Die Roma-Communities feierten mit vielen Gästen Frühlingsbeginn

Gelungene Premiere: Erstmals gab es das „Herderlezi-Straßenfestival“ auf dem Nordmarkt

Überraschend groß war der Andrang bei der ersten Auflage des Herderlezi-Festes auf dem Nordmarkt.
Überraschend groß war der Andrang bei der ersten Auflage des Herderlezi-Festes auf dem Nordmarkt. Foto: Alexander Völkel für nordstadtblogger.de

Gelungene Premiere auf dem Nordmarkt: Erstmals fand das „Herderlezi-Straßenfestival“ in der Nordstadt von Dortmund statt. Damit feiern Roma den Frühlingsbeginn. Nach dem Roma-Kulturfestival Djelem Djelem, welches seit neun Jahren erfolgreich stattfindet, gibt es nun ein neues Format.

Das Fest steht in Verbindung mit Hoffnungen, Perspektiven und Wünschen

Foto: Alexander Völkel für nordstadtblogger.de

Der Feiertag Herderlezi, auch unter den Namen Djurdjevan oder Hıdırellez bekannt, wird im christlich-orthodoxen Raum St. Georgstag genannt. Er ist nicht nur in den Gemeinschaften der osteuropäischen Rom:nja eines der wichtigsten kulturellen Feste. Auch in einigen muslimischen, alevitischen und yezidischen Gemeinden wird dieser Tag zelebriert.

Foto: Alexander Völkel für nordstadtblogger.de

Anlässlich des Festes finden bereits Tage zuvor aufwändige Reinigungsrituale und zeremonielle Abläufe statt. Im Mittelpunkt steht die Familie: Es werden Verwandte und Nachbarn besucht, um gemeinsam zu essen und zu feiern. Kinder bekommen an diesem Tag kleine Aufmerksamkeiten. 

Das Fest steht eng in Verbindung mit Hoffnungen, Perspektiven und Wünschen: Diese werden beispielsweise als Ritual in der Nacht zuvor in der Hoffnung auf kleine Zettel notiert und besonders platziert, dass sie von den Naturgeistern erhört werden. Das Fest steht nicht nur für den Frühling, sondern auch für spirituelle Reinigung und Neuanfang.

Romano Than, AWO, Grünbau, Stadtteilschule und Stadt kooperierten

Foto: Alexander Völkel für nordstadtblogger.de

Erstmals wurde das Fest gemeinsam und öffentlich auf dem Nordmarkt gefeiert. Dabei arbeiteten u.a. Romano Than, AWO, Grünbau, Stadtteilschule und Stadt Hand in Hand. Das Engagement wurde belohnt – die Resonanz war groß.

Musik und Tanztheater gab es auf der Bühne. Über den Platz verteilt, fanden sich viele Angebote für Kinder und Jugendliche: von Hüpfburg über Mal-Aktionen bis zum Kickertunier. Rom:nja selbst haben auf dem Fest ihre Arbeit und Projekte vorgestellt.

Wer ein T-Shirt mitbrachte, konnte sich darauf ein individuelles Logo am Stand der Digitalwerkstatt drucken lassen. Die AWO überraschte beim Glücksrad und „vast vasteste“ sorgte für Buttons. Informationsangebote gab es u.a. von der Beratungsstelle BackUp, die bei Fällen rechtsextremer Gewalt kompetente Hilfe leisten kann, wie von der IG BAU: Die Gewerkschaft hatte sich eigens auf die Veranstaltung vorbereitet und konnte deshalb ihre Beratungen zum Thema Arbeitsrecht vor Ort sprachlich auch auf Romanes anbieten!

Kostenlose Angebote und eine Gadjé-Beratungsstelle

Roxanna-Lorraine Witt (rechts) lud zur Gadjé-Beratung ein.
Roxanna-Lorraine Witt (rechts) lud zur Gadjé-Beratung ein. Foto: Alexander Völkel für nordstadtblogger.de

Für die Gadjé-Besucher:innen (damit sind Mitglieder der weißen Mehrheitsgesellschaft gemeint) gab es eine exklusive Beratungsstelle, bei der Interessierte Fragen zu Kultur und Geschichte der Rom:nja und Sinte:zze stellen konnten.

Dank der Unterstützung zahlreicher kommunaler Akteure, der Stadt Dortmund selbst wie ihrer Einrichtungen, die das Fest förderten und dessen Organisation als Kooperationspartner unterstützen, waren Eintritt und Nutzung aller Angebote vollkommen kostenlos.

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