
Von Finn Tayfun Wieschermann
Zwölf Kandidat:innen treten für das Amt des Oberbürgermeisters an. Der Wahlausschuss hat die Wahllisten für die Kommunalwahl im kommenden September einstimmig bestätigt. Neben dem Oberbürgermeister wählen die Dortmunder:innen auch ihre Vertreter:innen im Stadtrat, in den zwölf Bezirksvertretungen, im Ruhrparlament und im Integrationsrat. Die Linkspartei und das BSW rechnen sich gute Chancen aus – rechtsextreme Splitterparteien treten nicht an.
In diesem Jahr gibt es zwölf Kandidierende fürs OB-Amt
Der Wahlausschuss der Stadt stimmt über die Wahlvorschläge ab, die die Parteien und Einzelbewerber bis zum 8. Juli eingereicht haben. Neben den Kandidierenden für das Amt des Oberbürgermeisters galt es die Wahlvorschläge für den Stadtrat und die Bezirksvertretungen der zwölf Stadtbezirke zu prüfen. Die Listen fürs Ruhrparlament und den Integrationsrat stimmen die Ausschussmitglieder in einem eigenen Verfahren ab.
Zwölf Kandidat:innen treten in diesem Jahr zur Wahl des Oberbürgermeisters an. Für die SPD tritt Thomas Westphal erneut an, für die CDU Alexander Kalouti, für B90/Die Grünen Katrin Lögering, für die AfD Heiner Garbe, für die Linke Fatma Karacakurtoglu und für die FDP Michael Kauch. Martin Cremer kandidiert als parteiloser Bewerber.
Weitere Kandidaten sind Christian Gebel für Volt, Michael Bandura für die Partei „Mensch Umwelt Tierschutz“, Özkan Arikan für Bündnis für Vielfalt und Toleranz (BVT), Marc Ossau für die Freien Wähler und Olaf Schlösser für Die Partei.
Kleine Parteien kämpfen mit Hürden – viele Vorschläge scheitern an Formalitäten
Große Parteien treten in allen Wahlbezirken mit vollständigen Listen an. Kleinere Parteien hingegen kämpfen mit Hürden. Insbesondere die Partei dieBasis kann in vielen Bezirken nicht die erforderliche Anzahl an Unterstützungsunterschriften erbringen und ist daher in diesen Bezirken nicht zur Wahl zugelassen. Auch bei Volt reichte es nicht für eine flächendeckende Teilnahme.

Formfehler betreffen allerdings auch die größeren Parteien. In Brackel beispielsweise fehlten bei zwei CDU-Kandidaten die Zustimmungserklärungen, weshalb sie der Ausschuss nicht zugelassen hat.
In Hörde, Hombruch und Innenstadt-West war jeweils ein Kandidat der CDU betroffen. In Innenstadt-West wurde zudem ein Kandidat der Grünen nicht zugelassen. Er hatte nach Einreichung seines Wahlvorschlags seinen Wohnsitz gewechselt.
Auch bei den Ratswahlen treten viele kleine Gruppen nicht in allen Bezirken an, weil sie keine ausreichende Unterstützung haben. Auffällig ist, dass die beiden rechtsextremen Kleinparteien „Heimat“ (ehemals NPD) und „Die Rechte“ in diesem Jahr weder für den Stadtrat noch für eine der Bezirksvertretungen kandidieren werden.
BSW flächendeckend vertreten – Linke mit Rückhalt aus der Nordstadt
Demgegenüber konnte sich das Bündnis Sahra Wagenknecht – Vernunft und Gerechtigkeit (BSW) erfolgreich für alle Wahlkreise und Bezirksvertretungen qualifizieren, indem es die dafür notwendigen Unterschriften sammelte. „Wir sind stolz darauf, dass wir in jeder Ecke Dortmunds – von Brechten bis zur Bittermark, von Aplerbeck bis Lütgendortmund – die nötige Unterstützung mobilisieren konnten“, erklärt BSW-Spitzenkandidat Thomas Zweier in einer Pressemitteilung.
In den drei Innenstadtbezirken tritt die Linke mit besonders vielen Kandidierenden an. Nach ihrem Erfolg in der Dortmunder Nordstadt bei der vergangenen Bundestagswahl im Februar, als sie dort stärkste Partei wurde, wird sie auch bei der Kommunalwahl voraussichtlich mit Zugewinnen rechnen können. Neueste Umfragen mit Blick auf NRW und ein deutlicher Anstieg der Mitgliederzahlen legen dies nahe.
Zum Ende der Sitzung nahm der Ausschuss alle zugelassenen Wahlvorschläge einstimmig an. Die Kommunalwahl findet am 14. September statt- die Ergebnisse werden ab dem 16. veröffentlicht.
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Wahlen im September: Diese Kandidat*innen, Parteien und Gruppen treten in Dortmund an (PM Stadt Dortmund)
Der Wahlausschuss der Stadt Dortmund hat am Freitag, 11. Juli, die Wahlvorschläge für die Kommunalwahlen und die Wahl des Integrationsrates geprüft und zugelassen. Damit ist der Weg frei für den Urnengang am 14. September.
Die Dortmunder*innen erhalten am 14. September jeweils einen Stimmzettel
für die Wahl des*der Oberbürgermeister*in,
für die Wahl des Rates,
für die Wahl ihrer Bezirksvertretung,
für die Wahl der Verbandsversammlung des Regionalverbands Ruhr und
(je nach Wahlberechtigung) für die Wahl des Integrationsrates.
Die Kandidat*innen bei der Wahl zum*zur Oberbürgermeister*in:
Thomas Westphal (Sozialdemokratische Partei Deutschlands)
Katrin Lögering (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Alexander Omar Kalouti (Christlich Demokratische Union Deutschlands)
Fatma Karacakurtoglu (Die Linke)
Heinrich Theodor Garbe (Alternative für Deutschland)
Michael Kauch (Freie Demokratische Partei)
Olaf Schlösser (Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative)
Michael Badura (PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ)
Özkan Arikan (Bündnis für Vielfalt und Toleranz – Dortmund)
Marc-Ruediger Ossau (Bürgerliste – Freie Wähler für Dortmund e.V.)
Martin Cremer (Cremer, Martin (DA FÜR DO!) / Einzelbewerber)
Christian Gebel (Volt Deutschland)
Hinweis: Die Reihenfolge auf dem Stimmzettel richtet sich nach dem letzten Gesamtergebnis bei der Wahl des Rates. Die übrigen („neuen“) Kandidat*innen schließen sich dann in alphabetischer Reihenfolge an.
Die Parteien und Gruppen bei der Wahl des Rates:
Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Direktbewerber*innen in 41 Wahlbezirken vertreten
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Direktbewerber*innen in 41 Wahlbezirken vertreten
Christlich Demokratische Union Deutschlands
Direktbewerber*innen in 41 Wahlbezirken vertreten
Die Linke
Direktbewerber*innen in 41 Wahlbezirken vertreten
Alternative für Deutschland
Direktbewerber*innen in 41 Wahlbezirken vertreten
Freie Demokratische Partei
Direktbewerber*innen in 41 Wahlbezirken vertreten
Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative
Direktbewerber*innen in 41 Wahlbezirken vertreten
PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ
Direktbewerber*innen in 41 Wahlbezirken vertreten
Bündnis für Vielfalt und Toleranz – Dortmund
Direktbewerber*innen in 41 Wahlbezirken vertreten
Bürgerliste – Freie Wähler für Dortmund e.V.
Direktbewerber*innen in 41 Wahlbezirken vertreten
Basisdemokratische Partei Deutschland
Direktbewerber*innen in 12 Wahlbezirken vertreten
Bündnis Sahra Wagenknecht – Vernunft und Gerechtigkeit
Direktbewerber*innen in 41 Wahlbezirken vertreten
Demokratische Unabhängige Wählervereinigung
Direktbewerber*innen in 5 Wahlbezirken vertreten
Volt Deutschland
Direktbewerber*innen in 27 Wahlbezirken vertreten
Hinweis: Die Parteien und Wählergruppen treten nicht in allen 41 Wahlbezirken Dortmunds an. In so einem Fall bleibt dann die Nummer auf dem Stimmzettel frei, ohne dass dabei eine Lücke auf dem Stimmzettel erkennbar ist. Die Reihenfolge auf dem Stimmzettel richtet sich für alle Wahlbezirke nach dem letzten Gesamtergebnis bei der Wahl des Rates. Die übrigen („neuen“) Parteien und Wählergruppen schließen sich dann in alphabetischer Reihenfolge an.
Die Parteien und Gruppen bei der Wahl der Bezirksvertretungen:
Sozialdemokratische Partei Deutschlands
in allen Stadtbezirken
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
in allen Stadtbezirken
Christlich Demokratische Union Deutschlands
in allen Stadtbezirken
Die Linke
in allen Stadtbezirken
Alternative für Deutschland
in allen Stadtbezirken
Freie Demokratische Partei
in allen Stadtbezirken
Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative
in allen Stadtbezirken
PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ
Hombruch, Mengede, Scharnhorst
Bündnis für Vielfalt und Toleranz – Dortmund
in allen Stadtbezirken
Bürgerliste – Freie Wähler für Dortmund e.V.
Aplerbeck, Brackel, Hombruch, Huckarde, Innenstadt-Ost, Innenstadt-West, Lütgendortmund, Scharnhorst
Bündnis Sahra Wagenknecht – Vernunft und Gerechtigkeit
in allen Stadtbezirken
Demokratische Unabhängige Wählervereinigung
Aplerbeck, Huckarde, Mengede
Deutsche Kommunistische Partei
Innenstadt-Nord, Innenstadt-West
Volt Deutschland
Hombruch, Hörde, Innenstadt-Ost, Innenstadt-West, Lütgendortmund
Hinweis: Die Parteien und Wählergruppen treten nicht in allen Stadtbezirken Dortmunds an. Die Reihenfolge auf dem Stimmzettel richtet sich nach dem Ergebnis bei der letzten Wahl der jeweiligen Bezirksvertretung. Die hier dargestellte Reihenfolge gilt also nicht für alle Stadtbezirke.
Die Einzelbewerber*innen oder Gruppen bei der Wahl des Integrationsrates:
Internationale SPD-Liste
Migranten in der CDU (CDU-Liste)
Irina Bürstinghaus (Einzelbewerberin)
Afrikanische Community Dortmund (ACoD)
Alexander Kliutchko (Einzelbewerber)
Bündnis für Vielfalt und Toleranz – Dortmund
Dortmund verbindet Kulturen
Hanna Holdberh (Einzelbewerberin)
Monica Kasler-Frantzeskaki (Integration für Dortmund) / (Einzelbewerberin)
POLNISCHE LISTE (POLSKA LISTA)
Unterstützungsnetzwerk Ankoppeln
Hinweis: Die Reihenfolge auf dem Stimmzettel richtet sich nach dem Ergebnis bei der letzten Integrationsratswahl. Neue Gruppen oder Bewerber*innen schließen sich in alphabetischer Reihenfolge hinten an.
CDU und Grüne beschneiden demokratische Mitwirkung im Stadtrat – bei der Kommunalwahl deshalb kleinere Parteien stark machen! (PM FDP)
Der Landtag von NRW hat letzte Woche mit Mehrheit von CDU und Grünen die Gemeindeordnung für die Kommunen in NRW geändert – und das gegen das Votum ihrer eigenen kommunalpolitischen Organisationen. Mit einschneidenden Folgen auch für Dortmund:
Künftig werden die Mindestgrößen der Fraktionen in Räten über 72 Mitgliedern hochgesetzt – im Fall von Dortmund bei der aktuellen Größe des Rates von 3 auf 5 Ratsmitglieder. Damit wären FDP/Bürgerliste, Volt und Vielfalt sowie „Die Partei“ keine Fraktion mehr, sondern nur eine Gruppe.
Damit einher geht eine Beschneidung von politischen Handlungsmöglichkeiten – insbesondere können nur Fraktionen, nicht aber Gruppen Themen auf die Tagesordnung des Rates und der Ausschüsse setzen. Zudem wird den Gruppen die Unterstützung durch eine Geschäftsstelle erschwert, da die Zuschüsse der Stadt gegenüber einer gleichgroßen Fraktion um ein Fünftel abgesenkt werden. Viele Fragen, etwa ob Gruppen sachkundige Bürger benennen dürfen, lässt die Gemeindeordnung offen. Auch in der Hauptsatzung der Stadt Dortmund sind diese Fragen bisher nicht geregelt, da derzeit keine Gruppen im Rat vertreten sind.
Dazu erklären Nils Mehrer, Kreisvorsitzender der FDP Dortmund, und Michael Kauch, bei der kommenden Kommunalwahl Spitzenkandidat der FDP zum Rat:
„Erst haben CDU, Grüne und SPD versucht, das Wahlrecht zu Lasten der kleineren Parteien zu ändern. Das hat der Verfassungsgerichtshof NRW gestoppt. Nun haben CDU und Grüne erneut einen Anschlag auf die Fairness im demokratischen Wettbewerb verübt und heben willkürlich die Fraktionsgrößen an.
Obwohl es bei der Kommunalwahl keine 5-Prozent-Hürde gibt und jede Stimme für eine kleinere Partei zählt, wird es ihnen schwerer gemacht, den Wählerauftrag im Rat umzusetzen. Zudem halten wir es rechtlich für fragwürdig, dass es in einem Rat von 90 Mitgliedern deutlich mehr als 5 Prozent der Sitze braucht, um ein Fraktion zu stellen. Das gibt es weder auf Bundes- noch Landesebene.
Deshalb gilt es aus unserer Sicht, die kleineren Parteien bei der Kommunalwahl so stark wie möglich zu machen. Die Trickserei von CDU und Grünen darf nicht belohnt werden. FDP und Bürgerliste hatten beim letzten Mal zusammen vier Sitze errungen. Ein Sitz mehr, und wir sind wieder Fraktion. Die Wählerinnen und Wähler haben das in der Hand.
Unabhängig davon muss der nächste Rat der Stadt Dortmund angesichts der neuen Gemeindeordnung die Rechte eventueller Gruppen fair regeln – ggf. auch durch eine Ergänzung der Hauptsatzung. Das gebietet der Anstand im Dortmunder Stadtrat, der im demokratischen Spektrum zuletzt immer kooperativ gearbeitet hat.“
Wahlausschuss bestätigt: Volt tritt zur Wahl des Ruhrparlaments an (PM)
Bei der Kommunalwahl am 14.09.2025 will Volt erstmals ins „Ruhrparlament“ einziehen. Dafür hat der Wahlausschuss der Verbandsversammlung des RVR nun in seiner Sitzung am 15.07.2025 offiziell den Weg frei gemacht.
Für die Zulassung zur RVR-Wahl musste Volt als noch nicht im Ruhrparlament vertretene Partei mindestens 250 Unterstützungsunterschriften von Wahlberechtigten sammeln. „„Wir bedanken uns sehr herzlich bei den vielen Menschen im Ruhrgebiet, die Volt unterstützt haben. . Mit über 360 gesammelten Unterschriften hat Volt dieses Ziel durch den Einsatz vieler engagierter Mitglieder und Supporter*innen übererfüllt“, erklären die Regio Leads Antonia Apatic und Dean-Justin Klein.
Der Wahlausschuss des RVR hat an diesem Dienstag, den 17.05.2025, die Unterstützungsunterschriften und Wahlvorschläge geprüft und die Aufnahme der Volt-Kandidat*innen auf den Wahlzetteln beschlossen.
Insgesamt kandidieren 13 Volt-Mitglieder für das Ruhrparlament. Auf den ersten vier Plätzen kandidieren Nancy Müller aus Unna, Olaf Traute aus Gelsenkirchen, Nasim Reza-Tehrani aus Herdecke und Mathias Seninger aus Unna. Erklärtes Ziel der Spitzenkandidat*innen ist, die besten Ideen als Best-Practice aus ganz Europa ins Ruhrgebiet zu holen und das Kirchturmdenken zu beenden.
„Vielfältig, erfahren und kompetent – Unsere Kandidierenden vereinen alle positiven Eigenschaften unserer Region auf sich. Mit unserem einzigartigen europäischen Profil bietet Volt ein attraktives Angebot für unsere Mitmenschen im Ruhrgebiet“, erklären Apatic und Klein abschließend.
Über Volt
Als erste gesamteuropäische Partei ist Volt bereits mit mehr als 160 Mandatsträger*innen in sechs Staaten sowie im EU-Parlament vertreten. Volt will die Europäische Union so reformieren, dass globale Herausforderungen gesamteuropäisch gelöst werden können. Getreu dem Motto „europäisch denken, lokal handeln“ holen wir Europa für NRW noch näher, lernen aus den Erfahrungen anderer und wenden sie konkret auf die Probleme vor Ort an.
Schon vor der Gründung des NRW-Landesverbands im Oktober 2020 haben engagierte Freiwillige im ganzen Bundesland mit viel Energie und Herzblut bewiesen, dass europäisches Denken und Politik vor Ort bei Weitem kein Widerspruch sind. Im Gegenteil: Bei den Kommunalwahlen, zu denen wir hier in NRW zum ersten Mal angetreten sind, konnten unsere Teams in Aachen, Bonn, Düsseldorf, Köln, Münster, Paderborn und Siegen Mandate erringen und Fraktionen bilden.
Auch in der Region Ruhr wächst Volt stetig und schafft Sichtbarkeit.
Seit Januar 2025 setzt Volt in Dortmund ein starkes Zeichen für europäisch geprägte Lokalpolitik: Gemeinsam mit dem Bündnis für Vielfalt und Toleranz (BVT) wurde die Fraktion „Volt und Vielfalt“ gegründet.
CDU und Grüne beschneiden demokratische Mitwirkung im Stadtrat – Bei der Kommunalwahl deshalb kleinere Parteien stark machen! (PM FDP)
Der Landtag von NRW hat letzte Woche mit Mehrheit von CDU und Grünen die Gemeindeordnung für die Kommunen in NRW geändert – und das gegen das Votum ihrer eigenen kommunalpolitischen Organisationen. Mit einschneidenden Folgen auch für Dortmund:
Künftig werden die Mindestgrößen der Fraktionen in Räten über 72 Mitgliedern hochgesetzt – im Fall von Dortmund bei der aktuellen Größe des Rates von 3 auf 5 Ratsmitglieder. Damit wären FDP/Bürgerliste, Volt und Vielfalt sowie „Die Partei“ keine Fraktion mehr, sondern nur eine Gruppe.
Damit einher geht eine Beschneidung von politischen Handlungsmöglichkeiten – insbesondere können nur Fraktionen, nicht aber Gruppen Themen auf die Tagesordnung des Rates und der Ausschüsse setzen. Zudem wird den Gruppen die Unterstützung durch eine Geschäftsstelle erschwert, da die Zuschüsse der Stadt gegenüber einer gleichgroßen Fraktion um ein Fünftel abgesenkt werden. Viele Fragen, etwa ob Gruppen sachkundige Bürger benennen dürfen, lässt die Gemeindeordnung offen. Auch in der Hauptsatzung der Stadt Dortmund sind diese Fragen bisher nicht geregelt, da derzeit keine Gruppen im Rat vertreten sind.
Dazu erklären Nils Mehrer, Kreisvorsitzender der FDP Dortmund, und Michael Kauch, bei der kommenden Kommunalwahl Spitzenkandidat der FDP zum Rat:
„Erst haben CDU, Grüne und SPD versucht, das Wahlrecht zu Lasten der kleineren Parteien zu ändern. Das hat der Verfassungsgerichtshof NRW gestoppt. Nun haben CDU und Grüne erneut einen Anschlag auf die Fairness im demokratischen Wettbewerb verübt und heben willkürlich die Fraktionsgrößen an.
Obwohl es bei der Kommunalwahl keine 5-Prozent-Hürde gibt und jede Stimme für eine kleinere Partei zählt, wird es ihnen schwerer gemacht, den Wählerauftrag im Rat umzusetzen. Zudem halten wir es rechtlich für fragwürdig, dass es in einem Rat von 90 Mitgliedern deutlich mehr als 5 Prozent der Sitze braucht, um ein Fraktion zu stellen. Das gibt es weder auf Bundes- noch Landesebene.
Deshalb gilt es aus unserer Sicht, die kleineren Parteien bei der Kommunalwahl so stark wie möglich zu machen. Die Trickserei von CDU und Grünen darf nicht belohnt werden. FDP und Bürgerliste hatten beim letzten Mal zusammen vier Sitze errungen. Ein Sitz mehr, und wir sind wieder Fraktion. Die Wählerinnen und Wähler haben das in der Hand.
Unabhängig davon muss der nächste Rat der Stadt Dortmund angesichts der neuen Gemeindeordnung die Rechte eventueller Gruppen fair regeln – ggf. auch durch eine Ergänzung der Hauptsatzung. Das gebietet der Anstand im Dortmunder Stadtrat, der im demokratischen Spektrum zuletzt immer kooperativ gearbeitet hat.“
Andreas Kossack
Parallel zu den Kommunalwahlen finden in den Ruhrgebietsstätten – also auch in Dortmund – die Wahlen zum Ruhrparlament statt. Als neue Kraft kandidiert dazu auch die neue Gruppe mit dem schönen Namen „AUF-Ruhr“. Der Name ist Programm. A für antifaschtisch, U für unabhängig und F für fortschrittlich. Hier kann man sich über diese Gruppe informieren: http://www.auf-ruhr-nrw.de/