Weniger Fläche, mehr Nutzung: Sparkasse Dortmund plant Neubau ihrer Zentrale in der City

Großprojekt will hoch hinaus und soll die Dortmunder-City neu beleben

Bild zeigt Sparkasse Dortmund
Die Sparkassenzentrale soll neu gebaut werden. Helmut Sommer | Nordstadtblogger

Die Sparkasse Dortmund will ihre Zentrale in der Dortmunder Innenstadt bis 2031 neu bauen. Dabei geht es nicht nur um moderne Arbeitsplätze, sondern um ein deutlich verändertes Nutzungskonzept mit Hotel, Gastronomie und Büros. Die Fläche für die Bank wird stark verkleinert. Die Stadt begrüßt das Bauvorhaben und sichert Unterstützung zu. An Übergangslösungen während der Bauphase wird gearbeitet.

Neubau statt Sanierung: Aktuelle Anforderungen werden nicht mehr erfüllt

Vorstandsvorsitzender Dirk Schaufelberger erklärt die Rahmenbedingungen des Projekts. Stephan Schütze

Die Sparkassenzentrale nahe des Hauptbahnhofs stammt in großen Teilen aus den 1960er Jahren und stößt mittlerweile an ihre Grenzen. „Das Hochhaus und die glasüberdachte Kundenhalle erfüllen nicht mehr die Anforderungen an moderne Arbeitsplätze, Nachhaltigkeit, technische Infrastruktur und Kundenorientierung“, erklärt Dirk Schaufelberger, Vorstandvorsitzender der Dortmunder Sparkasse.

Nach Angaben der Sparkasse weist das Gebäude inzwischen nicht nur energetische, sondern auch strukturelle und statische Defizite auf. Eine Sanierung würde daher einem Komplettumbau gleichkommen und könnte nicht alle Mängel beheben.

Entsprechende Gutachten kommen daher zu einem klaren Ergebnis: Ein Neubau sei langfristig die wirtschaftlichere und nachhaltigere Lösung.

„Es wäre mehr als fahrlässig, wenn wir es nicht tun würden“, verdeutlicht Schaufelberger. Der Neubau sei notwendig, um den Standort zukunftssicher aufzustellen und zugleich das Ziel der Klimaneutralität bis 2035 zu erreichen.

Sparkasse will weniger Fläche verbrauchen – Raum für neue Nutzungskonzepte

Sparkasse Dortmund
Die Fläche der Sparkassenzentrale soll künftig vielfältiger genutzt werden. Helmut Sommer | Nordstadtblogger

Ein zentraler Punkt des Projekts: Die Sparkasse wird künftig deutlich weniger Fläche für sich selbst benötigen. Anstelle der aktuell rund 26.000 Quadratmetern sollen nun etwa 17.000 Quadratmeter ausreichen.

Grund dafür sind eine veränderte Arbeitswelt sowie effizienterre Nutzungskonzepte. „Desksharing“ und flexibel-gestaltete Arbeitsbereiche sollen den Flächenbedarf reduzieren. Gleichzeitig eröffnet diese Verkleinerung neue Möglichkeiten: Die frei werdenden Flächen sollen künftig wirtschaftlich von anderen Unternehmen genutzt werden.

Geplant ist ein Nutzungsmix aus Büros, Gastronomie, Einzelhandel und einem Hotel. „Dieser Mix wird das ganze Quartier beleben“, betont Projektleiter Ulrich Bartscher. Die Sparkasse positioniert sich damit zunehmend als Entwicklerin eines gemischt genutzten Innenstadtstandorts.

Kalouti: „Genau das Richtige Projekt zur richtigen Zeit“

Für Oberbürgermeister Alexander Kalouti (CDU) ist das Projekt richtungsweisend (v.l. Alexander Kalouti, Dirk Schaufelberger). Stephan Schütze

Für Dortmunds Oberbürgermeister Alexander Kalouti (CDU) ist das Projekt ein Glücksfall. „Wenn ich mir das so anschaue, dann werden Sie bald einen sehr glücklichen Oberbürgermeister sehen“, erklärte er bei der Vorstellung der Pläne.

Besonders wichtig für die Stadt und ihren Haushalt: Die Kosten werden vollständig durch die Sparkasse getragen. Die Stadt wolle das Projekt daher eng begleiten und unterstützen, auch um Planungsprozesse zu beschleunigen. Ziel sei es, „den Bauturbo zu zünden“ bekräftigte Kalouti.

Mit Blick auf die Entwicklung der Innenstadt sieht Kalouti großes Potenzial: „Es ist genau das richtige Projekt zur richtigen Zeit.“ Die Neugestaltung der City und die Belebung zentraler Räume seien die zentrale Aufgabe der kommenden Jahre.

Ausschreibungsphase startet – Neubau soll 2031 abgeschlossen sein

Die Projektphase hat offiziell begonnen. Elf Architekturbüros nehmen an der international angesetzten Ausschreibungsphase teil. Mit dabei auch renommierten Namen wie das Architekturbüro „gmp“ oder „Barkow Leibinger“. Erste Abstimmungen laufen bereits, eine Zwischenpräsentation ist für Ende Juni geplant. Im November sollen die Entwürfe öffentlich vorgestellt und ein Sieger gekürt werden.

Ulrich Bartscher stellt den geplanten Projektverlauf vor (v.l. Sophie Hartmann, Ulrich Bartscher). Stephan Schütze

Anschließend folgt die detaillierte Planung und Genehmigungsphase, die bis Ende 2027 abgeschlossen sein soll. Der Baustart ist für 2028 angesetzt, die Fertigstellung soll bis 2031 erfolgen. Bei einer Bruttogeschossfläche von rund 60.000 Quadratmetern ist das ein ambitionierter Zeitplan.

Viele zentrale Punkte sind jedoch noch offen. Weder zur konkreten Höhe des künftigen Gebäudes noch zu den endgültigen Kosten gibt es derzeit belastbare Angaben. Bei der Höhe steht nur im Raum, dass der RWE-Tower als Vorbild dienen könnte. Auch bei der geplanten Nutzung stehen Details noch aus.

Übergangslösung geplant – Zentraler Standort soll für Kund:innen erhalten bleiben

Während der Bauphase wird die Verwaltung der Sparkasse aus der Innenstadt ausziehen. Geplant ist ein Übergangsquartier im ehemaligen RWE-Gebäude am Westfalenpark.

Für Kund:inen soll es jedoch weiterhin ein Angebot in der Innenstadt geben. Eine Übergangslösung für die Filiale Dortmund-Mitte wird derzeit geprüft. Konkrete Standorte oder Vereinbarungen konnte die Sparkasse bislang allerdings nicht nennen.

„Unsere Dienstleistungen mit besonders hoher Kundenfrequenz sollen zentral erreichbar bleiben“, kündigte Schaufelberger an. Details sollen folgen, sobald entsprechende Verträge abgeschlossen sind.


Anm.d.Red.: Haben Sie bis zum Ende gelesen? Nur zur Info: Die Nordstadtblogger arbeiten ehrenamtlich. Wir machen das gern, aber wir freuen uns auch über Unterstützung!

Unterstütze uns auf Steady

 

Reaktion schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert