
Der Westfälischer Künstlerbund Dortmund (WKD) feiert in diesem Jahr zusammen mit der Dortmunder Gruppe sein 70-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass finden im Laufe des Jahres verschiedene Ausstellungen und besondere Veranstaltungen statt. Zum Auftakt gibt es einerseits einen Rückblick auf die Geschichte der Dortmunder Kunst der letzten 70 Jahre, andererseits aber auch ein Ausblick auf neue Werke und prägende Persönlichkeiten.
„Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es einen Hunger nach Kunst.“
Günter Rückert ist seit rund 25 Jahren Mitglied des Westfälischen Künstlerbundes Dortmund und neuer Vorsitzender des Vereins. Im Pressegespräch schildert er die Beweggründe, die 1956 zur Gründung des Bundes geführt haben:

„Kunst war nach dem Zweiten Weltkrieg zuerst nicht so wichtig, die moderne Kunst war durch die Nazis zerstört worden. Doch dann gab es einen Hunger nach Kunst, man wollte wieder Anschluss an die internationale Kunstszene finden.“
Ausstellungsmöglichkeiten seien noch rar gewesen und auch der Austausch der Künstler untereinander und die gemeinsame Suche nach künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten habe eine große Rolle für die Entstehung des WKD gespielt.
Drang nach Freiheit versus Angst
Klaus Pfeiffer, ebenfalls Künstler der Gruppe und seit 20 Jahren Mitglied, ergänzt: „Die Kunst war sozusagen zweigeteilt. So sieht man in vielen Werken den Drang nach Freiheit und den Wunsch, diese Freiheit in der Kunst auszudrücken. Auf der anderen Seite spiegelt sich bei vielen Künstler die Angst vor dem Kalten Krieg.“

Günter Rückert, der die langjährige Vorsitzende Irmhild Koeniger-Rosenlechner abgelöst hat, und der neue Geschäftsführer Mathias Schubert stehen auch für eine Neuausrichtung des WKD. Sie planen die Vernetzung von bildender und darstellender Kunst und so darf man sich zum Beispiel auf „performative Präsentationsformen und multimediale Projekte“ freuen.
Ausstellung widmet sich dem Phänomen der Zeit
In der Ausstellung mit dem Titel „Die ganze Zeit“ sind ab Sonntag, 11. Januar, Arbeiten verschiedener WKD-Künstler:innen zu sehen. Sie beschäftigen sich alle mit dem Thema „Zeit“ und gehen so spielerisch auf das 70-jährige Jubiläum ein.

Irmhild Koeniger-Rosenlechners Radierungen zeigen beispielsweise den Zerfall der alten Kultur des Ruhrgebiets. Die in düsteren Farben gehaltenen Bilder zeigen Fördertürme, die aus der Landschaft zu fliegen scheinen.
Susanne Beringer hat mit pigmentiertem Bienenwachs ihr Werk „Werden und Vergehen“ entstehen lassen, setzt auf helle Farbgebung und bietet den Betrachtenden eine Vielzahl von Interpretationsmöglichkeiten.
Eindrückliche Fotografien von Klaus Pfeiffer mit dem Titel „Ground Zero I und II“ können sorgen ebenso für Denkanstöße wie die Werke von Mathias Schubert, der in seinen Werken ganz persönliche Erfahrungen zum Thema „Zeit“ verarbeitet hat.
Mehr Informationen:
- Vernissage am Sonntag, 11. Januar 2026 um 12 Uhr, in der Galerie „DER ORT“ Freistuhl 7 in der Dortmunder Innenstadt
- Unter dem Titel „Die ganze Zeit“ ist bis zum 22. Februar eine Auswahl an Malerei, Fotografie und Skulpturen der Mitglieder des Künstlerbundes zu sehen.
- Öffnungszeiten: Mo – Do 8 bis 18 Uhr, Fr 8 bis 15 Uhr, So 11 bis 17 Uhr
- Der Eintritt ist frei
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Große Themen und große Träume: Kunst zwischen Jubiläen, Abschied und Neuanfang


Reaktionen
Dirk Klute
Danke für den flotten, kompakten Beitrag!