
Von Dr. Sandra Danneil
Pünktlich zum aktuellen Thema des Wissenschaftsjahrs 2026 präsentiert Wilo sein letztes Großbauprojekt mit dem Health Cube. Ab dem 1. April 2026 öffnet das Gesundheitszentrum seinen mehr als 2.000 Mitarbeitenden am Konzernhauptsitz im Wilopark Dortmund die Türen. Das rund 5.500 Quadratmeter große Leuchtturmprojekt kostet etwa 27 Millionen Euro und soll die Gesundheitsversorgung der Mitarbeitenden verbessern.
Das Wie und Wow der „Wilo-Pace“: Bauturbo mit Verantwortung

Wie bestellt zu einem feierlichen Wilo-Event strahlt die Sonne bildwirksam auf die etwa 150 Gäste, die exklusiv zur festlichen Eröffnung von Wilos Gesundheitszentrum „Health Cube“ im Networking Cube empfangen werden. Dabei auch viel Dortmunder Prominenz, die es sich nicht nehmen lässt, zu erfahren, was Gesundheit (Health) En-Bloc (Cube) nun eigentlich bedeutet. ___STEADY_PAYWALL___
Vor der Konzernweit bekannten „Wilo-Pace“, die oft im Zusammenhang mit dem neuen Health Cube genannt wird, äußert Dortmunds Oberbürgermeister Alexander Kalouti in seiner Rede Anerkennung für die schnelle Umsetzung des Projekts. „Ich erblasse vor Neid, wenn ich sehe, in welcher Geschwindigkeit Wilo sein Projekt umgesetzt hat“, verlautbart er in seiner Dankesrede und schneidet sich gleich eine Scheibe für das aktuelle Rats-Thema „Bauturbo“ ab.

Oliver Hermes, CEO bei Wilo, bleibt metaphorisch im Bild mit seiner Aussage, dass Wilo „kerngesund“ ist. Im Jahr 2025 machte Wilo laut seines aktuellen Geschäftsberichts 2 Milliarden Euro Umsatz mit einer Gewinnsteigerung von 40 Prozent und einem weltweiten Konzernwachstum um 240 Prozent. Um diesen Erfolgskompass weiter zu stärken, braucht es Gesundheitskompetenz, so der CEO. Denn die inzwischen im Schnitt 19 Krankentage auf Arbeitnehmerseite zu den im Schnitt 42 Tagen Wartezeit auf einen Facharzttermin passen nicht zu diesem Kurs – ein Kurs, den NRW-Gesundheitsminister Laumann als „Sozialpartnerschaft – Made in Germany“ bezeichnet.
Zwei Jahre Bauzeit für Sozialpartnerschaft 2.0 im Wilo-Takt
Hinter der „Wilo-Pace“ steckt kein einzelnes Produkt, sondern die Geschwindigkeit, mit der der Wassertechnologie-Konzern Wilo seine Transformation umsetzt. Es ist gewissermaßen der „Wilo-Takt“, der sich durch den gesamten Wilopark zieht und das Herz der „Pioneering for You“-Philosophie definiert. Vom ersten Spatenstich im Dezember 2023 bis zur seiner Eröffnung Ende März 2026 wurde das Bauvorhaben in knapp zwei Jahren realisiert.

CDU-Politiker Laumann betont in seiner Rede, dass Wilos „betriebliches Gesundheitsmanagement“ (wie es früher einmal hieß) „eine Lehrstunde“ sei, nämlich dafür, nicht zu verzagen an den Problemen, sondern sie vielmehr „zu lösen“ und zwar „mit Mut zur Innovation und Technologieoffenheit“, so Laumann.
Damit greift der Christdemokrat die aktuelle Sozialstaat-Debatte auf: „Wir wollen einen Staat, der uns soziale Sicherheit gibt. Aber dafür braucht es eine Gesundheitsversorgung, die erreichbar ist.“ Laut Wilo soll dies künftig auch für die Mitarbeitenden des Unternehmens umgesetzt werden.
Drei Etagen Zukunft: Von der Erlebnisküche bis zum Raum der Stille
Nachdem die ein um andere Reden gehalten, mehr als ein Foto gemacht und das Band feierlich durchschnitten wurde, besichtigten die Teilnehmenden das neue Gesundheitszentrum. Auf drei Etagen ist Platz für Wilos Global Health Management, von dem Mitarbeitende weltweit profitieren sollen. Zudem sind die Betriebsmedizin, psychotherapeutische Angebote und eine Gesundheitslotsin mit Sozial- und Lebensberatung in das Zentrum integriert.

Zentraler Bestandteil des Health Cubes sind die selbständigen fachmedizinischen Praxen, unter anderem für Dermatologie, Physiotherapie und Zahnmedizin. Diese Angebote sollen auch für die Familien und Angehörigen der Wilo-Mitarbeitenden zugänglich sein. Perspektivisch sollen weitere Haus- und Facharztangebote hinzukommen. Das Konzept legt einen Schwerpunkt auf präventive Versorgung, die Ausstattung umfasst moderne Geräte und den Einsatz von KI.
Eine Terrasse macht den Blick auf die unfertigen Außensportplätze frei, deren Eröffnung für den 1. Mai geplant ist. Dort sollen künftig verschiedene Sportangebote wie Fußball und Padeltennis stattfinden. Im „Raum der Stille“ darf geschwiegen und/oder gebetet werden, und in der Lounge direkt hinter dem Eingang hat es eine offene Küche und dahinter einen multifunktionalen Kursraum, in dem künftig unter anderem Yoga, Pilates und Workshops stattfinden.
KI auf der Trainingsfläche oder: Das Ende der faulen Ausreden
Besonders ist das Gesundheitsstudio, der Wilo-Health Club, dessen Team unter der sportwissenschaftlichen Leitung von Tabea Frank bereits erste Trainingsangebote organisiert. Das Fitnessstudio bietet neben Cardiogeräten und High-Performance-Bereichen vor allem eine Trainingsfläche mit vollelektronischen Kraftgeräten, die über Software und Cloud-Anbindung vernetzt sind. „Wir haben Geräte, die mit faulen Ausreden Schluss machen, denn dieser Parkour weiß mehr über deinen Körper als du selbst“, so die studierte Sportwissenschaftlerin Frank mit einem Lachen.

Auf die Frage von Nordstadtblogger, ob sich die Anstrengungen der letzten Monate nun auszahlen, strahlt Andrea Arnold, Geschäftsführerin der Wilo Health Care GmbH, über das ganze Gesicht.
„Es ist ein tolles Gebäude mit tollen Angeboten – aber all das wäre nichts ohne die Menschen, die wir für unser Projekt gewinnen konnten und die das Haus nun mit Herz und Leben ausstatten“, erklärt sie sichtlich gerührt von dem Engagement eines Teams, das praktisch erst noch eins werden muss. Mit der Wilo-Pace ist das ja aber nur eine Frage der Zeit.
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