Escape Room: Ein interaktives Projekt macht jüdisches Leben in Dorstfeld spielerisch erfahrbar

Jüdisches Leben erleben und Vorurteile abbauen im Bürgerhaus Pulsschlag

Das Foto zeigt den Escape Room, eine Schiffskabine, in dem verschiedene Möbelstücke stehen.
Der Escape Room simuliert eine Schiffskabine, in der verschiedene Möbelstücke stehen. Foto: Nordstadtblogger.de

Der Escape Room „Fixing the Boat – Finding Identity“ gastiert vom 29. August bis 17. September 2025 im Bürgerhaus Pulsschlag in Dortmund-Dorstfeld. Das Projekt ermöglicht Teilnehmenden einen besonderen Zugang zu jüdischen Identitäten und fördert Austausch sowie demokratische Werte. Alle Spielzeiten sind ausgebucht – das große Interesse zeigt, wie relevant der Austausch zu jüdischem Leben und demokratischen Werten vor Ort ist.

Ein Escape Room als Schlüssel zu neuen Perspektiven auf jüdische Kultur und Lebenswelten

Das Escape Room Game „Fixing the Boat – Finding Identity“ wurde von der Beratungsstelle SABRA unter Trägerschaft der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf entwickelt und tourt seit 2023 erfolgreich durch Deutschland. Es ist das erste Spiel dieser Art in Europa, das jüdisches Leben und Identitäten erfahrbar macht. Ziel ist es, durch gemeinsames Rätsellösen Vorurteile zu vermeiden und Verständnis für jüdische Lebenswelten zu stärken.

Das Poster des Escape-Rooms zeigt ein Boots-Ruder und blaues Meer.
Das Poster des Escape-Rooms. Foto: Nordstadtblogger Redaktion

Im Mittelpunkt stehen Fragen wie „Wer bin ich?“ und „Was macht meine Identität aus?“. Das Projekt setzt auf Teamwork und Kommunikation, um demokratische Werte und gegenseitigen Respekt zu vermitteln. Nach dem Spiel folgt eine Reflexion zu den angesprochenen Themen, um persönliche Bezüge und neue Perspektiven herzustellen.

Die Teilnahme ist vielfältig: Neben Dortmunder Schulen nehmen soziale Träger und Institutionen am Escape Room teil. Die Umsetzung wird durch ausgebildete Honorarkräfte begleitet, die einen sicheren Rahmen bieten. Das große Interesse spiegelt sich darin wider, dass alle Termine bereits vor Beginn ausgebucht waren.

Gemeinsames Engagement von Institutionen und Stadtgesellschaft

Das Projekt ist eine Kooperation von ADIRA (Antidiskriminierungsberatung und Intervention bei Antisemitismus und Rassismus), den Quartiersdemokrat:innen und der Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie der Stadt Dortmund. Vivianne Dörne, Koordinatorin der Quartiersdemokraten, betont: „Antisemitismus ist auch in Dorstfeld ein Problem und geht hier in erster Linie durch die ansäßige Neonaziszene aus. Daher haben wir uns ganz bewusst an dem Projekt beteiligt und den Escape Room in diesen Stadtteil geholt. Damit senden wir ein Zeichen gegen Antisemitismus und machen jüdisches Leben auch hier vor Ort sichtbarer.“

Das Foto zeigt Micha Neumann.
Micha Neumann leitet seit 2020 die Dortmunder Fachberatungsstelle „ADIRA“. Foto: Katharina Urban

Auch Micha Neumann, Teamleiter bei ADIRA, hebt die gelungene Zusammenarbeit verschiedener Akteur:innen hervor: „Dass wir den Escape Room in Kooperation von zivilgesellschaftlichen und kommunalen Organisationen nach Dortmund geholt haben, zeugt von der guten Zusammenarbeit, wenn es darum geht, Maßnahmen gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben in dieser Stadt umzusetzen. Ich freue mich, dass es uns durch viel Vorarbeit gelungen ist, dieses einmalige Erlebnis anzubieten.“

Die Umsetzung des Escape Rooms in Dorstfeld wurde finanziell von der städtischen Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie unterstützt. Damit wird Vielfalt vor Ort gefördert und demokratisches Engagement gestärkt. Das Projekt setzt ein starkes Zeichen für eine offene Gesellschaft und gegen Antisemitismus.

Von Prävention bis Beratung: Projekte und Stellen, die Antisemitismus nachhaltig bekämpfen

ADIRA ist eine landesgeförderte Antidiskriminierungsberatungsstelle mit Schwerpunkt auf Antisemitismus und ist in Trägerschaft der Jüdischen Gemeinde Dortmund. Die Quartiersdemokrat:innen sind auf Rechtsextremismusprävention und zivilgesellschaftliches Miteinander im Stadtteil Dorstfeld spezialisiert. Die Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie ist organisatorisch beim Oberbürgermeister angesiedelt und fördert Projekte wie diesen Escape Room.

Das Foto zeigt das Bürgerhaus Pulsschlag, ein modernisiertes Industriegebäude aus Backstein mit großen Fenstern. Davor stehen Holzmöbel.
Der Escape Room befindet sich im Bürgerhaus Pulsschlag. Foto: Nordstadtblogger-Redaktion

Sofia Sboui, Projektreferentin bei ADIRA, sagt: „Als Beratungsstelle mit dem Schwerpunkt Antisemtismus, ist uns ein wichtiges Anliegen, gegenwärtiges jüdisches Leben zu thematisieren. Dies gelingt durch den Escape Room. Auf diese Weise bieten wir eine Möglichkeit für Bürgerinnen und Bürger, sich spielerisch mit dem Thema auseinanderzusetzen und sensibilisieren für antisemitische Vorurteile“.

Friedhelm Evermann, Sonderbeauftragter für Vielfalt, Toleranz und Demokratie des Oberbürgermeisters, hebt hervor: „Dieses Projekt ist mehr als ein Spiel – es ist eine Einladung, jüdisches Leben kennenzulernen, Vorurteile zu überwinden und gemeinsam eine offene, respektvolle Stadtgesellschaft zu gestalten.“


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