Azad-Gebäude auf dem Hansaplatz soll neue Mieter:innen kriegen und Innenstadt beleben

Machbarkeitsstudie soll Optionen für das Gebäude erarbeiten

Azad-Haus am Hansaplatz
Das Azad-Haus am Hansaplatz ist ein charakteristisches Gebäude mit langer Geschichte. Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Es ist vermutlich der längste und prominenteste Räumungsverkauf Dortmunds: Am Azad-Haus am Hansaplatz mit dem Teppich-Laden sind schon lange rote Schilder angebracht, die darauf hinweisen, dass alles raus muss. Jetzt unterstützt die Stadt Dortmund dem Eigentümer bei der Entwicklung von Perspektiven für das Gebäude.

Neue:r Mieter:in am Hansaplatz gesucht

Das Azad-Gebäude auf dem Hansaplatz ist von Außen beeindruckend. Vor allem der prominente Eingang aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts ist ein Blickfänger. Die anderen Teile sollen nach dem Zweiten Weltkrieg und in den 80er-Jahren dazugekommen sein. ___STEADY_PAYWALL___

Innenansicht Teppich-Laden

Im Innern geht der Teppich-Ausverkauf weiter. Die Eigentümerfamilie möchte einen Leerstand der ortsbildprägenden Immobilie unbedingt vermeiden. Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Eingetreten ins Azad-Gebäude ist es schwer, keine unbändige Lust zu bekommen, Teppiche zu kaufen. Vor allem wenn an jedem Teppich ein Rabat-Schild hängt. Doch diese sollen bald raus und einem neuen Mieter weichen.

Seit gut anderthalb Jahren seien die Azad-Eigentümer auf der Suche nach einem:einer neuen Eigentümer:in, so Werner Müller, General Manager der Azad-Firmengruppe. Zwar gab und gibt es Interessent:innen, diese seien aber von hohen Investitionskosten abgeschreckt. Zuletzt standen Kosten in Höhe von 3,5 Millionen Euro im Raum.

Außerdem sei die Ladenfläche mit gut 2400 Quadratmetern und zusätzlichen 600 Quadratmetern Lagerfläche zu groß für eine:n Mieter:in, weshalb auch eine Aufteilung der Ladenfläche zur Debatte stand und steht, die wieder Kosten nach sich ziehen würde.

Machbarkeitsstudie soll sich auf realistische Optionen fokussieren

„Das Gebäude ist wichtig für die Stadt Dortmund, vor allem dass es belebt ist“, erklärt der stellvertretende Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Friedrich-Wilhelm Corzillus.

Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Friedrich-Wilhelm Corzilius (stellv. Geschäftsführer WifÖ Dortmund), Werner Müller (General-Manager der Azad-Firmengruppe), Ali Dashti (Leitung des Einrichtungshauses Azad) und Timann Insinger (Citymanager) Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Einen Leerstand wolle die Stadt unbedingt verhindern, weshalb das Gebäude dauerhaft attraktiv für die Dortmunder:innen bleiben soll.

Deshalb habe sich die Stadt beim Land um Fördergelder beworben, mit denen eine Machbarkeitsstudie für das Gebäude in Auftrag gegeben werden soll. Dieser Förderantrag wurd bewilligt.

Die Machbarkeitsstudie hat zum Ziel, fünf Möglichkeiten für die Gebäude-Nutzung näher zu betrachten und sich in der zweiten Phase der Studie auf zwei Optionen zu fokussieren.

Brandschutz, Barrierefreiheit und Denkmalschutz für die Architekt:innen relevant

Die Studie soll von dem Kölner Architekten-Büro „raumwerk.architekten“ und dem Dortmunder Institut für Raumforschung und Immobilienforschung durchgeführt werden.

Verantwortlichen der Machbarkeitsstudie
Die Stadt hilft bei der bei der Entwicklung von Perspektiven. Hinten rechts die Architekt:innen Ranghild Klußmann und Michael Heinze. Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Bei der Untersuchung, wie das Gebäude mit seiner großen Ladefläche genutzt werden kann, spielt der Brandschutz und die Barrierefreiheit eine große Rolle, so die Ranghild Klußmann von den „raumwerk.architekten“.

„Den Denkmalschutz sehen wir weniger kritisch“, doch werde in der Planung der historische Wert des Gebäudes für die Dortmunder:innen immer mitgedacht.

Attraktivität der Innenstadt steigern, aber wirtschaftlich

Doch was kann denn auf den Teppich-Laden folgen? Eine Markthalle wurde immer wieder ins Spiel gebracht. „Wir sind da ganz offen. Es muss nur realisierbar sein und sich mit dem Markt vor der Tür gegenseitig befruchten“, sagt Corzillus.

Eingang Azad-Haus
Der Eingang des Azad-Gebäudes Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Eine Bergmann-Stehhalle ist im Gespräch. „Hier sind wir bei der Frage, wie teilen wir es auf“, erklärt Werner Müller. Die Eigentümer stellen sich Lösungen nicht in den Weg, doch am Ende muss der:die Mieter:in auch zum Laden und vor allem der großen Ladenfläche passen.

Es muss aber nicht immer um Handel gehen, so Citymanager Tilmann Insinger. „Es können unter Umständen auch mehrere kleinere Einheiten werden“, von Einzelhandel bis Gastronomie. Der Stadt und dem Eigentümer liegt dabei aber an der Wirtschaftlichkeit.

Es wird sich voraussichtlich am Hansaplatz viel tun, sobald die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie vorliegen. Die Ergebnisse der Studie werden für Mitte 2026 erwartet.


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