
Die Augenklinik des Klinikums Dortmund erweitert ihr Behandlungsangebot für Menschen mit Glaukom. Ein Glaukom – umgangssprachlich auch Grüner Star genannt – ist eine chronische Augenerkrankung, bei der der Sehnerv nach und nach geschädigt wird. Erstmals kam im Ruhrgebiet ein innovatives Drainageimplantat zur Senkung des Augeninnendrucks zum Einsatz. Der Eingriff markiert zugleich den Ausbau eines neuen medizinischen Schwerpunkts.
Erstmaliger Einsatz eines neuartigen Glaukom-Implantats in Dortmund
Die Augenklinik des Klinikums Dortmund hat erstmals ein innovatives Drainageimplantat zur Behandlung eines fortgeschrittenen Glaukoms eingesetzt. Das PAUL-Glaukom-Implantat verbessert den Abfluss des Kammerwassers und kann dadurch langfristig den Augeninnendruck senken, der beim Vorliegen zu hoher Werte den Sehnervenkopf schädigt.
Im Ruhrgebiet wurde dieses Implantat nun erstmalig implantiert. Für Patientinnen und Patienten eröffnen sich dadurch neue therapeutische Möglichkeiten, die das Fortschreiten der Erkrankung wirksam bremsen können. Studien zeigen sehr gute Behandlungsergebnisse – auch bei Patientinnen und Patienten, die bereits zuvor operiert wurden.
Häufig entsteht ein Glaukom durch einen erhöhten Augeninnendruck, der das empfindliche Nervengewebe belastet. Die Krankheit verläuft meist schleichend und bleibt lange unbemerkt, weil das Sehvermögen erst in späten Stadien beeinträchtigt wird. Wird sie jedoch früh erkannt und behandelt, lässt sich ein Fortschreiten oft verhindern.
Neue operative Konzepte und klare Schwerpunktsetzung
Durchgeführt wurde der Eingriff von Priv.-Doz. Dr. Raffael Liegl, seit Juli 2025 Direktor der Augenklinik. „Das Glaukom ist eine der tückischsten Augenerkrankungen. Es verläuft schleichend, macht oft lange keine Beschwerden und kann unbehandelt zur Erblindung führen“, erklärt Liegl.

„Moderne operative Verfahren sind deshalb ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Patientinnen und Patienten werden heute deutlich früher operiert als noch vor einigen Jahren.“ Die Einführung des neuen Drainageimplantats sei nur eine von mehreren Therapieoptionen, die nun in Dortmund zur Verfügung stehen.
Mit dem ersten Einsatz des Implantats geht auch eine strukturelle Erweiterung der augenärztlichen Schwerpunkte einher. Neben der Behandlung von Netzhauterkrankungen, bei denen die Augenklinik seit Jahrzehnten zu den führenden Adressen zählt, wird das Glaukom künftig als zweites zentrales Arbeitsfeld etabliert. Ausschlaggebend dafür sind die steigende Zahl an Betroffenen in einer alternden Bevölkerung sowie die zunehmende Komplexität der diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten.
Spezialisierte Glaukomversorgung mit neuen Sprechstunden
Herzstück des Ausbaus ist die Einrichtung eines eigenen Bereichs für Glaukomerkrankungen unter neuer oberärztlicher Leitung. Die Klinik möchte damit eine noch stärkere Spezialisierung ermöglichen und den Zugang zu moderner Diagnostik, individueller Betreuung und unterschiedlichen operativen Verfahren verbessern.
Auch die ambulanten Angebote der Augenklinik werden neu strukturiert. Künftig richtet das Klinikum spezielle Glaukomsprechstunden ein, um Wartezeiten zu verkürzen und eine gezielte Versorgung zu ermöglichen. Gesetzlich versicherte Patient:innen können diese freitags mit Überweisung ihrer Augenärzt:innen wahrnehmen. Für Privatversicherte und Selbstzahler:innen steht donnerstags eine eigene Sprechstunde zur Verfügung.
„Wir möchten unseren Patientinnen und Patienten den Zugang zu spezialisierter Expertise erleichtern“, betont Dr. Liegl. Gerade das Glaukom erfordere engmaschige Kontrollen und individuell abgestimmte Therapieentscheidungen – Anforderungen, die sich nur in spezialisierten Strukturen zuverlässig erfüllen ließen.
Innovationen sichern nachhaltigen Schutz des Sehnervs
Das neue Drainageimplantat steht beispielhaft für den technologischen Fortschritt in der Augenheilkunde. Bei fortgeschrittenen Glaukomformen oder bei Glaukomtypen, die nicht auf herkömmliche Therapien wie Augentropfen oder Laserbehandlungen ansprechen, stoßen klassische Methoden an ihre Grenzen. Operative Verfahren ermöglichen es hingegen, den Augeninnendruck nachhaltig zu stabilisieren und den Sehnerv vor weiteren Schäden zu schützen.
Die Dortmunder Augenklinik plant, auch künftig neue wissenschaftliche Entwicklungen frühzeitig in die Versorgung einzubinden. Mit dem Ausbau des Glaukomschwerpunkts positioniert sich das Klinikum Dortmund noch stärker als moderne Anlaufstelle für Menschen mit komplexen Augenerkrankungen.

