Die Nordstadt erzählt selbst: Aus Alltagserfahrungen soll Tanztheater werden

Junge Frauen erforschen, wessen Geschichten auf die Bühne kommen

Zehn junge Frauen posieren für ein Gruppenfoto.
Foto: Ayşe Kalmaz Die Community-Kuratorinnen sammelten Eindrücke auf der Ruhrtriennale in Bochum.

Wer entscheidet darüber, welche Geschichten auf der Bühne erzählt werden? Wer wählt die künstlerischen Ausdrucksformen aus? Wessen Perspektiven werden gezeigt und welche fehlen? Und was muss passieren damit sich das ändert? Diesen Fragen ist eine Gruppe junger Frauen aus der Dortmunder Nordstadt nachgegangen.

Geschichten aus der Nordstadt treffen auf neue Formen des Erzählens

Von Mai bis Juli 2026 haben sie verschiedene Kulturstandorte und Veranstaltungen in der Region besucht und sind dabei mit Künstler:innen und Kulturverantwortlichen ins Gespräch gekommen. Das Programm heißt „Nordstadt Community Kuration 2026 – Voices of Curation: Prozesse zwischen Community und Kunst sichtbar machen“. Erste Beobachtungen wurden am 11. Juli vorgestellt. Anschließend begann die zweite Phase des Projekts, dass sich an den Ergebnissen der ersten Gruppe orientierte.

Infoplakat zur Veranstaltung.
Die Zwischenergebnisse des Projekts werden am 18. Oktober 2026 präsentiert.

Es legte einen Schwerpunkt auf Tanz, Performance und neue Formen des Erzählens. Besucht wurden verschiedene Produktionen der Ruhr-Triennale. Zusätzlich wurden Interviews mit Bewohner:innen der Nordstadt durchgeführt und Geschichten über Liebe, Familie, Freundschaft, Konflikte, Rassismus, soziale Ungleichheit und Zugehörigkeit gesammelt.

Sie waren Ausgangspunkt für einen künstlerischen Prozess, an dessen Ende die Idee einer Theater-Soap aus der Nordstadt stand. Choreografin Willie Stark half dabei, ausgewählte Geschichten und Stimmen in Bewegung, Urban Dance und Tanztheater zu übersetzen. An der Präsentation wirken auch die Performer:innen Emmanuel und Yasmina „Yazz“ Slama mit.

Sonntag, 18. Oktober 2026, 18 Uhr | Theater im Depot | Eintritt frei

Am 18. Oktober werden die Erfahrungen und Ergebnisse beider Forschungsphasen zusammengeführt. Die Besucher:innen erleben Ausschnitte aus der Recherche, Stimmen aus der Nordstadt und erste künstlerische und choreografische Fragmente.

Die Präsentation markiert einen wichtigen Zwischenstand, aber keinen Abschluss der gemeinsamen Arbeit. Die gesammelten Geschichten, Interviews und künstlerischen Ansätze sollen 2027 zu einem größeren Tanztheaterprojekt weiterentwickelt werden.

Das Projekt wird in Kooperation mit dem Migrantinnenverein Dortmund e.V., Stadtteil-Schule Dortmund e.V. und Train of Hope e.V. durchgeführt. Es wird gefördert durch den Di- versitätsfonds NRW des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein- Westfalen sowie durch die LAG Kunst und Medien NRW und das Kulturbüro Dortmund.

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