Mehr Plätze für Betreuung von U3-Kindern und höherer Mietzuschuss für Kita-Neubauten

Dortmund stellt die Weichen für die Zukunft der Kindertagesstätten

Blick in den Eingangsbereich einer Kita.
Der Stadt Dortmund fehlt weiterhin Betreuungsplätze für unter Dreijährige. Der Bedarf steigt jährlich. Foto: Daniel Ligges

Der Verwaltungsvorstand der Stadt legt dem Rat zwei Beschlüsse vor, die ein positives Signal an die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Dortmund senden sollen. Die Stadt möchte den Ausbau der Betreuung von Kindern unter drei Jahren weiter ausbauen und bis 2035 eine Bedarfsquote von 60 Prozent erreichen. Außerdem soll der Mietzuschuss für neue Kitas erhöht und damit mehr Betreuungsplätze geschaffen werden.  

Bedarf für Betreuung von unter Dreijährigen steigt auf 60 Prozent

Bisher noch lag die Ziel-Quote für die Betreuung von unter Dreijährigen in Dortmund bei 50 Prozent. Seit dem Beschluss von 2021 habe sich jedoch der Bedarf verändert, so Monika Nienaber-Willaredt im Hinblick auf Berechnungen aus der Wissenschaft. In Nordrhein-Westfalen sei der Bedarf zwischen 2012 und 2024 jährlich um 1,5 Prozent gestiegen. ___STEADY_PAYWALL___

Portrait der Politikerin
Stadträtin Monika Nienaber-Willaredt fordert mehr Betreungsplätze für U3-Kinder. Foto: Anja Cord für Nordstadtblogger.de

Daher wurde die Ziel-Quote vom Verwaltungsvorstand nun auf 60 Prozent angehoben. „Wir haben bereits viel erreicht, doch der Bedarf wächst weiter. Mit den neuen Planungen sichern wir die Zukunft der Betreuung und schaffen verlässliche Perspektiven für Familien”, sagt Nienaber-Willaredt, Dezernentin für Schule, Jugend und Familie.  

Aktuell kann die Stadt Dortmund 44 Prozent der Kinder unter drei Jahren einen Betreuungsplatz anbieten. Auf dem Stadtgebiet kommt es jedoch teilweise zu großen Unterschieden. In der Nordstadt liegt die Zahl für U3-Kitaplätze nur bei 33 Prozent und bildet damit das Schlusslicht. Die beste Versorgung gibt es dagegen in Hombruch mit 57 Prozent. 

Dortmund liegt im Vergleich sieben Prozentpunkte über dem bundesweiten Durchschnitt von 38 Prozent. In absoluten Zahlen ausgedrückt fehlen damit deutschlandweit rund 306.000 U3-Plätze, so das Institut für Wirtschaft.  

Kita-Plätze sind wichtig für frühkindliche Bildung

Nienaber-Willaredt spricht von einer Vollauslastung der vorhandenen Plätze und fordert mehr Betreuungsplätze. Ihr geht es auch um Teilhabe und Chancengleichheit für Kinder. Denn: „Ungleiche Ausgangslagen durch Armut oder andere soziale Benachteiligungen können durch den Besuch einer Kita ausgeglichen werden”, erklärt die Stadträtin. Die langfristigen Bildungs- und Lebenschancen der Kinder könnten damit erhöht werden.

Blick in den Außenbereich
Erst im letzten Herbst hat die Kita am Burgweg eröffnet. Es ist die 100. Kita vom städtischen Träger Fabido. Foto: Markus Kaminski / Stadt Dortmund

Das Erreichen der Ziel-Quote von 60 Prozent steht und fällt mit dem Ausbau der insgesamt verfügbaren Kitaplätze. Um den Neubau von Kitas zu sichern, schlägt der Verwaltungsvorstand vor, den städtischen Mietzuschuss für neue Einrichtungen zu erhöhen. Der Rat entscheidet darüber im März. 

In Dortmund wird für den Neubau von Kindertagesstätten ein Investorenmodell genutzt. Dabei beteiligen sich private Investoren an der Finanzierung und dem Bau der Einrichtungen. Die Refinanzierung für die Geldgeber wird durch das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) des Landes NRW sichergestellt.

Städtischer Mietzuschuss soll Ausbau von Kitas sichern

Der zweite Beschlussvorschlag soll den Ausbau von Kitaplätzen stärken bzw. erhalten: Denn über das KiBiz erhalten die Investoren eine Quadratmeter-Miete von 13,32 Euro vom Land NRW. Dies sei, nach Nienaber-Willaredt, allerdings zu wenig. In den vergangenen Jahren haben sich deshalb immer weniger Investoren am Bau neuer Kitas beteiligt – einige Projekte sollten sogar gestoppt werden.

Mit dem Mietzuschuss sollen Investoren beim Bau neuer Kitas besser unterstützt werden. Durch die angestiegenen Baukosten und eine unzureichende Finanzierung durch das Land NRW seien einige Projekte in ihrer Umsetzung gefährdet, so Nienaber-Willaredt. 

Um dies zu verhindern, soll der städtische Mietzins von 15 auf 18 Euro pro Quadratmeter ansteigen. Erst im letzten Jahr wurde der Zins von 13,32 auf 15 Euro angehoben. Die dadurch entstehenden Mehrkosten für die Stadt würden von 145.000 Euro im Jahr 2026 schrittweise auf etwa 1,15 Millionen Euro bis 2030 ansteigen, so die Dezernentin.  


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