Mehr Anwohnerparkzonen geplant: Stadt Dortmund entwickelt gestaffelten Plan

Ausweisung von weiteren Parkzonen für Anwohner:innen

Kreuzviertel
Die Stadt Dortmund sieht viel Bedarf für neue Parkzonen. Doch die Ausweisung braucht viel Zeit. Archivfoto: Thomas Engel für Nordstadtblogger.de

Das Bewohnerparken in Dortmund soll neu geordnet und schrittweise ausgebaut werden: Bis 2032 sollen zahlreiche neue Anwohnerparkzonen entstehen. Ziel ist es, den Parkdruck in den Quartieren der Innenstadt zu verringern. Im stark belasteten Kreuzviertel ist eine Umsetzung allerdings erst für 2028 vorgesehen. Der Plan der Verwaltung muss noch vom Rat beschlossen werden.

Neue Parkzonen geplant – Das Konzept zieht sich bis 2032

Das Parken soll in der Dortmunder City in neue Bahnen gelenkt werden. Die Stadt plant, pro Jahr zwei neue Bewohnerparkzonen einzurichten – allerdings nach einer angepassten Reihenfolge. Der Vorschlag der Verwaltung muss noch vom Rat beschlossen werden, eine Entscheidung ist für den 28. Mai vorgesehen.

Kreuzviertel
Auf der Mühlen- und Krimstraße gibt es bereits Parkzonen für Anwohner:innen. Klaus Hartmann für nordstadtblogger.de

Den Auftakt der neuen Planung soll 2026 die Weingartenstraße in Hörde machen. Für 2027 sind die Westerbleichstraße in der Nordstadt sowie das Gebiet Hafen-Ost vorgesehen. Im Jahr 2028 könnten dann unter anderem das Kreuzviertel sowie Bereiche rund um die Chemnitzer Straße folgen.

In den darauffolgenden Jahren plant die Verwaltung eine schrittweise Umsetzung weiterer Zonen: 2029 unter anderem an der Münsterstraße und der Markgrafenstraße, 2030 im Unionviertel sowie an der Ritterstraße, 2031 im Kaiserstraßenviertel und an der Düsseldorfer Straße.

Den Abschluss der aktuellen Planung bildet ab 2032 das Klinikviertel, wo bestehende Regelungen überarbeitet und erweitert werden sollen.

Szuggat: Chancen auf Parkplätze für Anwohner:innen sollen erhöht werden

Diese Planung geht auf einen Ratsbeschluss von 2017 zurück, der die Einführung von Bewohnerparkzonen in 21 Quartieren rund um die Innenstadt vorsah. Seitdem wurden bereits mehrere Zonen umgesetzt.

Stefan Szuggat im Porträt
Planungsdezernent Szuggat möchte die Chancen von Anwohner:innen auf einen Parkplatz erhöhen. Foto: Anja Cord für Nordstadtblogger.de

Nun will die Verwaltung die Prioritäten neu justieren, unter anderem wegen veränderter Mobilitätsgewohnheiten, neuer städtebaulicher Entwicklungen und zusätzlicher Anforderungen etwa beim Brandschutz.

„Wir wollen die Chancen der Anwohner in der Innenstadt erhöhen, einen Parkplatz zu bekommen“, erklärte Stefan Szuggat, Dezernent für Umwelt, Planen und Wohnen. Bewohnerparkzonen seien dabei ein zentrales Instrument: Fahrzeuge mit entsprechender Berechtigung hätten Vorrang, gleichzeitig würden Parksuchverkehre reduziert.

Trotz großem Druck – Die Umsetzung im Kreuzviertel braucht Zeit

Dass das Kreuzviertel trotz hohen Parkdrucks erst ab 2028 berücksichtigt wird, begründet die Verwaltung mit dem aufwändigen Verfahren. „Das ist kein einfacher Verwaltungsakt, eine Parkzone zu erweitern“, so Szuggat.

Die Parksituation im Kreuzviertel ist herausfordernd. Thomas Engel | Nordstadtblogger

Zunächst müsse ein Konzept erarbeitet werden, das auch die Interessen vor Ort berücksichtigt. „Das notwendige Konzept wird mit Beteiligung der Anwohnerschaft gewichtet“, erklärte Szuggat.

Dabei gehe es etwa um Fragen wie Anlieferzonen oder die konkrete Ausgestaltung der Flächen. Dieser Prozess laufe im Kreuzviertel derzeit noch. Erst danach sei die endgültige Konzeptfindung möglich.

Heimspiele des BVB stellen die Parksituation in der Innenstadt vor Herrausforderungen

Zusätzlichen Druck auf die Parksituation im Kreuzviertel erzeugen regelmäßige Heimspiele von Borussia Dortmund. Viele Fans weichen auf angrenzende Wohngebiete aus – nicht immer regelkonform. Für Anwohner:innen bedeutet das häufig eine verschärfte Parkplatzsuche.

Norbert Dahmen
Ordnungsdezernent Norbert Dahmen setzt sich weiterhin für Kontrollen ein. Foto: Anja Cord für Nordstadtblogger.de

Die Stadt will daher weiterhin konsequent kontrollieren. „Wir haben festes Personal dafür“, erklärte Ordnungsdezernent Norbert Dahmen. Gleichzeitig machte er deutlich, dass eine Ausweitung der Kontrollen auch zusätzliche Ressourcen erfordert, über die der Rat entscheiden muss.

Wie groß das Problem ist, zeigen aktuelle Zahlen: Beim Heimspiel gegen den Hamburger SV sprach die Stadt allein im Kreuz- und Klinikviertel 549 Verwarnungen wegen Falschparkens aus. Zudem wurden 82 Fahrzeuge abgeschleppt – einige davon blockierten Rettungswege und behinderten Einsatzkräfte.


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Reaktionen

  1. Nachbar*innen am Hafen informierten sich über die geplante Bewohnerparkzone (PM)

    Etwa 30 Bewohner*innen des Hafenquartiers zwischen Lagerhausstraße, Bülowstraße, Schützenstraße und Mallinckrodtstraße haben sich bei einer städtischen Veranstaltung über die geplante Bewohnerparkzone Hafen-Ost informiert und Änderungswünsche eingebracht.

    Der Parkdruck im Quartier Hafen-Ost wird künftig steigen – daher soll dort eine Bewohnerparkzone eingerichtet werden. „Das Bewohnerparkkonzept für den Bereich zwischen Bülow-, Schützen-, Mallinckrodt- und Lagerhausstraße soll sicherstellen, dass Bewohner*innen auch langfristig nach Abschluss der Entwicklungen in der Speicherstraße wohnungsnah einen Parkplatz finden“, erläuterte Dr. Kathrin Konrad vom Stadtplanungs- und Bauordnungsamt.

    Das Parken wird neu geregelt, damit Bewohner*innen leichter einen Parkplatz finden und die Gehwege für die Anwohnenden und Besucher*innen frei sind. Mit einer Bewohnerparkzone werden Parkflächen für die Menschen im Quartier reserviert und können nicht von Beschäftigten aus der Umgebung genutzt werden. Auch Falschparken wird reduziert. Dafür hat der Verkehrsgutachter Planersocietät in Abstimmung mit der städtischen Mobilitätsplanung ein Bewohnerparkkonzept entwickelt und in der Informationsveranstaltung vorgestellt.

    Das Konzept im Einzelnen

    Das Konzept sieht vor, dass Bewohner*innen mit Parkausweis in allen Straßen des Konzeptgebietes ohne zeitliche Einschränkung parken dürfen. Für sie ändert sich lediglich, dass sie einen Parkausweis für derzeit 30,70 Euro pro Jahr beantragen müssen. Außerdem werden die Parkregelungen so geändert, dass Anforderungen des Rettungsdienstes und der Feuerwehr eingehalten werden. Das Einhalten der Parkregelungen wird kontrolliert. In den westlichen Bereichen der Schützenstraße, Arnoldstraße und Evertstraße, sowie im südwestlichen Teil der Arnoldstraße dürfen Besucher*innen zusätzlich zeitlich befristet mit Parkscheibe parken. Entlang der Bülowstraße bis zu den Eingangsbereichen in die Lagerhaus- und Arnoldstraße darf nur noch mit Bewohnerparkausweis oder Parkschein geparkt werden.

    Aus der anschließenden Diskussion nahmen die Fachleuten die Anregung mit, Bewohnerparken auch auf eine Fläche östlich der Speicherstraße auszudehnen. Dies wird in die weitere Konzeptentwicklung aufgenommen. Außerdem prüfen die Planer*innen, ob in der Lützowstraße bei Einhaltung der Mindestflächen für die Feuerwehr Schrägparken ermöglicht werden kann. Bis zum 3. Juni haben Anwohnende noch die Möglichkeit, weitere Hinweise unter bewohnerparken@stadtdo.de einzubringen.

    Über das überarbeitete Konzept und die Einrichtung der Bewohnerparkzone entscheidet anschließend die Bezirksvertretung. Die Bewohner*innen werden vor Inkrafttreten der neuen Regelung im kommenden Jahr darüber informiert, wie sie Bewohnerparkausweise beantragen können und welche Regeln gelten.

    dortmund.de/bewohnerparken

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