Vollsperrung der A45 in Dortmund hat Auswirkungen auf den gesamten Verkehr

Neubau der Autobahnbrücke in Dortmund Marten

Sigrid Kreische | Nordstadtblogger Der Neubau der Autobahnbrücke ist mit vielen Verkehrsbeeinträchtigungen verbunden.

Im Rahmen der Sanierung der Autobahn A45 wird es ab Ende des Jahres in Dortmund zu großen Beeinträchtigungen im Verkehr kommen. Geplant ist eine Vollsperrung des Autobahnabschnitts zwischen dem Autobahnkreuz Dortmund-West und der Anschlussstelle Dortmund-Hafen für acht Monate. Wegen der Baustelle muss auch die Durchfahrt der Martener Straße zur Heyden-Rynsch-Straße gesperrt werden.

Sperrung der Martener Straße sorgt für großen Informationsbedarf

Neben dem Autoverkehr sind auch der Bahnverkehr und der ÖPNV betroffen. Unter der Brücke verlaufen insgesamt sieben Bahngleise für den Fern-, Regional- und Güterverkehr. Durch die geplante Sperrung eines Teilabschnitts der Martener Straße trifft es auch die Buslinien 462, 466 und NE12, sowie die Stadtbahnlinie U44.

Sigrid Kreische | Nordstadtblogger Den ersten Stau verursachte die Infoveranstaltung.

Die Stadt Dortmund und die beteiligten Unternehmen luden deshalb zu einem gemeinsamen Informationsabend mit Anwohner:innen und Interessierten ein. Der Andrang war gewaltig. So verursachte das geplante Verkehrsprojekt bereits beim Einlass zur Veranstaltung einen ersten Stau. Weitaus ärgerlicher war allerdings die Akustik in dem alten Kirchenbau am Sadlerhof.

Wegen zahlreicher Beschwerden wurde die Eingangspräsentation gekürzt. Wer Interesse hatte, konnte sich trotzdem an den Ständen der beteiligten Unternehmen informieren. Die Veranstaltung soll wiederholt werden, sobald man passende Räumlichkeiten gefunden habe, erklärte die Stadt Dortmund.

Brückensanierung laut Autobahn GmbH „weder sinnvoll noch wirtschaftlich“

Der Abriss und Neubau der Autobahnbrücke ist nach Aussagen der Autobahn GmbH unumgänglich. Zunächst habe man geprüft, ob eine Sanierung in Frage käme. Nach einer Untersuchung sei man aber zu dem Schluss gekommen, diese sei „weder sinnvoll noch wirtschaftlich“. Um weitere Schäden auszuschließen, habe man eine „Verkehrsführung mit verengten Fahrspuren“ eingerichtet und unmittelbar mit der Planung zum Neubau begonnen.

Viele Menschen in einer Kirche
Sigrid Kreische | Nordstadtblogger Volles Haus und reges Interesse während der Infoveranstaltung.

Geprüft worden sei auch die Errichtung einer Behelfsbrücke. Durch die dichte Bebauung und aufgrund vorhandener Versorgungsleitungen, sei diese aber nicht realisierbar gewesen.

Ein schrittweiser Neubau, bei dem zuerst ein Teil der zweigliedrigen Brücke erneuert wird, während der andere Teil weiter befahren werden könne, sei aus statischen Gründen nicht möglich, erklärte ein Vertreter der Autobahn GmbH.

Einschränkungen und Umleitungen für Autofahrer:innen

Los gehen soll es bereits ab dem 2. November 2026 mit der Sperrung eines Teils der Martener Straße für den Autoverkehr. Der ÖPNV bleibt vorerst bestehen. Auch Fußgänger:innen, Radfahrer:innen und Rettungsdienste können bis zum 5. April 2027 weiter passieren. In dieser Zeit verlegt die DONETZ Versorgungsleitungen, um genügend Platz für den Abriss und Neubau der Brücke zu schaffen.

Kleiner Bagger vor einer Autobahnbrücke
Foto: Sigrid Kreische für Nordstadtblogger.de Noch reichen kleine Bagger für die angehende Großbaustelle

Vom 5. April 2027 bis zum 31. Januar 2028 kommt es dann zur Vollsperrung für alle Verkehrsteilnehmer:innen. Für den PKW-Verkehr wird eine Umleitung errichtet, die über die Planetenfeldstraße und den Martener Hellweg/Alter Hellweg zur Unterführung an der Borussiastraße führt. Dort kann die Bahntrasse gequert werden. Die Umleitung führt dann über den Kesselborn zurück auf die Martener Straße, ein Umweg von etwa 6 Kilometern.

Der LKW-Verkehr soll weiter südlich über die Brennabornstraße geleitet werden. Durch zwei Brücken mit Gewichtsbeschränkungen auf der PKW-Umleitung verlängert sich der Umweg auf rund 7,5 km. Auch für Fußgänger:innen kommt es zu Einschränkungen. Sie sollen über die Walbertstraße, den Wischlinger Weg, die Straße Am Roten Haus und die Hallerey ihr Ziel erreichen. Ein Umweg von circa 1,5 Kilometern.


DSW21 stellt für die Bauzeit Bus- und Bahnlinien um

Die U44 endet ab dem 5. April 2027 an der Station „Dorstfeld Betriebshof“. Die Buslinie 462 soll bis zur Haltestelle „Wittener Straße“ verlängert werden. Zwischen den Stationen „In der Meile“ und „Wittener Straße“ soll die Linie im 10-Minuten-Takt bedient werden, um das Fahrgastaufkommen der U44 auffangen zu können.

Strassenbahnhaltestelle unter einer Autobahnbrücke
Foto: Sigrid Kreische für Nordstadtblogger.de Die Haltestelle Martin Süd ist bald Geschichte

Die Buslinie 445 soll im 20-Minuten-Takt die S-Bahnstationen „Germania“ und „Dortmund Universität“ verbinden und dient als Ersatz für den Wegfall einiger Stationen der Linie 462. Die Buslinie 466 endet an der Station „Bünnhelferstraße“. Zum NE12 wurden keine weiteren Angaben gemacht. Zwischen dem 5. und 10. April 2027 kann es kurzfristig zu zusätzlichen Einschränkungen kommen.

Abriss und Neubau eng mit der Deutschen Bahn abgestimmt

Ab dem 28. April 2027 kommt es dann zur Vollsperrung der A45 zwischen dem Autobahnkreuz Dortmund-West und der Anschlussstelle Dortmund-Hafen. Der Autobahnverkehr soll innerstädtisch über die Mallinckrodtstraße, die Dorstfelder Allee und die A40 geleitet werden. Zur großräumigen Umgehung sollen Autofahrer:innen auf die Autobahnen A43, A1 und A448 ausweichen. Die A43 soll bis dahin auch wieder für den Schwerlastverkehr zugänglich sein.

Vom 9. Juli bis zum 15. Oktober 2027 erfolgt zusätzlich eine Totalsperrung der Bahngleise Richtung Duisburg für 14 Wochen. Für Bahnreisende mit Zielen zwischen Dortmund und Duisburg bleibt in diesem Zeitraum nur der Schienenersatzverkehr durch Busse. Die Linien von RE1 und RE6 werden über Herne und Gelsenkirchen umgeleitet, so dass Direktverbindungen zwischen Dortmund und den Stationen Duisburg, Düsseldorf und Düsseldorf-Flughafen bestehen bleiben.

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