Wenn die Seele Hilfe sucht: Wie das Gesundheitsamt Betroffene erreichen will

Schulprojekt und neues Online-Adressbuch zu psychischer Gesundheit

Außenansicht des Gebäudes
Foto: Alex Völkel für Nordstadtblogger.de Das Dortmunder Gesundheitsamt

Das Gesundheitsamt Dortmund stellt zum Welttag der psychischen Gesundheit am Samstag, 10. Oktober, zwei Angebote in den Mittelpunkt: das Schulprojekt „Verrückt? Na und!“ und das neue digitale „Psychosoziale Adressbuch“. Das Adressbuch richtet sich an Fachkräfte und Betroffene und soll einen schnellen Zugang zu Hilfsangeboten in der Region bieten.

Steigende Zahlen: Das Gesundheitsamt nimmt vor allem junge Menschen in den Blick

Nach Angaben des Gesundheitsamts ist die Zahl diagnostizierter seelischer Erkrankungen und der damit verbundenen Fehltage im Beruf in den vergangenen Jahren weltweit stark gestiegen. Besonders häufig seien Depressionen, Sucht- und Angsterkrankungen. Mit einem eigenen Programm richtet die Behörde ihren Blick gezielt auf junge Menschen.

„Bereits vor der Pandemie waren rund 20 Prozent der Jugendlichen im Pubertätsalter von psychischen Störungen betroffen. Corona hat die Situation verschärft“, sagt Christoph Neumann, Leiter der Koordinationsstelle des Gesundheitsamts. Man setze deshalb auf bewährte Maßnahmen wie „Verrückt? Na und!“, das von Dortmunder Schulen stark nachgefragt werde.

Fünf Stunden, zwei Perspektiven: So läuft „Verrückt? Na und!“ an den Schulen ab

Das Präventionsprogramm des Vereins Irrsinnig Menschlich e. V. richtet sich an junge Menschen zwischen 14 und 25 Jahren. In fünfstündigen Projekttagen vermitteln Tandems aus fachlichen und persönlichen Expertinnen Schülerinnen und Lehrkräften Strategien zur Bewältigung von Krisen. Die persönlichen Expert*innen sind Menschen, die selbst eine psychische Krise gemeistert haben. Das Projekt will seelische Krisen normalisieren, Stigmatisierung abbauen und Betroffene ermutigen, frühzeitig Hilfe zu suchen.

Das Programm wird am 10. Oktober außerdem in einer neuen Folge des Podcasts „gesund&bunter“ des Gesundheitsamts vorgestellt. Weitere Informationen gibt es unter irrsinnig-menschlich.de und dortmund.de.

Nach 30 Jahren: Das Psychosoziale Adressbuch geht online

Das Psychosoziale Adressbuch hilft nach Angaben des Gesundheitsamts seit mehr als 30 Jahren Fachkräften und Betroffenen dabei, regionale Hilfsangebote zu finden. Zum Aktionstag startet das Verzeichnis nun als mobiles Online-Portal.

„Das neue Portal macht das Adressbuch mobil erreichbar und hält die Daten stets aktuell. Es bleibt damit ein modernes, flexibles Werkzeug für Fachkräfte und alle Bürgerinnen und Bürger“, sagt Holger Keßling, Leiter des Gesundheitsamts.

Das Portal ist hier aufrufbar : https://www.dortmund.de/themen/gesundheit-und-pflege/psychiatrie-und-sucht/psychosoziales-adressbuch/

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