Dortmunder Arbeitsmarkt im Dezember 2025: Weniger Arbeitslose zum Jahresausklang

Quote sinkt auf 11,7 % - Insgesamt aber mehr Arbeitslose als im Vorjahr

DIE TABELLE ZEIGT DIE ZAHLEN VON 2012 BIS HEUTE
Die Zahl der offiziell als arbeitslos gezählten Menschen in Dortmund im Jahresvergleich – immer im Dezember. Grafik: Arbeitsagentur Dortmund

Im Dezember 2025 ist die Arbeitslosigkeit zum sechsten Mal in Folge gesunken. Insbesondere das Weihnachtsgeschäft kurbelte kurz vor Jahresschluss die Einstelldynamik an. In diesem Monat zählt die Agentur für Arbeit Dortmund einen Rückgang in der Arbeitslosigkeit von 135 Personen. Die positive Entwicklung ist saisontypisch, fällt aber leicht schwächer aus als im Durchschnitt der letzten Jahre. Insgesamt zählt die Agentur 773 Arbeitslose mehr als im Jahr zuvor um diese Zeit.

„Unsere Aufgabe bleibt es, Menschen gut aus- und fortzubilden und zu beraten“

„Das Jahresende gestaltete sich versöhnlich und wartet noch einmal mit einer guten Nachricht für den Dortmunder Arbeitsmarkt auf: Gemessen an den vielen Krisenherden in der Welt und der anhaltenden Wirtschaftsschwäche im Land, hat sich der lokale Arbeitsmarkt gut behauptet und trotzt weiterhin allen Widrigkeiten“, kommentiert Heike Bettermann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dortmund, die Situation auf dem Dortmunder Arbeitsmarkt.

Portrait der Chefin der Arbeitsagentur
Arbeitsagentur-Chefin Heike Bettermann Foto: Alex Völkel für Nordstadtblogger.de

„Die Arbeitslosigkeit ist im Dezember erneut rückläufig und erreicht ihren bislang niedrigsten Jahresstand. Unsere Aufgabe im neuen Jahr bleibt es, Menschen mit und ohne Arbeit gut aus- und fortzubilden und zu beraten. Dies ist umso wichtiger, da viele Unternehmen derzeit mit Neueinstellungen warten und zunehmend Arbeitskräfte freisetzen“, betont die Chefin der Arbeitsagentur.

„Diese Entwicklung bereitet uns durchaus Sorgen. Umso mehr müssen wir ihr entschlossen begegnen und mit unseren Ressourcen zu Qualifizierung und Weiterbildung die Unternehmen bei den bevorstehenden Herausforderungen bestmöglich unterstützen“, so Bettermann.

„Insgesamt bleibt der Arbeitsmarkt in Bewegung, steht aber unter Spannung“

„Der lokale Arbeitsmarkt zeigt sich aus Sicht des Jobcenters Dortmund zum Jahresbeginn differenziert. Die Zahl der Arbeitslosen ist im vergangenen Monat gesunken. Erfreulicherweise sind von dieser Entwicklung besonders die Menschen betroffen, die schon lange auf Unterstützung des Jobcenters angewiesen waren“, erklärt Stephanie Krömer, neue Geschäftsführerin des Jobcenters Dortmund.

„Gerade in den Wintermonaten, die typischerweise von einer geringeren Einstellungsdynamik geprägt sind, ist das ein wichtiges Signal. Es zeigt, dass Integrationsbemühungen wirken und Menschen auch in einer konjunkturell anspruchsvolleren Phase neue Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt finden“, so Krömer.

Jobcenter-Chefin Stephanie Krömer Foto: Jobcenter Dortmund

Gleichzeitig lasse sich ein Anstieg bei den Personen beobachten, die auf finanzielle Unterstützung durch das Jobcenter angewiesen seien. Diese Entwicklung mache deutlich, dass sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit nicht automatisch in einer Entlastung des Grundsicherungssystems widerspiegele. Gründe, die sich deutlich auf die Fallzahlen auswirkten, seien unter anderem steigende Lebenshaltungskosten, familiäre Veränderungen und der Zuzug von Menschen mit Unterstützungsbedarf.

„Insgesamt bleibt der Dortmunder Arbeitsmarkt in Bewegung, steht aber unter Spannung. Wir richten unseren Blick auf die Chancen, die das Frühjahr typischerweise mit sich bringt. Vor diesem Hintergrund bieten wir Menschen weiterhin individuelle Unterstützung und treiben Qualifizierung sowie Arbeitsmarktintegration konsequent voran. Zugleich sichern wir diejenigen ab, die aktuell auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind“, so die neue Jobcenter-Chefin.

Weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit im Dezember

Im Dezember wurden 38.996 Menschen in Dortmund arbeitslos gezählt. Davon waren 9.194 Personen bei der Arbeitsagentur und 29.802 Menschen beim Jobcenter Dortmund gemeldet. Damit ist die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Stadt im Vergleich zum Vormonat um 135 Personen gesunken.

Innenansicht im Jugendberufshaus
Foto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de

Die Arbeitslosenquote für alle bei Agentur und Jobcenter gemeldeten Arbeitslosen sinkt auf 11,7 Prozent (Dezember 2024: 11,6 Prozent). Die anteilige Arbeitslosenquote für die Agentur liegt unverändert bei 2,8 Prozent, für das Jobcenter bei 9,0 Prozent. Arbeitslosigkeit ist kein starrer Block. Vielmehr herrscht durch die Zu- und Abgänge in bzw. aus Arbeitslosigkeit viel Bewegung. In der Stadt Dortmund wurden im Dezember 6.518 Männer und Frauen erstmals oder erneut arbeitslos registriert.

1.706 Personen davon kamen aus einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 7 Personen mehr als im Vormonat. 6.662 Personen meldeten sich im Dezember bei der Arbeitsagentur und dem Jobcenter aus der Arbeitslosigkeit ab. Von ihnen beendeten 1.351 Menschen ihre Arbeitslosigkeit wegen der Aufnahme einer Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt. Das sind 167 Personen weniger als im Vormonat.

Unterbeschäftigung und Jugendarbeitslosigkeit gehen weiter zurück

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmende an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik sind oder sich in einem arbeitsbedingten Sonderstatus befinden.

Innenansicht aus dem Jobcenter
Lebenslanges Lernen kann Perspektiven schaffen – auch im Beruf sind Qualifizierungen möglich. Foto: Alexander Völkel für die nordstadtblogger.de

Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil es sich dabei um Menschen handelt, denen ein reguläres Beschäftigungs-verhältnis fehlt. Insgesamt werden in diesem Monat 48.118 Personen in der Unterbeschäftigung registriert. Das sind im Vergleich zum Vormonat 274 Personen weniger.

Im Dezember waren 3.371 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das sind 85 Personen bzw. 2,5 Prozent weniger als im Vormonat und 155 Personen bzw. 4,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Jugendarbeitslosenquote sinkt im Dezember um 0,2 Prozentpunkte auf 9,6 Prozent.

Verhaltender Stellenmarkt: Es gibt insgesamt 4.290 offene Stellen

861 neue Stellenangebote wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Dortmund im Dezember gemeldet. Gegenüber dem Vormonat sind das 92 Stellenmeldungen mehr und im Vergleich zum Vorjahr 272 Stellen mehr.

Im Bestand befinden sich in diesem Monat insgesamt 4.290 offene Stellen. Das sind 17 mehr als im Vormonat, aber 257 weniger als im Dezember des Vorjahres. Die meisten der Agentur für Arbeit gemeldeten offenen Stellen entfallen auf die Berufsgruppen Lagerwirtschaft/Post/Zustellung, Verkauf, Energietechnik, Büro und Sekretariat sowie Erziehung/Sozialarbeit/Heilerziehungspflege.

Alle Zahlen und Fakten als PDF zum Download: Arbeitsmarktreport Dezember 2025

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