Begegnung und Spielspaß wird im Welthaus auch zwischen den Jahren groß geschrieben

Koordinierungsstelle Einsamkeit fördert samstägliches Programm

Julia Mohr ist gut vorbereitet. Für den Samstagnachmittag gleich nach Weihnachten im Welthaus hat sie einige Spiele mitgebracht und wartet nun kurz vor drei Uhr auf die angemeldeten Gäste. Und die kommen auch schon. Aus Hagen, aus Gütersloh und aus der Nachbarschaft sitzen wenig später Frauen und Männer an den Tischen, die sich und die Spiele erst einmal kennenlernen und schnell ins Gespräch kommen. So soll es auch sein. Für diese Veranstaltungsreihe, die im Dezember begann und ohne Unterbrechung bis Ende Februar 2026 läuft, gab es Geld von der Korrdinierungsstelle Einsamkeit der Stadt Dortmund. Und das scheint gut angelegt.

Aus Gütersloh zum Spielenachmittag nach Dortmund angereist

„Es gibt ja nicht so viel, was man machen kann in dieser Zeit“, sagt eine der Besucher*innen im Welthaus, der Begegnungsstätte im Rosenthal in der Dortmunder Innenstadt, nur wenige Meter von der Kleppingstraße gelegen. ___STEADY_PAYWALL___

Eine Frau und ein Junge sitzen an einem Tisch.
Julia Mohr spielt mit einem der jüngsten Besucher des Nachmittags Memory. Foto: Susanne Schulte für Nordstadtblogger.de

Mit „dieser Zeit“ meint sie die Tage zwischen Weihnachten und Anfang Januar, während der die meisten Treffpunkte und Begegnungsstätten geschlossen haben. Da habe sie auf Instagram gesucht und dieses Angebot gefunden. Sie selbst kommt aus Dortmund, ein weiterer Gast aus Hagen, zwei andere sind extra aus Gütersloh angereist, weil sie gerne spielen und in ihrer Stadt kein derartiges Programm gefunden haben.

Und Spiele haben sie auch gleich mitgebracht: Rummikub und Uno. Die kleine Gruppe einigt sich auf Rummikub zum Einstieg. Julia Mohr kocht stellt noch eine Kanne Kaffee und eine Karaffe Wasser auf den Nebentisch. Jede*r darf sich bedienen.

33 Vereine sind Mitglieder im Trägerverein Welthaus

Das Welthaus wird vom gleichnamigen Verein betrieben, der wiederum aus 33 Mitgliedsvereinen und Organisationen besteht. Dazu gehören Afrika 2023 und Attac, der evangelische Kirchenkreis Dortmund und die katholische Stadtkirche, die Verbraucherzentrale und der VMDO (Verbund der sozial-kulturellen Migrantenvereine Dortmund).

Blick aus dem Fenster auf die Straße Rosenthal.
Das Welthaus ist zentral gelegen, schräg gegenüber vom ehemaligen Film-Casino. Foto: Susanne Schulte für Nordstadtblogger.de

Und der Verein Frau Lose. Deren Mitglieder verkaufen nicht nur im Unverpackt-Laden, ebenfalls im Welthaus untergebracht, Grundnahrungsmittel und bereiten bestellte Gerichte für Veranstaltungen vor, sondern kümmern sich auch um Natur- und Umweltschutz sowie Bildungsarbeit. Dazu zählt auch die samstägliche Veranstaltungsreihe.

„Schon 2024 gab es eine ähnliche Reihe, die gut angenommen wurde“, erzählt Julia Mohr. Die Gästen hätten gefragt, ob es eine weitere geben könne. Als man bei der Bezirksvertretung West dafür nach Geld gefragt habe, habe das Gremium sie an Sabrina Janz verwiesen, die die Koordinierungsstelle Einsamkeit leitet. Und von dort gab es Geld fürs Personal und Sachkosten.

Bis Ende Februar läuft das Samstagsprogramm mit Spielen und Spaziergängen

Dem Spielenachmittag am Samstag nach Weihnachten folgt am Samstag nach Neujahr, 3. Januar, ein kreatives Programm: Die Gäste gestalten Collagen. Weitere Programmpunkte sind am 10. Januar ein Spaziergang vom Welthaus zum Ostenfriedhof mit anschließendem Kaffeetrinken am Robert-Koch-Platz, am 17. Januar das Spielecafé, eine Woche später wird mit Doodle gemalt und am letzten Tag im Monat werden Energiebällchen selbst hergestellt. Das Februar-Programm ist noch nicht veröffentlicht.

Sind aus Gütersloh angereist: v.l. Bardi Tar und Sulma Arrambide Daza.
Sind aus Gütersloh angereist: v.l. Bardi Tar und Sulma Arrambide Daza. Foto: Susanne Schulte für Nordstadtblogger.de

Das Welthaus, die bislang noch recht unbekannte Begegnungsstätte mitten in der Innenstadt, ist montags bis freitags von 12 bis 18 Uhr geöffnet, samstags von 10 bis 16 Uhr, während der Veranstaltungsreihe bis 17 Uhr. Wer vor oder nach dem Marktbesuch einen Kaffee trinken möchte, den gibt’s gegen eine Spende, oder einfach nur ausruhen, ist sehr willkommen.

Das gilt auch für Personen, die einen Platz suchen, um ungestört zu arbeiten. Vereine können dort ihre Sitzungen und Versammlungen ausrichten. Der Verein Welthaus finanziert sich aus den 70.000 Euro, die die Stadt Dortmund für jedes der drei Anfangsjahre bewilligt hat, von denen 2026 das vorerst letzte geförderte ist.

So sind Unterstützer*innen aufgefordert, Mitglied zu werden. Einzelpersonen zahlen 60 Euro im Jahr Beitrag, Vereine 120 Euro. Mehr zum Verein und seinen Anliegen erfährt man bei einem Besuch im Welthaus mit der Adresse Rosenthal 1 und beim Lesen der Webseite www.welthaus-dortmund.de.


Anm.d.Red.: Haben Sie bis zum Ende gelesen? Nur zur Info: Die Nordstadtblogger arbeiten ehrenamtlich. Wir machen das gern, aber wir freuen uns auch über Unterstützung!

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