Im ehemaligen Bürokomplex von VEW und Amprion sollen 200 Wohnungen entstehen

Dortmund nutzt Bauturbo für schnellere Umnutzung von Gebäuden

Bürokomplex aus Vogelperspektive
Das ehemalige Bürogebäude am Rheinlanddamm 24 wird zum Wohnraum. Stadt Dortmund / Katrin Pinetzki

Neue Nutzung statt Leerstand und Verfall: Im ehemaligen Bürokomplex am Rheinlanddamm 24 – der früheren Firmenzentrale von VEW und dann die Sitz von Amprion – sollen 200 neue Wohnungen entstehen. Mit Hilfe des „Bauturbos“ soll der alte Bebauungsplan von 1973 ausgehebelt werden. Die rechtliche Sonderregelung sorgt für eine bis zu zwei Jahre schnellere Umsetzung. In Dortmund soll es die erste Umsetzung unter des „Bau-Turbos“ werden. Der städtische Verwaltungsvorstand hat die Pläne nun vorgestellt – eine Entscheidung darüber trifft der Stadtrat Ende März.

Gebäudekomplex nach zwei Jahren Leerstand von Investor gekauft

Zwei Jahre standen die vier miteinander verbundenen Gebäude umschlossen von B1 und Westfalenpark leer. Zuletzt nutzte das Unternehmen Amprion den Bürokomplex. Das Gebäude wurde mittlerweile von einem Investor erworben, der gemeinsam mit der Stadt den Umnutzungsplan ausarbeitete. Denn dort zu Wohnen war nie beabsichtigt gewesen. Neben dem neu geschaffenen Wohnraum sollen Arztpraxen und ein Fitnessstudio einziehen. ___STEADY_PAYWALL___

Bild von Bürokomplex
Im Jahr 2000 ging VEW in RWE auf – die Immobilie wurde nicht mehr gebraucht. Später zog Amprion im Gebäude ein. Seit mehr als zwei Jahren steht es leer. Foto: Anja Cord für Nordstadtblogger.de

Der Bauturbo wurde Ende Oktober 2025 als befristete Sonderregelung im Bauplanungsrecht beschlossen und hat als Ziel, den Wohnungsbau durch weniger Bürokratie und schnellere Genehmigungen zu beschleunigen. Im Fokus stehen hierbei vor allem Pläne zum Bau von Wohnraum.  

Denn Wohnraum wird bekanntermaßen dringend gebraucht. Die vier siebengeschössigen Häuser können hier zumindest teilweise Abhilfe schaffen.

Erbaut wurde das Haus 1973 bis 1976 nach Plänen des ehemaligen Architektur-Büros Kraemer, Sieverts und Partner für die früheren Vereinigten Elektrizitätswerke (VEW). Für die geplante Umnutzung wurde mit dem damaligen Architekten unter anderem wegen Urheberschutzrechten zusammengearbeitet. 

Bauturbo beschleunigt Verfahren um bis zu zwei Jahre

Für Stefan Szuggat, Dezernent für Umwelt, Planen und Wohnen, ist das Gebäude ein „schillerndes Zeugnis“ der 70er Jahre, das mit seiner bronzefarbenen, verglasten Fassade und zentralen Lage sichtbar das Stadtbild prägt.

Stefan Szuggat im Porträt
Stefan Szuggat, Dezernent für Umwelt, Planen und Wohnen, stellt Plan zur Umnutzung vor. Foto: Anja Cord für Nordstadtblogger.de

Ende März wird der Stadtrat über den Vorschlag zur Umnutzung des Gebäudes entscheiden – ebenso wie über ein Maßnahmenpaket zum „Bauturbo“ selbst. Szuggat ist dahingehend zuversichtlich, dass der Rat dem Vorschlag folgt.

Die Umsetzung könnte trotz des „gezündeten Turbos“ allerdings noch dauern. Der Dezernent rechnet nicht vor Ende des Jahres nicht mit einer Baugenehmigung, zumal der Investor den Bauantrag ja erst nach Zustimmung des Rates einreichen kann.

Über den Investor wie auch die möglichen Kosten kann und will Sziuggat nicht sprechen. Die Kosten lägen allerdings in Höhe eines „ordentlichen Millionenbetrags“. Trotzdem sei eine zeitliche Ersparnis durch die Regelungen des Bauturbos gewonnen – ohne diesen dauere das Ändern des Bebauungsplans anderthalb bis zwei Jahre länger, so der Dortmunder Chefplaner. 


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