Tarifverhandlung: Rund 2.000 AWO-Beschäftigte erhöhen den Druck auf ihre Arbeitgeberin

Warnstreik in Dortmund: Mitarbeitende fordern 500 Euro mehr

Rund 2000 Menschen demonstrieren in Dortmund.
Der Streik bei der AWO NRW geht in die nächste Runde, Betroffen sind erneut Kitas, der offene Ganztag (OGS), Pflege- und Seniorenarbeit, Behindertenhilfe, Jugend- und Familienhilfe, soziale Beratung sowie Verwaltung, Service und Ausbildung. Foto: Anja Cord für Nordstadtblogger.de

Rund 2.000 Beschäftigte der Arbeiterwohlfahrt (AWO) haben in Dortmund den Druck im laufenden Tarifkonflikt erhöht. Bei einer zentralen Streikkundgebung kamen sie im Rahmen eines landesweiten Aktionstags zusammen. Unmittelbar vor der dritten Verhandlungsrunde fordern sie ein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeber.

ver.di fordert verhandlungsfähiges Angebot und verweist auf hohe Belastung

Von den Streikmaßnahmen sind in Nordrhein-Westfalen insbesondere Kindertagesstätten betroffen, aber auch Einrichtungen des Offenen Ganztags, der Pflege- und Seniorenarbeit, der Behindertenhilfe, der Jugend- und Familienhilfe, der sozialen Beratung sowie Bereiche aus Verwaltung und Service.

Rund 2000 Menschen demonstrieren in Dortmund.
Die Belastung in den Einrichtungen ist hoch – und die Geduld der Kolleg:innen ist zunehmend erschöpft. Anja Cord

„Die heutige Beteiligung in Dortmund ist ein starkes Signal der Beschäftigten. Sie erwarten endlich ein verhandlungsfähiges Angebot. Die Belastung in den Einrichtungen ist hoch – und die Geduld der Kolleginnen und Kollegen ist zunehmend erschöpft. Morgen liegt es an den Arbeitgebern, Bewegung zu zeigen“, erklärt Susanne Hille, Verhandlungsführerin der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) Nordrhein-Westfalen.

Die Tarifverhandlungen werden am Dienstag, 4. März, ab 11 Uhr in Düsseldorf in dritter Runde fortgesetzt. Bereits im Vorfeld ruft ver.di die Beschäftigten der AWO Düsseldorf und Mettmann zu einem Streik auf. Die Auftaktaktion beginnt um 9.15 Uhr am Graf-Adolf-Platz. Ab 10 Uhr ist eine Kundgebung vor dem ver.di-Landesbezirk Nordrhein-Westfalen geplant, wo die Verhandlungspartner zusammenkommen. Mitglieder der Verhandlungskommission sowie streikende Beschäftigte stehen dort für O-Töne zur Verfügung.

500 Euro mehr Lohn sowie mehr freie Tage und bessere Regelungen für Nachwuchs gefordert

Gefordert werden 500 Euro mehr für alle Beschäftigten sowie 300 Euro mehr für Auszubildende. Darüber hinaus verlangt ver.di Verbesserungen für Nachwuchskräfte, darunter einen zusätzlichen Urlaubstag für Auszubildende, die Anpassung von Zulagen und Zeitzuschlägen, eine höhere Jahressonderzahlung sowie die tarifliche Einbindung dual Studierender und studienintegrierter Praktika. Zudem erwartet die Gewerkschaft drei zusätzliche freie Tage für ver.di-Mitglieder in der AWO Nordrhein-Westfalen.

Rund 2000 Menschen demonstrieren in Dortmund.
ver.di hatte zu einer zentralen Veranstaltung auf den Platz der Deutschen Einheit geladen. Die Teilnehmenden zogen anschließend über den Wall zum Sitz des AWO-Unterbezirks. Anja Cord

Die AWO ist mit rund 35.000 tarifgebundenen Beschäftigten einer der größten Träger sozialer Dienstleistungen in Nordrhein-Westfalen. Die Tarifrunde betrifft zahlreiche Bereiche der sozialen Daseinsvorsorge, darunter Kindertagesstätten, den Offenen Ganztag, Pflege und Seniorenarbeit, Behindertenhilfe, Jugend- und Familienhilfe sowie soziale Beratung.

Auch Mitarbeitende in Verwaltung, Service und Ausbildung sind betroffen. Mögliche Warnstreiks können daher Einrichtungen in weiten Teilen des Landes und zentrale Angebote für Kinder, Familien, ältere Menschen und Menschen mit Unterstützungsbedarf beeinträchtigen.


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