
Von Peter Krause
Die Erneuerung der Fernwärmeversorgung in Dortmund führte beim CO2 Ausstoß zu einer Einsparung von 80 Prozent. Dieser Projektabschluss gab Grund zum Feiern, denn mit diesem Erfolg hat Dortmund anderen deutschen Kommunen einiges voraus.
Umsetzung erforderte Fingerspitzengefühl und Präzision

Zahlreiche Gäste aus Dortmund und Umgebung waren am 22. November in den U-Turm gekommen. Unter ihnen die Führungsspitze der DEW21, Oberbürgermeister Thomas Westphal sowie Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.___STEADY_PAYWALL___
Den Ausschlag für das ambitionierte Projekt gab die Entscheidung, das in die Jahre gekommene Fernwärmenetz nicht nur zu sanieren, sondern komplett neu aufzubauen. Das war 2018, seither wurden von der DEW21 über 100 Millionen Euro investiert. Die Umsetzung erforderte zuweilen präzises Fingerspitzengefühl, etwa wenn es galt, das innerstädtische Leben nicht zu sehr zu stören.
Und dann auch noch das Ungeplante: Ob es um die Sichtung und Bergung archäologisch bedeutender Funde oder die Kampfmittelbeseitigung ging – manch unerwartete Anliegen verschiedenster Fachbereiche mussten zusätzlich koordiniert werden.
Klimaneutralität in Dortmund bis 2035 erreichbar?

Die Stadt Dortmund hat bezüglich der Belange des Klimaschutzes in den zurückliegenden Jahren schon einiges erreicht. Mit der Neugestaltung der Fernwärmeversorgung gelang ein weiteres Vorhaben, mit dem bislang jährlich über 45.000 t CO2 eingespart werden.
Wenn nun das Fernwärmenetz auch in den innenstadtnahen Bereichen erweitert wird, sollen weitere 15.000 t CO2 eingespart werden. Damit rückt das Ziel der Klimaneutralität bis 2035 – man munkelte, dass dieses Ziel sogar schon im Jahr 2027 erreicht werden könnte – ein ganzes Stück näher!

Die Projektverantwortlichen können berechtigt stolz sein, denn das Vorhaben konnte im Zeit- und Kostenplan umgesetzt werden. Dass damit ein wichtiger Beitrag für die Dekarbonisierung der Energieversorgung einer Großstadt geleistet wurde, lässt aufhorchen.
Für das Thema ist zu wünschen, dass das Dortmunder Beispiel in vielen Kommunen Deutschlands Schule macht. Auf den Wegen in eine klimafreundliche Zukunft wäre das ein richtiger Schritt!


Reaktionen
Peter Silberg
Aus meiner Sicht muss hier einiges gerade gerückt werden.
DEW21 hat seine Treibhausgas-Emissionen im Zeitraum 2015 bis 2020 um ca. 80 % reduziert, von knapp 5 Mio. t CO2eq auf knapp 1 Mio t CO2eq pro Jahr. Die Erneuerung der Fernwärmeversorgung hat daran einen Anteil, aber keinen wesentlichen.
Die Stadt Dortmund stößt – Stand 2020 – pro Jahr ca. 4 Mio. Tonnen Treibhausgase (CO2-Äquivalente) aus. 15.000 Tonnen weniger ist sehr schön, geht aber in der Bilanz fast unter.
Mir ist auch nicht bekannt, wer munkelt, dass Dortmund bereits 2027 klimaneutral werden kann. Die Verwaltung hat erst kürzlich schriftlich mitgeteilt, dass Klimaneutralität 2035 wohl nicht erreicht werden wird:
https://www.klimabuendnis-dortmund.de/schnelleres-handeln-im-klimaschutz-noetig-klimadialog-zeigt-handlungsbedarf-auf/
Simon
Dem Fernwärmeausbau in Dortmund kann man nicht nehmen, dass in vermutlich jeder einzelnen PM zum Thema die Klimafreundlichkeit der Maßnahme betont wird. Was mich allerdings auch mal interessieren würde ist:
1) wie viele Bäume im Zuge der Maßnahme gefällt werden/urden und
2) wie viele dieser gefällten Bäume bisher ersetzt wurden.
Arbeiten in der Sonnen- und Metzer Straße – Verlegung von Wärmeleitungen wird fortgesetzt (PM)
Die Arbeiten an der klimafreundlichen Wärmeversorgung im Bereich Tremonia-Nord werden in den nächsten Bauabschnitten fortgesetzt.
Hierzu muss ab dem 2. April die Sonnenstraße von der Hausnummer 220 bis einschließlich des Kreuzungsbereichs mit der Studtstraße gesperrt werden. Eine Umleitung über Neuer Graben ist ausgeschildert.
Ab dem 8. April wird zusätzlich die Metzer Straße von der Straßburger bis zur Volmarsteiner Straße gesperrt. Hier verläuft die Umleitung über die Kreuzstraße.
Leider lässt sich im Zuge der Arbeiten nicht vermeiden, dass Parkflächen zeitweilig nicht genutzt werden können.
DEW21 geht davon aus, die Arbeiten in diesen Abschnitten im Mai beenden zu können. Das Unternehmen bittet Anlieger*innen und Verkehrsteilnehmer*innen um Verständnis für auftretende Beeinträchtigungen.
Leuchtturm für die Dekarbonisierung: DEW21 und Borussia Dortmund setzen auf klimafreundliche Fernwärme für den SIGNAL IDUNA PARK (PM)
Verantwortung für unsere Stadt und die Umwelt zu übernehmen ist sowohl für die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA als auch für die Dortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH (DEW21) eine Selbstverständlichkeit. Mit dem Anschluss des SIGNAL IDUNA PARK an das Dortmunder Fernwärmenetz haben die beiden Partner ein Leuchtturmprojekt für die lokale Wärmewende umgesetzt.
„Die Umstellung der Wärmeversorgung von fossilen auf erneuerbare Energieträger stellt einen der zentralen Hebel zur Dekarbonisierung unserer Geschäftstätigkeiten dar“, erklärt Florian Demnitz, Energiemanager und ökologischer Gebäudemanager bei Borussia Dortmund. „Durch die Umstellung können wir mehr als 70 % der CO2-Emissionen im SIGNAL IDUNA PARK einsparen. Wir freuen uns, ein so wichtiges Projekt gemeinsam mit DEW21 erfolgreich umgesetzt zu haben.“ Genutzt wird die Wärme sowohl für die Raumwärme als auch die Warmwasseraufbereitung.
Für DEW21 war der Anschluss des Stadions zudem der Abschluss eines mehrjährigen Infrastrukturprojekts: In rund zwei Jahren hat der Dortmunder Energieversorger eine neue Fernwärmeleitung von der Innenstadt durch das Union-, Tremonia- und Kreuzviertel bis zur Strobelallee verlegt. Die Bautätigkeiten im Umfeld des Stadions fanden dabei größtenteils zwischen den Heimspielen von Borussia Dortmund sowie unter Berücksichtigung der Europameisterschaft 2024 statt, sodass es im laufenden Spielbetrieb keinerlei Einschränkungen durch Baustellen gab.
„Der Anschluss des SIGNAL IDUNA PARK stellt für uns einen wichtigen Meilenstein beim Ausbau der Fernwärme in Dortmund dar. Zum einen sorgen wir für eine große Emissionsreduktion bei einem echten Wahrzeichen in unserer Stadt und zum anderen haben wir damit auch ein strategisch wichtiges Projekt erfolgreich abschließen können“, erklärt Bastian Stegemann, Leiter des Geschäftsfelds Wärme bei DEW21. „Mit der sogenannten Südtrasse, die von der Innenstadt bis zur Strobelallee führt, konnten wir weitere wichtige Ankerkund*innen aus der Wohnungswirtschaft sowie städtische Liegenschaften an die Fernwärme anschließen.“ Ganz abgeschlossen sind die Arbeiten in den Quartieren noch nicht, da aufgrund des hohen Interesses an der Fernwärme vor Ort noch weitere Verzweigungen gebaut werden.
Und auch bei Borussia Dortmund geht der Ausbau weiter: „Wir werden den jetzt gemeinsam eingeschlagenen Weg zu einer weiteren Dekarbonisierung auch weiterhin gemeinsam gestalten“, so Demnitz weiter. „Nachdem das August-Lenz-Haus bereits von DEW21 mit Fernwärme versorgt wird, wird der Anschluss weiterer Liegenschaften geprüft.“