Klimaanpassung für Unternehmen: Austausch und Beratung beim „Klima-Check-Up“

Gewerbeflächen bieten großes Potenzial für den klimarobusten Umbau

Blick in die Veranstaltung
Wie wirken sich die Folgen des Klimawandels aus und was können Unternehmen ganz konkret auf ihren Flächen tun: Das erfuhren die Teilnehmer:innen des Klima-Check-Ups Foto: Stefan Tuschy / EGLV

Starkregen, Hitze und Dürre stellen Unternehmen zunehmend vor Herausforderungen. Beim „Klima-Check-Up“ in Dortmund informierten die Zukunftsinitiative Klima.Werk und die Emschergenossenschaft/Lippeverband darüber, wie Gewerbeflächen und Immobilien klimafit umgebaut werden können. Im Mittelpunkt standen individuelle Beratungsgespräche zu technischen Maßnahmen, Genehmigungen und Fördermöglichkeiten. Praxisbeispiele aus der Region zeigten, dass sich Klimaanpassung auch wirtschaftlich lohnen kann.

Klimaanpassung als Aufgabe für Unternehmen

In der Emscher-Lippe-Region sind rund ein Fünftel der Siedlungs- und Verkehrsflächen Gewerbe- und Industrieflächen. Daraus ergibt sich ein großes Potenzial für den klimaresilienten Umbau, aber auch eine Verantwortung der Unternehmen, sich aktiv an der Klimaanpassung zu beteiligen.

Vor diesem Hintergrund luden die Zukunftsinitiative Klima.Werk und die Emschergenossenschaft/Lippeverband zu einer Informations- und Beratungsveranstaltung ein. Mit dem „Klima-Check-Up“ war das Klima.Werk zu Gast auf dem Wilopark in Dortmund, dem Hauptsitz des Wassertechnologiekonzerns Wilo.

Gebäude mit grüner Fassade
Das Unternehmen Wilo hat an seinem Konzernsitz in Dortmund einige Schwammstadt-Maßnahmen umgesetzt. Darunter zum Beispiel auch eine Fassadenbegrünung. Foto: Stefan Tuschy / EGLV

Dass der Veranstaltungsort bewusst gewählt war, zeigte ein Blick auf das Firmengelände von Wilo. Dort wurden bereits verschiedene Bausteine der Klimaanpassung umgesetzt, darunter Dach- und Fassadenbegrünungen, ein Regenrückhaltebecken, Rigolen zur Speicherung von Niederschlägen sowie die Nutzung von Regenwasser, etwa für die Toilettenspülung.

Diese Maßnahmen sind Teil des sogenannten Schwammstadt-Konzepts und sorgen dafür, dass Regenwasser im natürlichen Wasserkreislauf verbleibt, vor Ort versickern/verdunsten kann oder zum Bewässern gespeichert wird. Dadurch fließt weniger Regenwasser gemeinsam mit Abwasser in die Kanalisation und zur Kläranlage, sondern kann zur Kühlung beitragen, Grünflächen stärken und vor Überflutungen bei Starkregen schützen.

Bessere Aufenthaltsqualität und Sparpotenzial

Die Umsetzung der geförderten Schwammstadt-Maßnahmen hat sich für Wilo aus Sicht des Unternehmens bewährt. Gero Böhmer, Global Director Government & Public Affairs bei Wilo, betont: „Wir würden das jederzeit wieder machen, weil es nachhaltig ist.“ Neben einer verbesserten Aufenthaltsqualität auf dem Gelände nannten die Beteiligten auch finanzielle Vorteile. Einsparungen bei den Entwässerungsgebühren seien ein zusätzlicher Effekt, so Böhmer.

Ähnliche Erfahrungen schilderte Hubert Claves, Leiter der Unternehmenskommunikation des Stiftungsklinikums Proselis. Die Stiftung ist Träger des Prosperhospitals in Recklinghausen und des St.-Elisabeth-Hospitals in Herten, an deren Standorten ebenfalls Schwammstadt-Maßnahmen umgesetzt wurden. Diese wirkten sich auch nach 20 Jahren noch in vielerlei Hinsicht positiv aus, so Claves.

Teilnehmende im Gespräch
Die Vertreter:innen der Unternehmen wurden beim Klima-Check-Up zu individuellen Lösungen beraten. Foto: Stefan Tuschy / EGLV

Die vorgestellten Best-Practice-Beispiele sollten die Teilnehmenden motivieren, selbst aktiv zu werden. Einen weiteren Impuls lieferte ein Vortrag von Dr. Monika Steinrücke von der K.Plan GmbH. Unter der Leitfrage „Was kostet es uns nichts zu tun?“ machte sie deutlich, dass sich Klimaanpassung auch wirtschaftlich rechnet.

Häufiger auftretende Extremwetterereignisse können zu Schäden an Gebäuden führen, die Produktivität beeinträchtigen und Mitarbeitende belasten. Die daraus resultierenden Einbußen bei Wertschöpfung und Arbeitsfähigkeit stehen den Investitionen in präventive Maßnahmen gegenüber.

Individuelle Beratung für Gewerbeflächen

Herzstück der Veranstaltung waren die persönlichen Beratungsgespräche. Vertreter:innen von Unternehmen wie Trimet, Thyssenkrupp, der Handwerkskammer Dortmund, einem LWL-Klinikum, einem Elektrobetrieb oder einem Architekturbüro nutzten die Gelegenheit zum Austausch.

Mitarbeiter:innen der Serviceorganisation der Zukunftsinitiative Klima.Werk bei Emschergenossenschaft/Lippeverband sowie aus Netzwerk-Kommunen entwickelten in Einzelgesprächen individuelle Lösungen für die jeweiligen Grundstücke. Carolin Borgmann und Patrick Czok, Projektleiter:innen in der Serviceorganisation, ziehen ein positives Fazit: „Das ist sehr gut angekommen, hat gut funktioniert und hilft den Unternehmen.“

Dabei wurde deutlich, dass es zahlreiche technische Möglichkeiten gibt – von unter- oder überirdischen Regenwasserspeichern über Flächen- oder Muldenversickerung bis hin zu Dach- und Fassadenbegrünungen oder Rückhaltebecken. Die Investitionskosten müssen Unternehmen in der Emscher-Lippe-Region nicht alleine tragen, Fördergelder gibt’s über diese Programme: Fördergeld für Abkopplung und Starkregen-Resilienz und KRiS-Förderung für Eigentümer:innen im Ruhrgebiet | Klima.Werk.

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