Von Erfahrung zu Zukunft: Führungswechsel bei den Sport- und Freizeitbetrieben Dortmund

Kruse geht, Buchbender startet – Füsers lobt geordneten Übergang

v.l. Bernd Kruse, bisheriger Geschäftsführer, Stadträtin Frauke Füsers und der neue Geschäftsführer Ingo Buchbender
Geordneter Wechsel an der Spitze der Sport- und Freizeitbetriebe: Stadträtin Füsers (mitte) übergibt den Staffelstab von Bernd Kruse (links) an Ingo Buchbender (rechts). Foto: H. Sommer für Nordstadtblogger.de

Mit dem Jahreswechsel steht bei den Sport- und Freizeitbetrieben Dortmund ein Führungswechsel an. Stadträtin Frauke Füsers hat den langjährigen Geschäftsführer Bernd Kruse offiziell verabschiedet und dessen Nachfolger Ingo Buchbender willkommen geheißen. Der Staffelstab wird damit von Erfahrung zu Zukunft weitergereicht.

Nach über drei Jahrzehnten: Kruse blickt auf Dortmunds Wandel zurück

Draußen liegt Schnee auf Straßen und in Parks, drinnen im Rathaus ist es warm. Hier kommen Vertreterinnen und Vertreter der Stadt zusammen, um den Wechsel an der Spitze der Sport- und Freizeitbetriebe zu markieren – jenem städtischen Verbund, zu dem unter anderem Zoo, Westfalenpark und Rombergpark gehören.

Stadträtin Frauke Füsers übergibt den Staffelstab
Stadträtin Frauke Füsers übergibt den Staffelstab Foto: H. Sommer für Nordstadtblogger.de

Stadträtin Füsers spricht von einem gut vorbereiteten Übergang. Sie freue sich, den Staffelstab übergeben zu können, sagt sie, und richtet zugleich persönliche Worte an beide Geschäftsführer: Ingo Buchbender werde die neue Aufgabe „engagiert, mit Leidenschaft und neuen Ideen“ angehen. Zugleich bedauert sie den Abschied von Bernd Kruse: „Er hinterlässt ein gut bestelltes Haus.“

Kruse blickt an diesem Vormittag auf mehr als drei Jahrzehnte Verantwortung zurück. Seine berufliche Laufbahn in Dortmund beginnt Anfang der 1990er Jahre – in einer Zeit des Umbruchs. Zechen schließen, Flächen müssen neu gedacht werden. Eine seiner ersten Aufgaben ist die Reaktivierung der Flächen der Zeche Minister Stein. Dort entsteht unter anderem ein sozialwissenschaftliches Zentrum, in dem später auch Frauke Füsers ihre erste Stelle findet. Persönlich geprägt habe ihn dabei die eigene Familiengeschichte, erzählt Kruse: Sein Onkel und sein Großvater arbeiteten unter Tage. „Diese Flächen wieder mit Leben zu füllen, hatte für mich immer eine besondere Bedeutung.“

Erinnerungen, Herausforderungen und der Blick nach vorn

Es sind solche persönlichen Rückblicke, die den offiziellen Termin greifbar machen. Kruse erinnert sich an laute Konzerte im Westfalenpark, aber auch an Ereignisse, die damals kaum jemand einordnen konnte. Die erste große Pokémon-Veranstaltung 2018 sei so ein Beispiel gewesen. „So richtig wusste niemand, was uns da erwartet“, sagt er. Selbst Skepsis habe es gegeben. Am Ende kamen rund 200.000 Menschen nach Dortmund, Hotels im gesamten Ruhrgebiet waren ausgebucht.

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Bernd Kruse bilickt auf 30 Jahre Verantwortung in der Stadt zurück
Bernd Kruse bilickt auf 30 Jahre Verantwortung in der Stadt zurück Foto: H. Sommer für Nordstadtblogger.de

Später hätten andere Städte versucht, das Format zu übernehmen. Auch an das große Schlagerfestival im Revierpark Wischlingen erinnert er – nur wenige Wochen nach der tragischen Loveparade in Duisburg. Genehmigungsverfahren, wie sie heute selbstverständlich sind, habe es damals noch nicht gegeben. Innerhalb kürzester Zeit sei dennoch eine sichere Veranstaltung auf die Beine gestellt worden.

Besonders bewegt spricht Kruse über die Ehrenamtlichen in den Vereinen. Sie seien die Säulen der Gesellschaft, sagt er, Menschen, die sich unermüdlich kümmern, nicht aufgeben und „liebevoll auf die Nerven gehen“. Deutlich wird, welchen Stellenwert dieses Engagement für ihn hatte – und wie sehr es seine Arbeit geprägt hat. Mit diesem Rückblick lenkt Kruse zugleich den Blick nach vorn. Auf seinen Nachfolger warten große Aufgaben. Viele Sportanlagen und Bäder seien 50 bis 60 Jahre alt, für alle gebe es inzwischen Masterpläne. Investitionen seien unumgänglich, um die Infrastruktur zukunftsfähig zu halten.

Neuer Kurs: Zukunft gestalten und Begegnung ermöglichen

Ingo Buchbender nimmt diesen Staffelstab an. Als Jurist kennt er Dortmund gut, war unter anderem als Insolvenzverwalter tätig und arbeitete zuletzt als Beteiligungsreferent und Syndikusrechtsanwalt im Stab Kommunalwirtschaft des Oberbürgermeisters. „Ich kann mich bei Bernd Kruse nur bedanken“, sagt er. Er habe ihn bereits ein Stück begleiten und von ihm lernen dürfen. Die neue Aufgabe begeistere ihn, sie sei genau das Feld, das er gerne gestalten wolle.

Ingo Buchbender wird Geschäftsführer der Sport und Freizeitbetriebe
Ingo Buchbender wird Geschäftsführer der Sport und Freizeitbetriebe Foto: H. Sommer für Nordstadtblogger.de

Buchbender spricht von einem abgeschlossenen Strukturwandel – und von einem neuen, der bereits bevorstehe. Digitalisierung, nachhaltige Nutzung von Sportanlagen, Energieeffizienz in Bädern und zum Beispiel im Revierpark Wischlingen nennt er als zentrale Themen. Doch im Kern gehe es um mehr: um Räume, die Bewegung ermöglichen, Begegnung schaffen und soziale Teilhabe fördern. Anliegen, die auch Stadträtin Füsers betont: Kinder sollen gesund aufwachsen, Prävention gestärkt werden, ältere Menschen über Sport soziale Kontakte finden.

Dass Buchbender selbst seit vielen Jahren Sport treibt, passt ins Bild. Kung Fu sei für ihn keine Wettkampfdisziplin, sondern Charakterbildung. Ein persönlicher Akzent, der den Neuanfang unterstreicht. Der Wechsel an der Spitze der Sport- und Freizeitbetriebe erfolgt damit geordnet und ohne Brüche – mit Respekt vor dem Erreichten und dem Blick klar nach vorn.


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