Favoriten Festival 2026: Theater, Tanz und Performance erobern Dortmunder Spielstätten

Erstmals mit Fest für alle am 3. Oktober auf dem Friedensplatz

Szene aus „Apollon – Stop Tryna be God“. Eine Performance für Menschen ab 14 Jahren vom Ensemble waltraud900. Im Gespräch mit dem griechischen Gott Apollon setzen sich die jungen Darsteller auf der Bühne mit den Themen Männlichkeit, Liebe, Vorbilder und Unsicherheit in der heutigen Welt auseinander. Christian Knieps

Vom 1. bis zum 11. Oktober 2026 präsentiert das „Favoriten Festival“ Theater, Tanz und Performance aus ganz Nordrhein-Westfalen in Dortmund. Ein außergewöhnliches kulturelles Angebot an ganz unterschiedlichen Orten in der Stadt und eine Einladung zur Begegnung an alle Menschen.

Die Vielfalt der Freien Darstellenden Künste

Mehr als 300 Stücke aus ganz Nordrhein-Westfalen haben sich für die Teilnahme am diesjährigen „Favoriten Festival“ beworben – ein Zeichen für die große Vielfalt der Freien Darstellenden Künste in Nordrhein-Westfalen.

Jonas Leifert und Rika Sakalak bilden das Künstlerische Leitungsteam Luise Jakobi

Keine leichte Aufgabe für Rika Sakalak und Jonas Leifert vom Künstlerischen Leitungsteam da eine Auswahl zu treffen. Tanz und Performance, Recherche-Theater und Figurentheater, Musiktheater, Gaming und interdisziplinären Arbeiten standen zur Wahl.

Gemeinsam mit dem Programmbeirat des Festivals entschieden sie sich für 13 Stücke, die nun in Dortmund vom ersten bis zum 11.Oktiober an verschiedenen Orten der Stadt zu sehen sein werden.

„Ein Tanz an der Schwelle zwischen analog und digital“

Feierlich eröffnet wird das Festival am 1. Oktober in der Maschinenhalle von Zeche Zollern. Brig Huezo präsentiert hier zwischen Jugendstil und Industriekulisse „The Death At The Code!“.

„The Death At The Code!“: Brig Huezo performt auf der Schwelle zwischen analog und digital. © studio pramudiya, Nathan Ishar

Tanz, Tik-Tok-Memes und Game-Design treffen in der Peformance aufeinander, reale Körper begegnen einem Avatar aus einer postapokalyptischen digitalen Welt.

„Die Grenzen des Physischen lösen sich auf, Knochen und Haut vermischen sich mit Pixeln und Hardware“, beschreibt es Sakalak. Ihr erscheint das Stück als ein (un)sterblicher Tanz an der Schwelle zwischen analog und digital. ___STEADY_PAYWALL___

Aktuelle Themen und neue Wege der Inszenierung

Atmosphärisch dicht und bedrückend aktuell geht es am ersten Festival-Wochenende dann weiter: Das Theaterkollektiv Futur 3 beschäftigt sich am 2. Oktober in „Making the Story“ mit den Grenzgebieten journalistischer Berichterstattung.

Szene aus „Making the Story“ von Futur 3 Schauspiel Köln_Martin Rottenkolber

Über ein Jahr haben die Künstler:innen die Arbeit sogenannter ukrainischer Fixer:innen begleitet – Menschen, die internationalen Journalist:innen Zugang zu Personen und Geschichten mitten im Krieg vermitteln.

Ein düsterer Abend, voller bitterer Wahrheiten und drängender Fragen auf der Bühne des domicil. Die Szenen werden durch Livemusik und ukrainischem Gesang von Mariana Sadovska verbunden.

Heiterer wird es bei „Apollon – Stop Tryna be God“ am 3. Oktober im Orchesterzentrum: Dort steht die Begegnung des jungen, multi-kulturellen Ensembles „waltraud900“ mit dem griechischen Gott Apollon auf dem Programm. Männliche Rollenbilder werden hinterfragt und neu zusammengesetzt: Wann ist der Mann ein Mann?

Orte der Begegnung, so vielfältig wie das Festivalprogramm

Zeche Zollern, Depot, domicil – aber auch das Deutsche Fußballmuseum, Junkyard oder das Sozial-Ökologische Zentrum in der Nordstadt sind Spielorte des Festivals. Die Macher:innen haben ein weites Netz durch die Stadt gespannt und für die Dortmunder:innen und erst recht für Besucher:innen der Stadt ergeben sich neue Perspektiven und Möglichkeiten der Begegnung.

Szene aus einer Performance des Transnationalen Ensemble labsa. Sören Meffert

Überhaupt: Begegnungen sind ein Grundanliegen der Festivalleitung, denn „die Darstellenden Künste leben vom Zusammenkommen. Ob auf der Bühne oder im öffentlichen Raum – ohne Publikum läuft bei uns gar nichts“, so Jonas Leifert. Das Festival setzt deshalb bewusst auf Austausch und Einführungen vor den Aufführungen und Gespräche danach schaffen Raum, um Erlebtes gemeinsam zu diskutieren.

Um weiteren Austausch zu ermöglichen und dem Festival mehr Sichtbarkeit zu verschaffen, wird am 3. Oktober erstmals das kostenlose FAVORITEN Fest mitten auf dem Friedensplatz stattfinden. Künstler:innen und Initiativen aus Dortmund und dem Ruhrgebiet gestalten das Stadtfest für alle Altersgruppen.

„Es gibt Workshops, Aufführungen und Aktionen für die ganze Familie“, erzählt Sakalak. „Wir eröffnen mit einer Performance mit Jugendlichen aus Dortmund, die sich auf die Suche nach dem Frieden in der Stadt machen. Die Flyguys machen einen Parkour-Workshop und werden in der Performance Vertigo mit ihren Körpern die Schwerkraft außer Kraft setzen. Zwischendurch tanzen wir Kreistänze und zum Abschluss feiern wir mit dem Transnationalen Ensemble labsa bei Couture on Fire mit heißen Beats und exzentrischen Outfits.“

Und dies sind nur die ersten Highlights des Festivals. Das gesamte Programm mit allen Aufführungen, Workshops, Partys und einem Symposium finden Interessenten im Internet auf favoriten-festival.de. Die Vorfreude ist groß und Sakalak verspricht: „Das wird ein Fest der Künste! Kommt vorbei!“.

Auf einen Blick

  • Ticketreservierungen ab 5 Euro über die Service-Hotline, Restkarten ggf. an der Abendkasse: 0231 – 580 66 119 (Anrufbeantworter)
  • Programm & Tickets: favoriten-festival.de
  • Ticketshop auch bei rausgegangen.de

Anm.d.Red.: Haben Sie bis zum Ende gelesen? Nur zur Info: Die Nordstadtblogger arbeiten ehrenamtlich. Wir machen das gern, aber wir freuen uns auch über Unterstützung!

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