Der Arbeitsmarkt in Dortmund im März 2026: Frühjahrsbelebung noch nicht in Sicht

Arbeitslosigkeit in Dortmund stabil - Ausbildungsmarkt mit Chancen

Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich (jeweils März) Grafik: Arbeitsagentur Dortmund

Im März hat sich die Anzahl arbeitsloser Personen in Dortmund nicht nennenswert verändert. Die für diese Jahreszeit klassische Frühjahrsbelebung ist in Dortmund ist bisher nicht erkennbar. Die Arbeitslosenquote verharrt bei 12,2 Prozent. Die Nachfrage nach Arbeitskräften steigt nur leicht. Sowohl Arbeitsagentur als auch Jobcenter verzeichnen marginale Rückgänge.

Geringe Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt

Im März wurden in Dortmund 40.629 Menschen als arbeitslos gezählt. Davon waren 10.216 Personen bei der Arbeitsagentur und 30.413 beim Jobcenter gemeldet. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen ist im Vergleich zum Vormonat um lediglich 12 Personen gesunken. Die Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 12,2 Prozent (März 2025: 12,1 Prozent). Für die Arbeitsagentur steigt die Quote auf 3,1 Prozent, beim Jobcenter bleibt sie bei 9,2 Prozent.

Heike Bettermann, Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund
Heike Bettermann, Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund H. Sommer für Nordstadtblogger

Heike Bettermann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund, erklärt: „Auch im März zeigt sich die anhaltende konjunkturelle Schwäche deutlich am Arbeitsmarkt. Zum Frühlingsbeginn bleibt eine spürbare Belebung bislang aus. Zwar gelingt es wieder mehr Menschen, durch die Aufnahme einer Beschäftigung ihre Arbeitslosigkeit zu beenden, insgesamt überwiegen jedoch weiterhin die Zugänge gegenüber den Abgängen. Für Arbeitsuchende eröffnen sich zwar die saisonal üblichen Chancen am Arbeitsmarkt. Dennoch bleibt die Suche nach einer neuen Beschäftigung herausfordernd, da Unternehmen weiterhin deutlich weniger offene Stellen melden als in wirtschaftlich starken Jahren.“

„Mit wachsamem Blick verfolgen wir zudem die Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung: Die Zahl der Leistungsbeziehenden ist in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich gestiegen und hat im März die Marke von 10.000 deutlich überschritten. Dies kann unter anderem darauf hindeuten, dass Betriebe vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten und struktureller Transformationsprozesse zurückhaltender bei Neueinstellungen sind und teilweise auch Personal abbauen. Diese Entwicklung betrachten wir mit Sorge. Dem wirken wir mit gezielten Maßnahmen zur Qualifizierung und Weiterbildung für Beschäftigte sowie Arbeitslose entgegen.“

Dynamik auf dem Arbeitsmarkt: leichte Rückgänge auch bei Jugendlichen

Arbeitslosigkeit ist kein starrer Block. Vielmehr herrscht durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung. In der Stadt Dortmund wurden im März 6.586 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert. 2.090 Personen davon kamen aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 167 Personen mehr als im Vormonat. 6.637 Personen meldeten sich im März bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab. Von ihnen beendeten 1.707 Menschen ihre Arbeitslosigkeit wegen der Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 105 Personen mehr als im Vormonat.

Bild zeigt Stephanie Krömer, Geschäftsführerin Jobcenter Dortmund
Stephanie Krömer, Geschäftsführerin Jobcenter Dortmund H. Sommer für Nordstadtblogger

Stephanie Krömer, Geschäftsführerin des Jobcenters Dortmund, sagt: „Die Zahl der Menschen, die auf das Bürgergeld angewiesen sind, sank im März im Vergleich zum Vormonat um 257 Personen. Damit beziehen rund 1.900 Menschen weniger Leistungen des Jobcenters Dortmund, als es im März 2025 der Fall war. Auch die Zahl der arbeitslosen Menschen ging zurück. Das ist ein wichtiges Signal. Es zeigt, dass Unterstützung wirkt – auch wenn die Herausforderungen für viele Haushalte und für den Arbeitsmarkt insgesamt hoch bleiben. Der Arbeitsmarkt ist für viele Menschen weiterhin schwer zugänglich. Entscheidend ist jetzt, Menschen nicht nur kurzfristig in Arbeit zu bringen, sondern sie durch passgenaue Qualifizierung, individuelle Begleitung und gezielte Unterstützung nachhaltig im Arbeitsmarkt zu stabilisieren.“

Rechtskreisübergreifend ist die Jugendarbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 10,2 Prozent gesunken. Im März waren damit 3.582 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das sind 48 Personen weniger als im Vormonat.

Arbeitskräftenachfrage und Unterbeschäftigung

Im März ist die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften im Vergleich zum Vormonat weiter leicht gestiegen. Der Agentur für Arbeit wurden im aktuellen Berichtsmonat 935 neue Stellen gemeldet. Das sind 66 Stellen mehr als im Februar. Der aktuelle Stellenbestand hat sich mit 4.243 offenen Stellen im Vergleich zum Vormonat leicht erhöht (+213).

H. Sommer für Nordstadtblogger

Auch im Jahresvergleich liegt er mit einem Plus von 154 Stellen höher als im März des Vorjahres. Die meisten der Agentur für Arbeit gemeldeten offenen Stellen entfallen auf die Berufsgruppen Verkauf, Lagerwirtschaft, Erziehung und Sozialarbeit sowie Gesundheits- und Krankenpflege.

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmende an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik sind oder sich in einem arbeitsbedingten Sonderstatus befinden. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil es sich dabei um Menschen handelt, denen ein reguläres Beschäftigungs-verhältnis fehlt. Insgesamt werden in diesem Monat 49.686 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Das sind im Vergleich zum Vormonat 32 Personen weniger.

Halbzeit auf dem Ausbildungsmarkt 2025/2026

Das aktuelle Vermittlungsjahr ist im Oktober 2025 gestartet. Nun beginnt die heiße Phase am Ausbildungsmarkt, und Unternehmen werden in den kommenden Wochen noch viele Ausbildungsplätze melden.

Innenansicht aus dem Jobcenter
Lebenslanges Lernen kann Perspektiven schaffen – auch im Beruf sind Qualifizierungen möglich. Foto: Alexander Völkel für die nordstadtblogger.de

Schon jetzt haben junge Menschen auf der Suche nach einen Ausbildungsplatz gute Chancen: Auch in diesem Vermittlungsjahr gab es zur Halbjahresbilanz Ende März mehr Stellen als Bewerberinnen und Bewerber. Insgesamt meldeten sich seit Oktober 2.415 Jugendliche bei der Berufsberatung im Jugendberufshaus Dortmund, um sich bei der Suche nach der passenden Ausbildungsstelle unterstützen zu lassen.

Das sind 170 Personen oder 6,6 Prozent weniger als im selben Zeitraum vor 12 Monaten. Gleichzeitig wurden von Arbeitgebenden 2.896 betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet. Das entspricht einem Minus von 322 gemeldeten Stellen bzw. 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Chancen und Unterstützung für Jugendliche

Heike Bettermann kommentiert die Lage auf dem Dortmunder Ausbildungsmarkt: „Der Ausbildungsmarkt gerät aufgrund immer neuer geopolitischer Krisen und nicht zuletzt daraus resultierende erschwerende konjunkturelle Rahmenbedingungen seit Jahren zunehmend unter Druck. Die anhaltende fehlende Planungssicherheit und steigende Kosten sind zentrale Gründe dafür, dass die Zahl der uns gemeldeten Ausbildungsstellen im Vergleich zum Vorjahr aktuell zurück geht.“

Bild zeigt Heike Bettermann, Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund
Heike Bettermann, Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund H. Sommer für Nordstadtblogger

„Dennoch bleibt die berufliche Ausbildung auch und gerade mit Blick auf benötigte künftige Fachkräfte ein wichtiges Thema für die Unternehmen. Zwar kann die duale Berufsausbildung dank der gemeinsamen Bestrebungen aller Ausbildungsmarktpartnerinnen und -partner im Imagevergleich zum Studium zulegen. Gleichzeitig werden sich in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen aber wegen der Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium (G9) weniger Schulabgängerinnen und -abgänger auf einen Ausbildungsplatz bewerben als in den Vorjahren. Unternehmen, die in künftige Fachkräfte investieren wollen, stehen daher in starkem Wettbewerb. Ihnen bieten wir als Agentur für Arbeit bei der Suche nach passgenauen Bewerbungen ebenso wie bei laufenden Ausbildungsverhältnissen Beratung und Unterstützung an.„

„Alle Jugendlichen, die sich noch nicht für eine Ausbildungsstelle entschieden haben, lade ich ebenfalls ein, mit uns, also mit ihrer Berufsberatung Kontakt aufzunehmen. In den kommenden Monaten gibt es noch viele gute Chancen, und wir helfen Ratsuchenden gern dabei, diese zu finden und zu nutzen.“

Ausbildungsmarkt in Zahlen

Von den 2.415 Bewerberinnen und Bewerbern, die sich im ersten Halbjahr bei der Berufsberatung im Jugendberufshaus Dortmund gemeldet haben, sind aktuell noch 1.416 unversorgt, das heißt, sie sind noch an einer Ausbildung interessiert. Weiterhin auf der Suche nach einer Ausbildung, jedoch bereits mit einer konkreten Alternative, wenn es mit der Ausbildung nicht klappt, waren im März 391 Jugendliche.

Die Dortmunder Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber meldeten im aktuellen Berichtsjahr bis März 2.958 Berufsausbildungsstellen, darunter 2.896 betriebliche. Wegen veränderter Prozesse könnten diese Zahlen allerdings real höher liegen. Am Stellenüberhang gegenüber den Bewerbungen ändert sich jedoch nichts.

Der beliebteste Ausbildungsberuf bei den jungen Menschen ist weiterhin die Ausbildung zur Kauffrau bzw. zum Kaufmann für Büromanagement. 175 Bewerberinnen und Bewerber gaben diesen Beruf als ihre erste Wahl an. Auf Platz 1 bei den am häufigsten angebotenen Stellen ist die Ausbildung zur Verkäuferin bzw. zum Verkäufer.

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