Dortmund bleibt der „Darkroom“ der ARD: Ein Tatort-Abschied am Rande des Abgrunds

Der nächste Dortmunder Tatort Dortmund mit dem Titel „Schmerz“

Otto Pösken (Malick Bauer) und Rosa Herzog (Stefanie Reinsperger)
Rosa (Stefanie Reinsperger) bei ihrem letzten Einsatz im Tatort Dortmund. ©Thomas Kost/Bavaria Fiction/WDR

Nach den erschütternden personellen Verlusten der letzten Jahre steht das Team der Dortmunder Mordkommission vor seiner bisher größten Zerreißprobe. Mit der Ausstrahlung des neuen Dortmund-Tatort „Schmerz“ (Regie: Torsten C. Fischer) am Sonntag Abend, 22. Februar 2026 – wie gewohnt um 20:15Uhr  – liefert der WDR alles andere als einen klassischen Krimi zum Mitraten. Fans können sich freuen auf ein grobes Psychodrama, das die Grenzen der Belastbarkeit – sowohl der Ermittler als auch des Publikums – neu auslotet.

Die Geister der Vergangenheit

Was als blutige Auseinandersetzung im Dortmunder Rotlichtmilieu beginnt, zieht das Team schnell in ein politisches Minenfeld, das weit über die Grenzen des Ruhrgebiets hinausreicht. Die Ermittlungen führen tief in die dunkle Geschichte der Jugoslawienkriege der 90er-Jahre.

Faber lockt Ira Klasnic aus der Reserve
Ira Klasnić (Alessija Lause) und Peter Faber (Jörg Hartmann) in einem Poltischen Minenfeld. ©Thomas Kost/Bavaria Fiction/WDR

Besonders für die Dienststellenleiterin Ira Klasnić (Alessija Lause) wird der Fall zu einer persönlichen Tour de Force, als transgenerationale Traumata und alte Rechnungen an die Oberfläche gespült werden.

Es stellt sich die unbequeme Frage: Was bedeutet Gerechtigkeit, wenn sie den Frieden nie wieder herstellt?

Ein Team am Wendepunkt

In diesem emotionalen Ausnahmezustand rücken vor allem die Frauen des Teams ins Rampenlicht. Dazu können sich Tatort-Fans auf einen Abschied und ein Wiedersehen freuen. Während Letzterer Gefühle von Nostalgie wachrufen wird, findet Kriminalhauptkommissarin Rosa Herzog nach „Schmerz“ den Ausgang. Die österreichische Schauspielerin verlässt nach insgesamt elf Fällen auf eigenen Wunsch das Dortmunder Team, um sich unter anderem wieder ihrer Arbeit am Wiener Burgtheater zuzuwenden.

Insgesamt aber markiert der 29. Dortmund-Tatort „Schmerz“ eine deutliche Zäsur. Während die Reihe für ihren Mangel an Leichtigkeit bekannt ist, treibt diese Folge die langsame Entwicklung von Charakteren und Erzählung der letzten Jahre sicher für den ein oder anderen etwas zu sehr auf die Spitze. Der Dortmund Tatort bleibt der Darkroom der kultigen Krimi-Reihe.

Sendedaten: Tatort Dortmund „Schmerz“ (Ep. 29) | Sonntag, 22.02.2026, 20:15 auf Das Erste und in der ARD-Mediathek | Regie: Torsten C. Fischer | Buch: Jürgen Werner


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