Thorsten Bunte will trotz finanziellen Herausforderungen optimistisch bleiben

Nach 100 Tagen im Amt zieht Dortmunds Kämmerer eine erste Bilanz

Foto: Sigrid Kreische für Nordstadtblogger.de Vor seinem Wechsel nach Dortmund war Thorsten Bunte Kämmerer und Beteiligungsdezernent in Wuppertal und Gladbeck.

Nach 100 Tagen im Amt zieht Dortmunds neuer Kämmerer Thorsten Bunte eine erste Bilanz. In einem Gespräch mit Pressevertreter:innen berichtete er über seine ersten Eindrücke aus der Verwaltung und gab einen Ausblick auf die kommenden Jahre. „Es wird definitiv so sein, dass noch schwierige Entscheidungen auf uns alle zukommen, sowohl in der Verwaltung als auch im politischen Raum und letzten Endes auch auf die Dortmunderinnen und Dortmunder“, sagte er.

Haushaltssicherungskonzept soll möglichst vermieden werden

Vor seinem Wechsel nach Dortmund war er bereits viele Jahre als Kämmerer und Beteiligungsdezernent in den Städten Wuppertal und Gladbeck tätig. Er bringt also einiges an Erfahrung mit. „Die Ausgangssituation in Dortmund ist noch besser, aber man muss sie sehr ernst nehmen“, erklärte er und verwies auf die Konsolidierungshistorie der zwei anderen Kommunen, mit Nothaushalten und langjährigen Haushaltssicherungskonzepten.

Foto: Alex Völkel für Nordstadtblogger.de Kämmerer Thorsten Bunte mit seinem Amtsvorgänger Jörg Stüdemann.

Dortmunds Haushalt, der „nicht gut aussehen wird“, solle zusammen mit einem Konsolidierungsplan am 12. November in den Rat eingebracht werden. Ziel sei es, „möglichst an einem pflichtigen Haushaltssicherungskonzept vorbeizukommen“, betonte Bunte. Der im Vergleich zu anderen Kommunen noch relativ hohe Eigenkapitalanteil von 1,7 Milliarden Euro in der Gesamtbilanz ermögliche aber noch einen gewissen Spielraum.

„Um das Ganze vorzubereiten, sind wir aktuell in Workshop-Formaten mit allen Dezernaten. Die Kolleginnen und Kollegen in den Fachbereichen kennen ihr Geschäft am besten und wissen oft schon, wo man ansetzen kann. Man muss ihnen die Chance geben, das in einem geschützten Raum zu äußern“, so Bunte.

„Es geht wirklich um das Fundament dieses Staates“

In welchen Bereichen wie viel konkret gespart werden müsse, sei deshalb vorerst kein Thema, das er öffentlich diskutierten wolle. Fixe Vorgaben gäbe es zunächst nicht. Sie könnten im weiteren Verlauf des politischen Beratungsprozesses aber auch nicht ausgeschlossen werden. Einen Orientierungswert, wie hoch die Einsparungen ausfallen müssten, bilde die Defizitquote Dortmunds. Diese lag 2025 bei etwa 9 Prozent [Erklären, das versteht niemand].

Mann im Anzug sitzt vor einem Beamer mit der Aufschrift : 100 Tage Kämmerer
Foto: Sigrid Kreische für Nordstadtblogger.de Thorsten Bunnte: „Es geht wirklich um das Fundament dieses Staates.“

Die kommunalen Finanzen der nächsten Jahre bewegten sich in einem Spannungsfeld von „Haushaltsdefiziten in einer sehr massiven Form“ und einem „erheblichen Investitionsbedarf“, insbesondere in den Bereichen Infrastruktur und Schulbau.

In den letzten Jahrzehnten sei, auch wegen ungünstigen finanziellen Rahmenbedingungen, nicht genügend investiert worden. „Das kann man eine Zeit lang machen, aber es fällt einem irgendwann einfach auf die Füße“, erklärte Bunte.

Er wolle sich weiter dafür einsetzen, dass Bund und Länder sich mehr mit der Problematik der kommunalen Altschulden und strukturellen Reformen zur Entlastung der Kommunen befassen. „Es geht wirklich um das Fundament dieses Staates“, betonte Bunte.

Er unterstütze die Forderungen eines von der Bertelsmann Stiftung beauftragten Expertenrats. In einem entsprechenden Papier heißt es: „ Nur wenn Bund, Länder und Kommunen gemeinsam spürbare Beiträge leisten, lässt sich kommunale Handlungsfähigkeit dauerhaft stärken“. Schnelle, spürbare Ergebnisse erwarte er aber nicht. [vielleicht hierzu noch einen Absatz mit Verweis auf die Delegationsreise?]

„Zum Optimismus gibt es keine vernünftige Alternative“

Mit Blick auf die Lage in Dortmund erklärte er: „Es geht auch darum, diese Situation als Chance zu begreifen und Dinge neu zu strukturieren und auch effizienter und besser zu organisieren.“ Und weiter: „Ich glaube, dass wir es schaffen werden in einem guten dreistelligen Millionenbereich zu konsolidieren. Ich glaube aber wir sind noch nicht am Ziel angesichts der Defizite die wir haben.“

Pressekonferenz im Ratssaal
Foto: Anja Cord für Nordstadtblogger.de Die beiden Neuen: OB Alexander Kalouti (CDU) und Kämmerer Thorsten Bunte.

Konkret wurde er dabei nur im Bereich von Kürzungen in der Verwaltung. Hier kalkuliere er mit einem Abbau von etwa 400 Stellen innerhalb der nächsten 5 Jahre. „Da führt gar kein Weg dran vorbei, schon allein aus der demographischen Entwicklung heraus“, erklärte Bunte.

Welche weiteren konkreten Maßnahmen auf Dortmund zukommen wird sich im November zeigen, wenn Haushalt und Konsolidierungspläne in den Rat eingebracht werden sollen.

Bunte selbst will aber optimistisch bleiben und zitierte den Philosophen Karl Popper: „Zum Optimismus gibt es keine vernünftige Alternative“, und ergänzte: „Wir haben hier eine Aufgabe zu erfüllen und versuchen, mit den Gegebenheiten das Bestmögliche im Interesse dieser Stadt zu machen.“


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Ariane Tillmann | Nordstadtblogger

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