
Die Oper Dortmund wird mit dem „Preis der Deutschen Theaterverlage“ 2026 ausgezeichnet. Die Jury würdigt damit das kontinuierliche und zukunftsweisende Engagement des Hauses für Gegenwartskomposition im Musiktheater. Die Preisverleihung findet am 16. Mai 2026 im Rahmen der Gala „60 Jahre Opernhaus Dortmund“ statt und ist eingebettet in das Festival „Wagner-Kosmos“.
Profil für zeitgenössisches Musiktheater geschärft
Unter der Intendanz von Heribert Germeshausen hat sich die Oper Dortmund zu einem der profiliertesten Häuser für zeitgenössisches Musiktheater im deutschsprachigen Raum entwickelt. Das Repertoire umfasst zahlreiche aktuelle Werke, ergänzt durch Auftragsvergaben und Wiederaufnahmen neuer Opern.
Damit fördert das Haus gezielt lebende Komponist:innen und Autor:innen und eröffnet Raum für neue Erzählweisen. Aktuell steht die Uraufführung der Oper WIR (WE) der Komponistin Sarah Nemtsov im Mai bevor.
Bemerkenswert ist ebenfalls das Engagement der Jungen Oper Dortmund (Künstlerische Leitung: Heribert Germeshausen und Dr. Daniel C. Schindler), für die eigens die Position „Composer in Residence“ geschaffen wurde, zur Zeit von Marc L. Vogler bekleidet.
Innovative Formate und kuratorische Handschrift gewürdigt
Über die Bühne hinaus setzt die Oper Dortmund auf partizipative Formate. Projekte wie „We DO Opera!“ und das Festival „Beyond Opera“ wirken in die Stadtgesellschaft hinein und erweitern den klassischen Aufführungsrahmen.

Der Preis würdigt ausdrücklich auch die kuratorische Qualität der Dramaturgie (Dr. Daniel C. Schindler, Nikita Dubov, Dany Handschuh) und die Kreativität der Vermittlungsarbeit (Kristina Senne, Christina Schmidt). Die Oper Dortmund verankert das Musiktheater der Gegenwart fest im Spielplan und setzt zugleich gezielt darauf, neues Publikum für zeitgenössische künstlerische Positionen zu gewinnen.
Heribert Germeshausen, Intendant der Oper Dortmund, beschreibt den Anspruch des Hauses so: „Musiktheater muss seine gesellschaftliche Relevanz immer wieder neu behaupten und seine künstlerische Exzellenz bewahren. Die Oper Dortmund versteht sich als Vorreiterin einer Opernpraxis, die aus gründlicher Kenntnis der Historie gegenwartsbezogen handelt und innovative Vermittlungsformate entwickelt – als Ort der Würdigung kulturellen Erbes ebenso wie als aktiver Diskursraum“.
Preisvergabe und frühere Auszeichnungen
Vergeben wird der undotierte „Preis der Deutschen Theaterverlage“ seit 2006 von der Stiftung Verband Deutscher Bühnen- und Medienverlage im Wechsel an Opern- oder Schauspielhäuser. In diesem Jahr gehören der Jury die Komponistin Iris ter Schiphorst, der Komponist Ketan Bhatti, der Theaterautor Ulrich Hub sowie von Seiten der Theaterverlage Dorothea Lautenschläger (rua. Kooperative für Text und Regie), Annette Reschke (Verlag der Autoren, Stiftungsvorsitz) und als Juryvorsitzender Joscha Schaback (Schott Music) an.

Die Oper Dortmund wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem OPER! Award 2023 als „Bestes Opernhaus“ sowie mit dem Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ (2024) für die beste Musiktheaterregie (Ingo Kerkhofs Inszenierung der szenischen Deutschen Erstaufführung von György Kurtágs „Fin de Partie“).
Bereits 2014 war unter der künstlerischen Leitung von Heribert Germeshausen als Operndirektor die Opernsparte des Theaters Heidelberg mit dem „Preis der Deutschen Theaterverlage“ ausgezeichnet worden.

