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Wiedereröffnung des Westfalenparks: Das Sonnensegel soll zum öffentlichen Treffpunkt für alle umgestaltet werden

Das Team des Regenbogenhauses im wiedereröffneten Westfalenpark hat einen ganz eigenen Weg gefunden, einen kleinen Gruß an die Besucherinnen und die Besucher zu senden. Unterstützt vom Gärtner-Team entstand der Schriftzug „Bleibt gesund!“. Das gesamte Team des Westfalenparks schließt sich dieser schönen Aktion an. Foto: Richard Ortmann

Von Nora Lemjimer

Nachdem der Westfalenpark in Dortmund eine mehrwöchige Zwangseinstellung des Parkbetriebs auferlegt bekommen hat, ist er seit diesem Dienstag wieder für Besucher*innen geöffnet. Ein in der Vergangenheit vielseitig genutzter Ort ist das Sonnensegel: Es soll nach Abschluss der Sanierung allen Gästen des Parks täglich als Treffpunkt für Veranstaltungen und Aktionen des Parks, aber auch für Angebote der Partner*innen im Park zur Verfügung stehen – Gottesdienste, Chor-Auftritte und ähnliches können dort stattfinden. Mit einer Fertigstellung der Maßnahme wird Anfang 2022 gerechnet.

IGA 2027 gibt Anlass zur großflächigen Modernisierung – zukunftsorientiertes Parkkonzept erwünscht

Udo Reppin ist haushaltspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion.

Udo Reppin ist haushaltspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Foto: Alex Völkel

2027 wird die Internationale Gartenausstellung in die Metropole Ruhr kommen: Mit ihr als Ansporn, fordert die CDU, dass die „Verwaltung endlich ein zukunftsfähiges Gesamtkonzept,  für den Westfalenpark vorlegt“, zumal die Parkanlage durch „frühere Bundesgartenschauen zu Dortmunds Markenzeichen“ geworden sei, so Udo Reppin, finanzpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion.

Auch der Freundeskreis Westfalenpark e.V. freut sich derzeitig über die angekündigten 34 Millionen Euro zur Verbesserung der gesamten Infrastruktur im Westfalenpark. Viele Jahre konnten wegen der fehlenden verfügbaren Mittel der Stadt keine größeren Maßnahmen mehr durchgeführt werden. „Wir brauchen jetzt ein Parkkonzept, das für die Bedürfnisse und Ansprüche der Menschen von heute ausgerichtet ist“, so Reppin.

Es reiche demnach nicht aus, substanzerhaltende Maßnahmen an Gärten, Gebäuden und technischen Anlagen zu ergreifen – dabei kritisiert Reppin das von der Verwaltung erarbeitete Zukunftskonzept für die Parkanlage in puncto Zeitgemäßheit und Attraktivität.

Traditionswert des Westfalenparks soll in Zukunftskonzept nicht missachtet werden

Das Sonnensegel aus der Ferne, davor Mahnung

Das Sonnensegel von weitem – seit Ende 2012 ist es für Besucher*innen der Parkanlage unzugänglich gemacht worden. Foto: Thomas Engel

„Umso schöner ist es, dass nun ein Riesenbatzen Geld für eine echte Erneuerung und Modernisierung der beliebten Freizeitanlage bereitgestellt werden soll und nicht allein reine Sanierungen oder Erhaltungsaufwände eingeplant worden sind“, teilt Monika Greve als Vorsitzende für den Vereinsvorstand vom Freundeskreis Westfalenpark mit.

Mit der langen Tradition des Parks im Hinterkopf, gleichzeitig aber auch der stetigen Weiterentwicklung der Stadt um den Park herum, soll an einem Konzept gearbeitet werden, das trotz der Wichtigkeit des Erhalts dieser Tradition, den „Mut hat, neue Wege einzuschlagen“.

Man solle sich Gedanken machen, wie man den Park wieder besser in das Stadtgeschehen integrieren könne. Die CDU steht diesbezüglich noch im Diskurs mit der Verwaltung, da für sie das nun vorgelegte Parkentwicklungskonzept „Zukunftskonzept Westfalenpark“ noch immer einem angestrebten Gestaltungsentwurf nicht gerecht würde.

Tragwerk des Sonnensegels bereits erfolgreich saniert – ein Neustart nach der Schließung

Die Rettung für das Sonnensegel ist in Sicht.

Die Rettung für das Sonnensegel ist in Sicht. Im Juni sollen die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein – Umbau der Umgebung geplant. Foto: Archiv

Allen Akteuren gemein dürfte die Auffassung sein, dass die Wiedereröffnung des Westfalenparks für Freizeit- und Erholungssuchende in Dortmund ein wichtiger Schritt in dieser Lage ist – die Seilbahn und die Kleinbahn sind ab dem Wochenende auch wieder in Betrieb. Zum Schutz der Gesundheit liegen zehntausend farbige Schutzmasken für die Fahrgäste bereit. Pro Gondel darf eine Person mitfahren, bei Familien sind zwei Personen erlaubt.

Das Sonnensegel hingegen war schon lange vor Corona geschlossen: seit Ende 2012 ist das Sonnensegel für Parkbesucher*innen nicht mehr begehbar. Mittlerweile ist es gelungen, das Tragwerk des Sonnensegels zu sanieren, sodass ein voraussichtliches Ende der Sanierungsarbeiten schon für diesen Juni vorgesehen ist.

Es soll bei den Umbauarbeiten aber nicht nur um das Sonnensegel selber gehen: Die gesamte Außenanlage und das Umfeld des Sonnensegels werden neugestaltet, damit es in Zukunft seiner Funktion als Ort des Zusammenkommens gerecht würde. Kleinere Zuschauergruppen sollen hier jederzeit einen angemessenen Aufenthaltsort finden, den sie – egal welches Wetter oder welche Jahreszeit – immer aufsuchen können.

Der Entwurf für die Neugestaltung des Platzes unter dem Sonnensegel orientiere sich am historischen Vorbild der Entstehungszeit: Das Sonnensegel solle wieder die Funktion einer „überdachten Wegekreuzung“ übernehmen, so Sozialdezernentin Birgit Zörner – und das auch bei Wind und Wetter. Als überdachter Aufenthalts- und Sitzbereich kann das Sonnensegel in Zukunft wieder als Schutz gegen Regen oder zu viel Sonnenschein dienen und für verschiedene Anlässe in Nutzung treten.

Besucherfreundliche Vision des Parks – offene und einladende Neugestaltung

Juicy Beats 2016

Das Sonnensegel im Westfalenpark Juicy Beats 2016. Foto: Leopold Achilles

Ergänzend zu dieser Neugestaltung biete sich durch die geplante Aufmachung des Sonnensegels eine verbesserte Aufenthaltsqualität; die offene und frei zugängliche neue Bauform soll eine freundlichere, einladendere und hellere Atmosphäre entstehen lassen – die einst massive Holzbühne mit den dunklen Aufbauten im Hintergrund werde durch ein Podium auf der Nordseite auf einem offenen Platz ersetzt.

Auch die Beleuchtung soll nach den Sanierungsarbeiten erneuert werden. Der Kiosk wird abgerissen, dafür wird an gleicher Stelle ein Gebäude für eine temporäre Verkaufsstelle, eine barrierefreie WC-Anlage sowie eine Räumlichkeit für Spiel- und Bildungsangebote im Park errichtet.

Die Gesamtkosten für den Umbau belaufen sich auf insgesamt rund eine Millionen Euro. Vollständige Barrierefreiheit soll gewährleistet werden. Darüber hinaus ist geplant, den Hauptweg nach Süden abzugabeln, damit eine größere Distanz zum Parkgeschehen ermöglicht werden könne.

Keine Konzerte und Partys mehr erlaubt – auch hier: Öffnung nur unter Einhaltung der Hygienevorschriften

Für die IGA 2017 sollen nun schon vorbereitende Maßnahmen getroffen werden. Foto: Thomas Engel

Eintrittspflichtige Konzerte oder Partys unter dem Sonnensegel stehen aus Gründen des Schallschutzes und wegen der sehr personal- und kostenintensiven Auflagen durch die Sonderbauverordnung nicht mehr auf der Tagesordnung.

Weitere Planungen für die Neugestaltung des Westfalenparks trifft der Freundeskreis Westfalenpark e.V: Ein besonderes Highlight soll die offizielle Einweihung eines durch Spenden und dem Engagement der Vereinsmitglieder ermöglichten Neubaus sein.

„Wir sind sicher, bei Einhaltung erforderlicher Sicherheitsstandards wie Eintrittsbegrenzungen und Desinfektionsmöglichkeiten dann auch unsere Galerie betreiben zu können und, dass das Teehaus, das ohnehin kein geschlossener Raum ist, endlich von Gästen aufgesucht werden kann“, stellt Monika Greve fest.

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