Kleine POP-Konferenz im domicil: Neues Format „aus der Musikszene – für die Musikszene“

Workshops und Netzwerken für Musiker:innen, Bands und Musikschaffende

11.01.2026 Dortmund Kleine POP-Konferenz im domicil. Foto: Anja Cord für nordstadtblogger.de

Mit der „Kleine POP-Konferenz“ hat die Freie Musikszene Dortmund in Kooperation mit der bekannten Live-Spielstätte domicil ein neues Format aus der Taufe gehoben. So gab es „aus der Musikszene, für die Musikszene“  interessante Informationen und die Möglichkeit zum Austausch.

Sondergelder für Bildung und Interkommunalen Austausch ermöglichten die Konferenz

Didi Stahlschmidt vom Kulturbüro Dortmund eröffnet die Veranstaltung. Foto: Anja Cord für nordstadtblogger.de

Didi Stahlschmidt, Mitorganisator und Sprecher der Freien Musikszene Dortmund begrüßte zu Beginn die rund 50 Teilnehmer:innen, bestehend aus Musiker:innen, Bands und Musikschaffenden und erzählt von der Entstehung des Projektes.

„Das Kulturbüro hatte Sondergelder für den Bereich Bildung und Interkommunalen Austausch bereitgestellt, so entstand vor knapp einem Jahr die Idee zur Konferenz. Ein Wunsch des Kulturbüros war, dass auch noch Teilnehmer aus anderen Städten kommen.“

So nahm das Konzept nach und nach Gestalt an: Ein Doppelworkshop im ersten Teil der Veranstaltung und Podiumsdiskussion mit Gästen aus anderen Städten im zweiten. „Wir, die Freie Musikszene wollten Bedarfe ermitteln, um Schnittstellen zu ermöglichen. Ich wusste, die Freie Musikszene braucht Bildung zu den Themen „Wie kann ich mich vermarkten“ und GEMA.  Mit dem „domicil“ wurde ein professioneller Partner und Veranstaltungsort gefunden.“

Dr. Jan Hildenhagen referiert über Grundlagen des Musikbusiness

Und so fehlte es an diesem Sonntagmittag auch an nichts, Bestuhlung, ein Beamer, Kaffee, Tee und Softdrinks standen bereit, als Dr. Jan Hildenhagen von der Ruhr-Uni Bochum den Workshop startete. In rasantem Tempo erklärte er in seinem anspruchsvollen Vortrag die Grundlagen des Musikbusiness wie etwa Labelarbeit, Verlagsarbeit, Onlinevertrieb und Streaming.

Dozent Dr.Jan Hildenhagen, RUB Foto: Anja Cord für nordstadtblogger.de

Hildenhagen sagte dazu selbst zu Beginn lachend: „Es wird jetzt sehr intensiv, das was ich Euch hier in 50 Minuten präsentiere, mache ich sonst in nem halben Semester an der Uni“ . Desweiteren  sprach er über die zwei grundlegenden Rechte im Musikbusiness, Urherber- und Leistungsschutzrecht.

Am Beamer präsentierte er verschiedene Arten von Verträgen zwischen Künstlern oder Produzenten und Labeln, zeigte die Umsatzentwicklung der deutschen Musikindustrie 1984 bis 2024 und die der Streamingdienste in Deutschland auf (erster Streamingdienst war beispielsweise Deezer im November 2011).

Doppelworkshop über Do`s und Don`ts der Musikbranche zu Beginn der Konferenz

Die rund 50 Teilnehmer:innen hörten gebannt zu, erfuhren viel über die Do`s und Don`ts in der Musikbranche, gespickt mit Hinweisen und Tipps.

Dozent Marc Andre Höper. Foto: Anja Cord für nordstadtblogger.de

Den zweiten Teil des Workshops übernahm Marc-Andre Höpner, bei ihm ging es um die Urherberrechts- und Verwertungsgesellschaftsgesetze sowie GEMA-Mitgliederstrukturen. Höpner  selbst war 16 Jahre bei der GEMA beschäftigt, ist nun freiberuflich als Systemischer Coach und Jobcoach tätig.

Bespielt wurden an diesem Sonntag verschiedene Räumlichkeiten des ehemaligen Kinos in der Dortmunder Innenstadt für die POP-Konferenz.

Podiumsdiskussion und Raum für Fragen am Ende

Den zweiten Teil der Veranstaltung bildete eine Podiumsdiskussion zu den Themenbereichen „Live-Spielstätten und Förderung“  mit dem Schwerpunkt auf dem interkommunalen Austausch und die Gelegenheit mit Gästen aus anderen Städten ins Gespräch zu kommen.

Podiumsdiskussion v.li. Didi Stahlschmidt (Kulturbüro Do), Chris Brosky (Live Initiative NRW), Dorette Gonschorek (Musikbüro Bochun), Jona Seiler (Münsterbandnetz e.V.), Till Kiola (Refernt für Popmusik der Stadt Köln). Foto: Anja Cord für nordstadtblogger.de

Zu Gast waren waren an diesem Tag Dorette Gonschorek vom Musikbüro Bochum, Till Kniola als Referent für Popmusik der Stadt Köln, Jona Seiler vom Münsterbandnetz e. V. sowie Chris Brosky von der Live Initiative NRW. Hier wurde der  Blick auf andere Städte und ihre Musikstrukturen und Förderansätze gerichtet.

Chris Brosky  hob die Freie Musikszene als wichtigen Wirtschaftsfaktor  hervor und bezeichnete sie als „systemrelevant“. Dieser letzte Faktor wurde, so Brosky, in der Pandemie deutlich.

Dann wurden Fragen der Teilnehmer:innen beantwortet. Etwa, wie bekommt man in den jeweiligen Städten Live-Auftritte, wie kann die Freie Musikszene in der Stadt bekannter gemacht werden oder wie kann man Cross-Over-Formate unterstützen. Eine Frage war auch, wie man mit der Politik in Bezug auf Förderungen in Kontakt kommen kann.

Nach soviel Input gab`s auch was fürs Auge: Sechs hochwertige Vintage -Gitarren und Sonderanfertigungen, zwei dabei zwei Originalgitarren aus den Jahren 1963 und 1965 des „Gitarrenmuseums Rockaway Beat“ und einem Infostand des Musiksyndikat Ruhr rundeten die Veranstaltung ab. Didi Stahlschmidt zeigte sich zufrieden: „Das Konzept ist aufgegangen und wir haben Lust, das nochmal zu machen.“


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