Freundeskreis Hoeschpark ist skeptisch und fordert nachhaltige Lösung

Eine Gnadenfrist für das Freibad Stockheide?

Ein Rohrbruch im Freibad Stockheide sorgt für eine vorrübergehende Schließung des Bades
Im kommenden Jahr soll der Badebetrieb im Freibad Stockheide in der Nordstadt weitergehen. (Archivbild) Klaus Hartmann | Nordstadtblogger

In der vergangenen Woche hat der Ausschuss für Kultur, Sport und Freizeit des Dortmunder Stadtrates einstimmig „eine temporäre Ertüchtigung des Freibads Stockheide“ beschlossen. Mit einem Kostenaufwand von rund 450.000 Euro soll „zeitnah“ eine Grundsanierung des Bades durchgeführt werden, damit das Bad ab Mai 2022 wieder öffnen kann und der Betrieb für vier bis fünf Jahre gesichert ist. Ebenfalls mehrheitlich empfohlen wurde das sogenannte Bäderkonzept für die Gesamtstadt.

Kritik:Keine nachhaltige Perspektive für Stockheide und Nordbad

Der Freundeskreis Hoeschpark und seine vielen Mitstreiter*innen freuen sich, dass der seit Beginn 2021 intensivierte Kampf unter dem Motto „Freibad Stockheide: Keine Schließung. Sanierung jetzt!“ zumindest die drohende Schließung verhindert hat, das Bad im Sommer 2022 wieder seinen Betrieb aufnimmt und das Schwimmangebot für die Bade-Fans aus der Nordstadt und den umliegenden Stadtteilen für die nächsten Jahre gesichert scheint.

Foto: Leopold Achilles für nordstadtblogger.de

Wermutstropfen der beiden Beschlüsse ist aus Sicht des Freundeskreises allerdings, dass es weder für Stockheide noch für das Nordbad eine nachhaltige Perspektive gibt. „Es werden weiter wie bisher nur die nötigsten Instandhaltungsarbeiten durchgeführt, eine seit Jahrzehnten geforderte Modernisierung steht nach wie vor aus und ist auch nicht Bestandteil des Bäderkonzepts“, kritisiert die Initiative.

Im Gegenteil: „Es ist offenbar geplant, im Bereich der Nordstadt ein neues Kombi-Hallen-Freibad zu bauen, das dann Nordbad und Stockheide ersetzen soll. Als mögliche Standorte sind Lindenhorst oder der Bereich Stockheide im Gespräch.“ Entsprechende Ideen hatte auch Sportdirektor André Knoche geäußert, als er im vergangenen Winter in der Bezirksvertretung der Nordstadt war.

Freundeskreis Hoeschpark fordert Maßnahmen gegen den „Tod auf Raten“

Immer wieder haben Freundeskreis und Nutzer:innen des Freibads Stockheide Druck für die Erhaltung und Sanierung gemacht. Foto: Alexander Völkel für Nordstadtblogger.de

Der und die zahlreichen Stockheide-Fans wollen sich gegen einen derartigen „Tod auf Raten“ weiterhin zur Wehr setzen und fordern, endlich zeitnah ein Konzept zur Modernisierung und zum dauerhaften Betrieb des Freibades und des Nordbads“ zu erarbeiten.

Sie haben dazu mehrere Forderungen formuliert, die wir nachfolgend im Wortlaut dokumentieren:

    •  Eine behutsame, den Denkmalschutz berücksichtigende Weiterentwicklung des Freibads, die den historischen Charme als Qualität, Alleinstellungsmerkmal und Chance begreift. Hierbei kann z.B. auf Ansätze aus den 2000er Jahren zum Einbau einer Edelstahlwanne zurückgegriffen werden, die mit geringeren Kosten und kurzer Bauzeit realisierbar ist, die aber – aus welchen Gründen auch immer – nicht weiterverfolgt wurde.

      Rund um den Borsigplatz wirbt der Freundeskreis Hoeschpark für den Erhalt des Freibads Stockheide.
      Seit Jahren wirbt der Freundeskreis Hoeschpark für den Erhalt und die Sanierung des Freibads Stockheide.
    • Ein zukunftssicheres Betreibermodell, mit dem u.a. das erforderliche Personal für längere Öffnungszeiten zu gewährleisten ist. Es ist nicht nachzuvollziehen, warum Stockheide als Warmwasserbad als letztes Bad im Jahr öffnet und als erstes schließt und zudem die kürzesten Tagesöffnungszeiten hat. Laut der Ausschuss-Vorlage sehen sich die Sport- und Freizeitbetriebe nicht in der Lage, den Betrieb eines Freibades ohne Einschränkungen für andere Dortmunder Bäder (zu Lasten des Nord- und des West-Bades) sicherzustellen. Die Sportverwaltung plädiert hier für ein privatwirtschaftlich organisiertes Betriebsmodell.
    • – Die Einwerbung von Fördermitteln und die Bereitstellung der erforderlichen städtischen Mittel.

Abschließend heißt es, dass die beschlossene „Gnadenfrist“ hierzu genutzt werden müsse. „Angesichts der bekannten Vorlaufzeiten darf nicht weiter zugewartet, sondern es muss damit zügig begonnen werden“, fordert der Freundeskreis Hoeschpark.

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