Zu viele kluge Ideen, zu wenig Umsetzung: Deshalb diskutierten UNESCO-Lehrstühle in Dortmund

Internationale Konferenz zu den UN-Nachhaltigkeitszielen

Gruppenbild im Hörsaal
Foto: Detlef Podehl für die TU Dortmund Zahlreiche Teilnehmende kamen zur Eröffnungsveranstaltung an der TU Dortmund zusammen.

Mehr als 200 Teilnehmende aus 41 Ländern sind Ende September zu einer dreitägigen Konferenz der UNESCO-Lehrstühle an die TU Dortmund gekommen. Sie diskutierten, wie sich wissenschaftliche Erkenntnisse zu den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen in die Praxis übertragen lassen. Ausgerichtet hat die Konferenz Prof. Thomas Schröder, der seit 2020 den UNESCO-Lehrstuhl für berufliche Bildung, Kompetenzentwicklung und Zukunft der Arbeit an der TU innehat, gemeinsam mit der Deutschen UNESCO-Kommission.

Die Konferenz stellt die Lücke zwischen Theorie und Praxis in den Mittelpunkt

Die deutschen UNESCO-Lehrstühle veranstalten alle zwei Jahre eine internationale Konferenz, um sich über ihre Forschung auszutauschen. Dabei treffen Wissenschaftler:innen, Vertreter:innen aus Bildung und Politik sowie Praxispartner zusammen. Sie wollen gemeinsam Lösungen für globale Herausforderungen diskutieren, die zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDG) beitragen sollen.

Foto: UNESCO Chair Dr. Friedrich Hübler (r.) überreicht Prof. Philipp Grollmann die Ernennungsurkunde.

Die diesjährige Konferenz stand unter dem Titel „International Cooperation in Higher Education and TVET: Bridging the Gap Between the Theory and Practice of the SDGs“. TVET steht dabei für berufliche Aus- und Weiterbildung.

Der Schwerpunkt lag auf Südostasien. Zu den Teilnehmenden zählten Gäste aus Malaysia, Thailand, Indonesien, Kambodscha, Brunei Darussalam, Vietnam, China und Indien sowie aus zahlreichen europäischen Ländern.

Zur Wahl des Themas sagt Schröder: „Es gibt viele kluge Ideen und Konzepte, um der Erreichung der Nachhaltigkeitsziele ein Stück näher zu kommen, aber die konkrete Implementierung ist häufig eine Herausforderung. Daher möchten wir die internationale Zusammenarbeit in der Hochschulbildung und der beruflichen Bildung intensivieren, um diese Lücke zu schließen.“

Zwischen Kriegszeiten und Wassermanagement: Das Programm der drei Tage

Nach der Eröffnung beleuchteten drei Keynote-Vorträge die digitale Transformation von Hochschulen und beruflicher Bildung, die transdisziplinäre Forschung zu nachhaltigem Wassermanagement und die Aufrechterhaltung akademischer Bildung in Kriegszeiten.

Foto: Detlef Podehl für die TU Dortmund Begrüßte: Rektor Prof. Manfred Bayer

In zahlreichen Workshops beschäftigten sich die Teilnehmenden anschließend unter anderem mit nachhaltiger Stadtentwicklung, der Zukunft der Arbeit, Kreislaufwirtschaft, Nachhaltigkeit in der Bildung, Erinnerungspolitik und kulturellem Entrepreneurship.

Grußworte kamen unter anderem von TU-Rektor Prof. Manfred Bayer und Oberbürgermeister Alexander Kalouti. Außerdem sprachen Friederike Hansell, Leiterin der Koordinierungsstelle UNESCO-Welterbe im Auswärtigen Amt, Prof. Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission, Prof. Christine Volkmann und Prof. Julius Heinicke als Sprecher:innen der deutschen UNESCO-Lehrstühle, Dr. Sandra Garbade, Präsidentin des Bundesinstituts für Berufsbildung, sowie Dr. Songheang Ai, Leiter des regionalen Zentrums für die Entwicklung der technischen Bildung in der Organisation der südostasiatischen Bildungsminister (SEAMEO TED).

Berufsbildung im Fokus: Woran der Dortmunder Lehrstuhl arbeitet

Schröder kooperiert nach Angaben der TU besonders eng mit Hochschulen in Ost- und Südostasien. Sein Lehrstuhl erforscht Berufsbildungspolitiken und -systeme auf nationaler und internationaler Ebene. Ein Schwerpunkt liegt auf arbeitsbezogenen Lernansätzen und der Aus- und Weiterbildung von Berufsbildungspersonal.

Zudem will Schröder den praxisorientierten Dialog zwischen Wissenschaft und Politik fördern, um die Entwicklung von Berufsbildungssystemen weltweit voranzutreiben. Die TU ordnet diese Arbeit dem vierten Nachhaltigkeitsziel der UN zu, „Hochwertige Bildung“.

Weitere Informationen zur Konferenz und zum Programm gibt es hier.

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