
Die Urnenplätze in der Grabeskirche Liebfrauen in der Stadtmitte wurden nun aufgestockt, nachdem die vorherigen 428 alle belegt waren. Diese wurden nun um 642 Urnenplätze erweitert. Die Kirche baut sich als Ort der Präsenz der Verstorbenen aus und steht den Trauernden weiterhin zur Seite.
Schutzpatronin Barbara soll neue Urnenreingrabstätten schützen
Vergangenen Dienstag segnete Pfarrer Georg Birwa die neuen Urnenplätze in der Amalienstraße nach einer Lesung aus dem Johannesevangelium, das den Platz nach dem Tod thematisierte.

Die 428 Urnenplätze, die sich in der Josefskapelle befinden, wurden um 642 weitere Plätze erweitert, die an den Seiten des Hauptschiffs ihren Platz gefunden haben.
Sie tragen den Namen der heiligen Barbara, die im Mittelalter als Schutzpatronin gegen den unvorbereiteten Tod galt. Sie soll den Trauernden Beistand leisten und den Hinterbliebenen Trost und Hoffnung schenken.
Die „Kirche unserer lieben Frau“ in Dortmund
Erst vor 200 Jahren begannen Menschen, die Friedhöfe aus den Städten herauszunehmen. Der Friedhof an der Reinoldikirche beispielsweise stammt noch aus der Zeit davor.

Die Grabkirche Liebfrauen gibt es seit dem 14. Januar 1866, also schon 160 Jahre, bedingt durch die steigende Anzahl der Gemeindemitglieder:innen. Von außen misst die Kirche 65 Meter in der Höhe und 20 Meter in der Breite.
1890 wurde Liebfrauen zur selbstständigen Pfarrei erhoben, und Bernhard Walter wurde ihr erster Pfarrer – zwei Jahre nachdem er bereits das Amt des Kaplans innehatte.
Anfang des 20. Jahrhunderts stieg die Gemeindezahl stark an: Zwischen 1900 und 1911 erhöhte sich die Zahl von 21.783 auf 33.331 Mitglieder:innen. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Kirche besonders am Dach und am Gewölbe stark beschädigt, ebenso entstanden Lücken an den Seitenwänden.
In den folgenden Jahren stabilisierten sich unter Pfarrer Hoppe die Kirche, ihre Außenfassaden sowie das Dach wieder. 1955 folgte die Buntverglasung für viele der zu diesem Zeitpunkt zugemauerten Fenster. Auch die ehemals verbundenen Gemeindehäuser und Notkapellen wandelten sich zu einem Altenheim mit Kindergarten, dem Thomas-Morus-Kolleg und Wohnhäusern, die heute noch bestehen.
Neue Urnenplätze mit neuem Design sollen „näher“ sein
Momentan gibt es 5.700 Grabstätten in der Grabkirche Liebfrauen, von denen etwa 65 Prozent belegt sind. 1.070 davon sind Urnenplätze. In den neuen Urnenkammern können jeweils fünf bis acht Beisetzungen stattfinden.

Vorher werden die Urnen in den sogenannten Abschiedskammern für die letzte Anteilnahme präsentiert. Im Vergleich zu den Kammern in der Josefkapelle liegen die neuen einen Stock tiefer, damit Trauernde das Namensschild der Verstorbenen berühren und Kleinigkeiten dalassen können, sind aber um einiges breiter.
Die Beisetzungen sind nicht auf Katholiken beschränkt und beherbergen des Öfteren Schmuckurnen. Diese haben eine Ruhezeit von 20 Jahren und kosten 2.100 Euro. Urnenreihengrabstätten können nicht reserviert werden, sondern sind nur bei plötzlich eintretenden Sterbefällen erwerbbar.
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