jetzt verstärkt dafür ein, dass die junge Selbsthilfegruppe stattfinden kann. Sie haben die Stimmen der jungen Menschen gehört und reagieren. Angesprochen sind „alle zwischen 20 und 30, die mit seelischen Problemen zu kämpfen haben“, sagt Kirsten Danner.

Sie sollen in der online Selbsthilfe Gruppe einen Platz zum Austausch finden und Kontakte zu Betroffenen im gleichen Alter knüpfen. Dabei ist es grundsätzlich erst mal nicht wichtig, welche seelischen Lasten man trägt „es geht um die positive Lebensgestaltung und das sich gegenseitige unterstützen“, macht Danner deutlich.

Selbsthilfegruppen für spezifische Gruppen gäbe es, auch die finden zum Teil schon online statt. Was bisher gefehlt hat, ist eine Gruppe speziell für junge Menschen. Weil die Interessenten schon seit über einem Jahr auf den Start der Selbsthilfegruppe warten, soll diese voraussichtlich im April oder Mai starten. Die Treffen finden dann zwei Mal im Monat statt, über Zoom, Teams oder ähnliche Videokonferenz-Tools.

Alle, die sich bei dem Thema angesprochen fühlen, können sich direkt bei der „PariSozial Dortmund“ melden. Ein konkreter Termin für das erste Online-Treffen wird noch bekannt gegeben. Bis dahin soll Interessierten aber noch die Möglichkeit geboten werden, auch Teil der Selbsthilfegruppe werden zu können. Willkommen sind alle im Alter zwischen 20 und 30 Jahren, die mit seelischen Herausforderungen zu kämpfen haben.

Selbsthilfegruppen als Botschafter vom „Du-Bist-Nicht-Allein“ – Gefühl

Jede/r hat es sicher schon einmal erlebt: Man hat ein Problem und das Gefühl „das ist doch viel zu groß für eine Person allein“. Man trägt es mit sich rum und hat das Gefühl, es wird immer größer, schwerer und erdrückt einen beinah. Und dann redet man darüber – mit Freunden, Familienmitgliedern oder Kolleg*innen und plötzlich scheint das Problem zu schrumpfen.

Das Lösen erscheint vielleicht gar nicht mehr so unmöglich als zuvor. Das Problem ist zwar nach wie vor das gleiche und eigentlich hat sich gar nichts verändert aber das darüber Reden und Aussprechen kann manchmal Wunder bewirken. Wenn man dann noch auf Menschen trifft, denen es ähnlich geht und die einem zeigen, dass man gar nicht so allein ist mit seinen Sorgen, gibt einem das vielleicht Mut und neue Kraft.

Deshalb ist es wichtig, auch in Corona-Zeiten die Möglichkeit des Kontaktes zu haben, Gleichfühlende zu treffen und einfach mal reden zu können. Online-Selbsthilfegruppen bieten dafür einen guten Platz. In Nordrhein-Westfalen gibt es rund 8.000 Selbsthilfegruppen, viele finden online statt. Anlaufstellen gibt es dazu in jeder Stadt. In Dortmund findet man diese unter www.selbsthilfe-dortmund.de oder telefonisch unter 0231 – 529097.

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Selbsthilfe in Dortmund in Corona-Zeiten: „Es ist uns nicht vorstellbar, diese Gespräche per Video zu führen“

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Ein Gedanke zu “Corona-Zeit ist Krisenzeit! Es geht mal nicht um die Wirtschaft, sondern um junge Menschen in Dortmund

  1. Die Selbsthilfe-Kontaktstelle unterstützt den Aufbau der Selbsthilfegruppe „Eltern von jungen Erwachsenen mit Depression/Bipolarer Störung“ (PM)

    Die Selbsthilfe-Kontaktstelle unterstützt den Aufbau der Selbsthilfegruppe
    „Eltern von jungen Erwachsenen mit Depression und Bipolarer Störung“

    Eltern junger Erwachsener mit Erkrankungen aus dem affektiven Formenkreis, wie Depression oder bipolarer Störung, sehen sich mit großen Herausforderungen konfrontiert. Neben der Schwierigkeit, die Erkrankung zu verstehen, treten neue Belastungen, wie z. B. Ängste um das erwachsene Kind oder auch Schwierigkeiten im Umgang mit ihm, auf. Hilflosigkeit und Überforderung sind oft die Folge. Dabei aber ist der Wunsch der Eltern, den Kontakt zum erwachsenen Kind zu halten und Unterstützung anzubieten, groß.

    Die Selbsthilfegruppe soll betroffenen Müttern und Vätern helfen, die eigene Rolle gegenüber dem erwachsenen Kind zu definieren sowie Möglichkeiten und Grenzen der Fürsorge aufzeigen. Der gemeinsame Austausch soll Unterstützung bieten, einen Weg im Umgang mit den eigenen Ängsten und der Hilflosigkeit zu finden. Weitere Ziele der Treffen sind: Abzuschalten, ohne die Belastung zu verdrängen sowie Kraft für den eigenen Alltag zu tanken. In Planung ist, dass sich die Gruppe am 2. und 4. Freitag ab 17:00 Uhr in Form von sich abwechselnden Online-Treffen und gemeinsamen Wanderungen trifft.

    Weitere Informationen und Anmeldung bei der
    Selbsthilfe-Kontaktstelle Dortmund
    Ostenhellweg 42-48 | 44135 Dortmund
    Tel.: 0231 52 90 97
    E-Mail: selbsthilfe-dortmund@paritaet-nrw.org
    Internet: http://www.selbsthilfe-dortmund.de

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