Die Anzahl der sexuell übertragbarer Krankheiten ist in Dortmund deutlich gestiegen

Infektionen verursachen oft keine Beschwerden und bleiben unbehandelt

Ein heterosexuelles Paar küsst sich
Die Zahl sexuell übertragbarer Krankheiten (STI) ist in Dortmund mit 1310 Fällen gestiegen. Foto: AOK/Colourbox/hfr.

Die Zahl der sexuell übertragbaren Infektionen (STI) in Dortmund ist im Jahr 2025 gestiegen. Insgesamt wurden 1.310 Fälle verzeichnet, das sind 8,1 Prozent mehr als im Vorjahr mit 1.212 Fällen. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der AOK NordWest hervor.

STI: Häufigkeiten, Anzeichen und Folgeschäden

Viele sexuell übertragbare Infektionen sind bei frühzeitiger Diagnose gut behandelbar: Einige bakterielle STI sind heilbar, während virale Infektionen wie HIV zwar nicht heilbar, aber gut behandelbar sind. Voraussetzung dafür ist, dass bei Verdacht auf eine STI ärztlicher Rat gesucht wird. Problematisch ist dabei, dass sexuell übertragbare Infektionen häufig keine Beschwerden verursachen und deshalb unbehandelt bleiben.

Am häufigsten wurden 2025 anogenitale (venerische) Warzen und akute Virushepatitis B diagnostiziert, gefolgt von Herpes Simplex, HIV und Chlamydien. Zu den häufigsten Anzeichen von STI gehören Ausfluss aus der Harnröhre oder Scheide, genitale Geschwüre, Schwellungen der Leistengegend oder der Hoden, Juckreiz, Schmerzen beim Sex und Wasserlassen sowie Unterbauchschmerzen.

Sexuell übertragbare Krankheiten können zum Teil zu schweren Folgeschäden führen: Eine unbehandelte Chlamydien-Infektion kann insbesondere bei Frauen zu einer Beckenentzündung und dadurch zu Fruchtbarkeitsstörungen führen. Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV) oder auch mit Hepatitis B können Krebserkrankungen zur Folge haben, eine unbehandelte HIV-Infektion kann zu AIDS führen.

Prävention verhindert Infektion – HP-Viren sind auch Männersache

Zur Prävention der Ausbreitung ist es wichtig, frühzeitig und gezielt über Infektionen und Übertragungswege zu informieren. Liegt eine sexuell übertragbare Infektion vor, sollten möglichst auch die jeweiligen Sexualpartner auf eine Infektion untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Ungeschützter Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern erhöht das Infektionsrisiko.

Ein Mann hält ein Kondom hoch.
Zur Prävention der Ausbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten ist es wichtig, frühzeitig und gezielt über Infektionen und Übertragungswege zu informieren und sich zu schützen. Foto: AOK/Colourbox/hfr.

Ursache für die am häufigsten diagnostizierte STI, die anogenitalen Warzen (Feigwarzen), sind bestimmte humane Papillomviren, die Niedrigrisikotypen HPV6 und HPV11. Andere HP-Viren, die Hochrisikotypen, können zu Zellveränderungen führen und langfristig verschiedene Krebsarten verursachen, etwa Gebärmutterhals-, Anal-, Penis-, Vulva-, Vaginal- und bestimmte Kopf-Hals-Tumoren.

Das Thema ist dabei keine reine Frauensache: Auch viele Männer und Jungen sind mit HPV infiziert. Sie können das Virus nicht nur übertragen, sondern auch selbst an einem HPV-bedingten Tumor erkranken. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung deshalb standardmäßig für alle Kinder und Jugendlichen im Alter von neun bis 14 Jahren.

Früherkennung und Impfung nutzen

Die Impfung sollte idealerweise vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen. In der Regel werden Jungen wie Mädchen zweimal im Abstand von fünf bis dreizehn Monaten geimpft.

Besteht über das Alter von 14 Jahren hinaus noch Bedarf an Nachholimpfungen, übernehmen die Krankenkassen die vollen Kosten der HPV-Impfung über die Krankenversichertenkarte bei Jugendlichen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr.

Bei Frauen und Männern ab 18 Jahren erstattet die AOK NordWest im Rahmen des 500-Euro-Gesundheitsbudgets 80 Prozent der Kosten der HPV-Impfung.

Unterstütze uns auf Steady

Reaktion schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert