Die Leiterin der Bahnhofsmission wird das neue Gesicht für Haltung und Engagement in Dortmund

Die Auszeichnung des Dortmunder Cityrings 2026 geht an Swetlana Berg

Verleihung des Cityringes 2026
Zur Verleihung des Cityringes kamen auch ehemalige Ausgezeichnete. H. Sommer für Nordstadtblogger

Der City-Ring feiert seinen 50. Geburtstag. Jedes Jahr seit 1976 wird er vom Cityring e. V. vergeben an Dortmunder:innen, die sich in besonderer Weise für diese Stadt einsetzen. Jetzt wurde Swetlana Berg mit dem City-Ring ausgezeichnet. Sie ist seit über 20 Jahren Leiterin der Bahnhofsmission am Dortmunder Hauptbahnhof und bekannt seit jeher durch ihre Ruhe, Empathie und Organisation.

Die Bedeutung des Cityrings im vergangenen Jahr

Zu Beginn der Verleihung sprach der Vorstandsvorsitzende des Cityrings e. V., Torben Seifert. Im Namen seines Vereins möchte er „eine Persönlichkeit, die Dortmund durch ihr außergewöhnliches Engagement beeinflusst“ ehren. Er spricht von einem intensiven Jahr 2025. Man hat mit angepackt, Partnerschaften geschlossen, eine Innenstadt mit Charakter weiter gefördert, Willkommensbesuche bei neuen Händlern getätigt und viele Events wie die Cityring-Konzerte und die Weihnachtsstadt veranstaltet.

Verleihung des Cityringes 2026
Torben Seifert ist Vorstandsvorsitzender des Cityrings Dortmund. H. Sommer für Nordstadtblogger

„Das Potenzial ist da“, sagt Seifert, sollte man Dortmund mit Metropolen wie Hamburg oder Köln im puncto Attraktivität und Events vergleichen wollen.

Im Bereich der Politik können sich der Oberbürgermeister Kalouti und der Cityring mit gemeinsamen Zielen anfreunden: Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit gelten eben auch besonders für die Innenstadt. „Politik bedeutet Dialog“, so Seifert.  Beim Projekt Restart Kampstraße sei seit etwa 27 Jahren nahezu Stillstand. Es würde viel geplant, jedoch kaum etwas umgesetzt.

Die Ziele aus Sicht des Cityrings sind aber klar: Die Kampstraße soll grüner, klimafreundlicher und fahrradfreundlicher werden. Es braucht mehr Umsetzung und „auch wenn wir über Baustellen meckern: sie bedeuten Fortschritt“. Dortmund sei zudem eine Stadt der Macher:innen, des Ehrenamts, des Anpackens und der Zusammenarbeit. Deshalb möchte der Cityring dieses Jahr wieder eine Auszeichnung für besonderen Erfolg, Haltung und Engagement vergeben.

Die Ausgezeichnete Swetlana Berg wird persönlich

Preisträgerin ist in diesem Jahr die Leiterin der Dortmunder Bahnhofsmission: Swetlana Berg kam aus Kasachstan nach Deutschland und fing als Hausmeisterin in einer Kirche an. Nach dem Jobwechsel bekam sie 2007 die Leitung der Bahnhofsmission, der mittlerweile 57 Ehrenamtliche unterstellt sind. Ohne sie ginge nichts. Swetlana leitete sowohl 2015 bei der Ankunft vieler Syrer:innen und 2022 der vielen Ukrainer*innen stets mit Ruhe und einer klaren Organisation die Bahnhofsmission.

Ausgezeichnete Swetlana Berg bekommt Glückwünsche.
Berg bekommt von allen Glückwünsche. H. Sommer für Nordstadtblogger

Abseits davon werden jährlich etwa 52.000 Tassen Kaffee ausgegeben und 23.000 Gespräche geführt, denn der Bahnhof ist „ein Ort des Ankommens, wie des Abschiedes“. Hier treffen verschiedenste Lebensrealitäten aufeinander und man wird zu einem verlässlichen Anlaufpunkt: „Dort wo ein Mensch, ein Mensch sein darf.“

Berg nimmt „diese Auszeichnung nicht als persönliche Leistung an, aber stellvertretend fürs Team“. Ihr Wunsch ist es, kostenlose Toiletten am Bahnhof zu haben, mehr Unterbringung zum Schlafen in der Nähe und mehr Möglichkeiten, Hauptamtliche einzustellen, damit die ganze Arbeit nicht auf den Ehrenamtlichen lastet.


Anm.d.Red.: Haben Sie bis zum Ende gelesen? Nur zur Info: Die Nordstadtblogger arbeiten ehrenamtlich. Wir machen das gern, aber wir freuen uns auch über Unterstützung!

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