Für eine bessere Zukunft: Dortmunder Kinder bewerben sich um Jobs im Jahr 2041

Aktion von TBfW e.V. macht strukturelle Bildungsungleichheit sichtbar

Kind schreibt Bewerbung
Im Rahmen einer Aktion des Vereins Tausche Bildung für Wohnen e.V. verschickten Kinder Bewerbungen für das Jahr 2041. Foto: TBfW

Von der Bewerbung aus der Zukunft zur echten Förderung: Der Verein Tausche Bildung für Wohnen e.V. (TBfW) hat mit einer ungewöhnlichen Aktion für Aufmerksamkeit gesorgt. Grundschulkinder aus strukturell benachteiligten Stadtteilen in NRW schickten symbolische Bewerbungen für Jobs im Jahr 2041. Mit dieser kreativen Idee wollten sie auf ungleiche Bildungs- und Zukunftschancen aufmerksam machen. Die Aktion hinterließ bei Unternehmen Eindruck: Einige reagierten sofort und boten konkrete Förderpartnerschaften an.

Bewerbung aus der Zukunft als pädagogisches Projekt

Ende 2025 verschickten Kinder, die von Tausche Bildung für Wohnen e.V. begleitet werden, über 250 Bewerbungen an Unternehmen in Nordrhein-Westfalen.

Lebenslauf und Bewerbung eines Kindes
Initiativbewerbung von Aylin als IT-Fachkraft für das Jahr 2041. Foto: TBfW

In ihren Mappen beschrieben sie ihre Lernfortschritte, Lieblingsfächer und Berufswünsche sowie die Unterstützung, die sie durch TBfW erhalten. Damit machten sie sichtbar, wie entscheidend Bildungsgerechtigkeit für spätere berufliche Perspektiven ist.

Die Aktion war Teil der kontinuierlichen pädagogischen Arbeit des Vereins. Sie gab den Kindern die Möglichkeit, ihre Stärken, Wünsche und Zukunftsvorstellungen selbstbewusst zu zeigen. Gleichzeitig lenkte sie die öffentliche Aufmerksamkeit auf ihre Lebensrealitäten und die Bedeutung frühzeitiger Bildungsförderung.

Christine Bleks, Gründerin von TBfW, erklärt: „Diese Bewerbungen waren kein Marketing-Gag, sondern ehrliche Zukunftsträume von Kindern, die jeden Tag dafür arbeiten, ihre Ziele zu erreichen.“ Sie ergänzt: „Diese Aktion zeigt exemplarisch, wie früh Bildungsentscheidungen und Förderzugänge über spätere Teilhabe entscheiden. Dass Unternehmen diese Botschaft ernst nehmen und konkret handeln, verdeutlicht, wie kraftvoll die Stimmen von Kindern sein können.“

Unternehmen reagieren mit Unterstützung

Auch beim Übertragungsnetzbetreiber Amprion aus Dortmund blieb die Aktion nicht ohne Wirkung. Thomas Wiede, Leiter Kommunikation bei Amprion, sagt: „Eine tolle Aktion! Sie fordert auf kreative Art zum Nachdenken auf und macht für uns als Unternehmen viel Sinn: Denn wenn wir in einen guten Zugang zu Bildung investieren, ist das auch eine Investition in unsere eigene Zukunft. Gleiche Bildungschancen sind eine gesellschaftliche Aufgabe, zu der wir unseren Teil beitragen möchten.“

Amprion unterstützt bisher den TBfW-Standort in Hamburg und erweitert nun seine Förderung auf die Tauschbar in Dortmund sowie den Start eines neuen Standorts in Köln. Pro Standort begleitet der Verein etwa 60 Kinder im Grundschulalter durch Lern- und Freizeitangebote, Nachhilfe und Beziehungsarbeit mit jungen Freiwilligen, die als Bildungspat:innen vor Ort tätig sind.

Die Bewerbungsaktion war Teil einer NRW-weiten Kampagne, die Bildungsungerechtigkeit sichtbar macht. Kinder selbst fordern Chancengleichheit ein – mit Zukunftsträumen, echten Lebensläufen und sichtbarer Entschlossenheit. Dass daraus nun konkrete Unterstützerpartnerschaften entstehen, gilt für viele der Kinder bereits als erster Schritt in Richtung Zukunft.

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