Neue Haingräber auf dem Hauptfriedhof verbinden Waldatmosphäre mit zentraler Lage

Das Angebot an Bestattungsarten in Dortmund wächst weiter:

Blick auf die Grabfläche
Naturnah gelegen und trotzdem gut zu erreichen: Das neue Haingräberfeld auf dem Hauptfriedhof. Foto: Stadt Dortmund / Leopold Achilles

Die Nachfrage nach nach Alternativen zur klassischen Erdbestattung steigt seit Jahren. Auf dem Dortmunder Hauptfriedhof ist nun ein neues Haingräber-Feld entstanden. Es verbindet eine naturnahe Gestaltung mit guter Erreichbarkeit und bestehender Infrastruktur. Insgesamt stehen dort 125 Grabstätten für Urnen zur Verfügung. Das Angebot richtet sich an Menschen, die sich einen ruhigen, aber zentral gelegenen Ort der Trauer wünschen.

Wachsende Vielfalt der Bestattungsformen

Wie unterschiedlich Menschen zu ihren Lebzeiten sind, so individuell sind auch ihre Vorstellungen von einer Bestattung. Neben den Wünschen der Verstorbenen spielen auch die Bedürfnisse der Hinterbliebenen eine wichtige Rolle. Sie suchen Orte, die gut erreichbar sind und Raum für Trauer bieten. Während früher die klassische Erdbestattung dominierte, gibt es heute eine große Auswahl an verschiedenen Grabarten.

Beteiligte auf dem Haingrabfeld
Ursula Hettwer, Jessica Welk-Meißner, Sandra Schmidt, Kevin Otto und Gernot Willeke (v.l.). Foto: Stadt Dortmund / Leopold Achilles

Auch in Dortmund wächst das Angebot an Bestattungsformen auf den 32 städtischen Friedhöfen kontinuierlich. Auf dem Hauptfriedhof in Brackel gibt es jetzt ein neues Haingrabfeld. Es verbindet die Atmosphäre eines Waldes mit einer zentralen Lage und einer guten Friedhofsinfrastruktur.

„Der Hauptfriedhof, Dortmunds größte Grünanlage, eignet sich perfekt für Haingräber. Hier gibt es viele alte Bäume und viel Platz. Wer einen friedlichen Ort der Ruhe sucht, wird ihn hier finden – und muss dafür keine aufwendige Anfahrt in Kauf nehmen“, sagt Gernot Willeke, Geschäftsleiter der Friedhöfe Dortmund. Das neue Haingräber-Feld ist bereits das vierte Angebot dieser Art auf städtischen Friedhöfen. Es ist mit 125 Grabstätten für jeweils bis zu zwei Urnen besonders großzügig.

Beisetzung im Schatten alter Bäume

Das naturnah angelegte Grabfeld liegt im südlichen Bereich des Hauptfriedhofs und ist an ein verzweigtes Wegenetz angebunden. Die Urnen werden in der Nähe alter Bäume beigesetzt, wodurch eine ruhige und naturnahe Atmosphäre entsteht.

Blick auf die Grabfläche
Es gab bereits die ersten Beisetzungen auf dem neuen Haingrabfeld auf dem Hauptfriedhof. Foto: Stadt Dortmund / Leopold Achilles

Angehörige dürfen eine Grabplatte von bis zu 30 mal 40 Zentimetern Größe in den Boden einlassen. Grabschmuck ist jedoch ausdrücklich nicht gestattet, um den natürlichen Charakter der Anlage nicht zu stören.

Die Planung und Gestaltung des neuen Bereichs übernahm das gärtnerische Team um die Friedhofsmeisterin Ursula Hettwer. Dabei wurde auch auf Aufenthaltsmöglichkeiten für Trauernde geachtet. Ursula Hettwer erklärt: „Uns war wichtig, dass wir den Trauernden auch eine Sitzmöglichkeit zur Verfügung stellen. So können sie sich ausruhen, Zeit vor Ort verbringen und ungestört ihren Gedanken nachgehen“. Die Sitzbank wurde aus einem alten Baumstamm gebaut. Die Nutzungsdauer für die neuen Haingräber beträgt 25 Jahre. Sie sind leicht zu pflegen. Die Kosten pro Stelle liegen bei 2.250 Euro.

Der Hauptfriedhof – Vielfalt auf 115 Hektar

Der Hauptfriedhof ist mit rund 115 Hektar nicht nur der größte Friedhof in Nordrhein-Westfalen, sondern auch eine wichtige Grünanlage in Dortmund.

Blick auf die Grabfläche
Für die Angehörigen soll die neue Fläche einen Rückzugsraum und Ort der Stille bieten. Foto: Stadt Dortmund / Leopold Achilles

Der Bestand an alten und teils seltenen Bäumen zieht botanisch interessierte Besucher:innen aus ganz Deutschland an. Außerdem ist der Hauptfriedhof Lebensraum für viele verschiedene Tiere und beliebt bei Menschen, die die ruhige Atmosphäre bei einem Spaziergang genießen wollen.

Neben Erdbestattungen können Angehörige aus verschiedenen anderen Angeboten auf dem Hauptfriedhof wählen, darunter zum Beispiel Obstbaumgräber, das neu angelegte Urnengrabfeld oder auch das historische Kolumbarium. Auch für Menschen jüdischen oder muslimischen Glaubens gibt es individuelle Bereiche.

Unterstütze uns auf Steady

Reaktion schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert