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Agenda 2030 der UN in Dortmund – wie Armutsbekämpfung und Gestaltung von Nachhaltigkeit konkreter werden können

Globale Ziele, kommunales Engagement: Fridays For Future in Dortmund. Foto: Wolf-Dieter Blank

Vor fünf Jahren verabschiedeten die Vereinten Nationen (UN) siebzehn globale Ziele (SDGs), die zumindest in Teilen bis 2030 realisiert werden sollen. Es geht um die Bekämpfung von Armut auf verschiedenen Ebenen, ohne auf nachhaltige Entwicklungen und technologische Innovation zu verzichten – idealtypisch zugunsten aller weltweit. Für die Umsetzung der ambitionierten, aber – aus guten Gründen – auch vage gehaltenen Visionen kommt städtischen Zentren eine Schlüsselrolle zu. Denn dort lebt ein immer größer werdender Teil der Weltbevölkerung. Deshalb soll sich auf Initiative des Deutschen Städtetages der Dortmunder Stadtrat – wie bereits über 140 Kommunen vor ihm – in seiner Juni-Sitzung mit einer Resolution befassen und formal bekennen: zu (Teilen von) eben jenen UN-Nachhaltigkeitszielen, in deren Sinne lokal gehandelt werden muss.

Wo Menschen leben: Städten kommt Schlüsselfunktion zu – als Umsetzungsraum globaler Entwicklungsziele

Agenda 2030 der UN – 17 Ziele im Kampf gegen Armut und für eine nachhaltige Entwicklung

Dortmund sieht sich in der Angelegenheit eh bereits in vorderster Reihe: immerhin gab’s neben anderen Auszeichnungen 2014 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis. Würdigung dafür, dass in den analogen Lebenswelten der Kommune das Prinzip „global denken, lokal handeln“ angekommen ist. Also dort, wo es besonders drauf ankommt. ___STEADY_PAYWALL___

Denn bis zur Jahrhundertmitte, so eine Schätzung der Vereinten Nationen (UN), werden an die 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben. Wenn nicht hier, wo dann sollen also zentrale Orte sein, an denen es konkret werden muss. Bei den gemeinsamen Anstrengungen zur schrittweisen Realisierung von Anliegen, die alle betreffen: Umwelt, Klima, soziale Gerechtigkeit, Friedenssicherung.

Die damit verbundenen Herausforderungen werden in der anspruchsvollen Agenda 2030 der UN als nachhaltige Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals – SDGs) formuliert: insgesamt 17 an der Zahl – und mit 169 Unterzielen. Nachdem der Deutsche Städtetag (DST) und die Deutsche Sektion des Rats der Gemeinden und Regionen Europas bereits ihre Unterstützung bekundet haben, liegt der Ball jetzt bei den Städten, ihr Engagement in der Sache zu bekräftigen.

Dortmunder Stadtrat soll sich auf Juni-Sitzung zu Zielen der Agenda 2030 bekennen

Durch Zeichnung einer Musterresolution des DST – „Agenda 2030 – Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene gestalten“ – werden Mitglieder des Städtetages angehalten, sich lokal für ausgewählte Ziele der Agenda besonders zu engagieren.

Sitzung Stadtrat Dortmund, 15.11.2018: Neonazis und Rechtspopulisten hatten keine Chance. Fotos: Alexander Völkel

In der nächsten Sitzung am 18. Juni wird der Stadtrat Dortmund die Empfehlungen des DST beraten und ggf. beschließen. Foto: Alexander Völkel

Deshalb wird dem Stadtrat auf seiner anstehenden Juni-Sitzung (am Donnerstag, den 18.) eine Resolution vorliegen, mit der Ullrich Sierau als Oberbürgermeister stellvertretend für Dortmund mit der Unterzeichnung beauftragt werden soll. Wie derzeit genau 141 Städtevertreter*innen vor ihm.

Deutlich zu machen, dass Dortmund hier nicht gerade bei Null anfängt, sondern sich auf einem seit längerem beackerten Terrain bewegt, ist der Stadtspitze anlässlich der bevorstehenden Abstimmung natürlich ein Herzensanliegen.

Auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz zusammen mit kommunalen Akteuren, die sich alle irgendwie auf dem Nachhaltigkeitsterrain tummeln, zählt OB Ullrich Sierau auf, was an Anerkennung im Laufe der Jahre erworben wurde, unter anderem: neben erwähnter Verleihung für Nachhaltigkeit 2014 gab es in den Jahren 2007 und 2017 den höchsten Preis Europäischen Verwaltungshandelns. Und 2003 wie 2005 war es der 1. Platz im Bundeswettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels“.

Nicht nur in Dortmund: Handeln im „Nachhaltigkeitsviereck“ – ökonomisch, ökologisch, sozial, partizipativ

Es sind vier zentrale wie zusammenhängende Handlungsfelder, die gemeinsam ein sog. „Nachhaltigkeitsviereck“ bilden, in dessen Kontext und Zweckhorizont sich die Stadt verortet und entsprechend besonders gefordert sieht.

Ökonomischen wie ökologischen Zielsetzungen verpflichtet, mit Augenmerk auf die soziale Dimension (und hier beispielsweise das Generationenprojekt „nordwärts“, durch das die Lebensverhältnisse zwischen Nord- und Südstadt aufeinander zubewegt werden sollen), und schließlich, als demokratisch-integrative Zauberformel: Förderung von Partizipation.

Deren Inhalt: Beteiligung der Zivilgesellschaft an der Zukunftsgestaltung der Stadt. Ein naheliegendes, aber beileibe nicht überall geschätztes Motiv: Als zweites Standbein neben der etablierten Kommunalpolitik sind es die Bürger*innen selbst, die in Entscheidungsprozesse in Angelegenheiten miteinbezogen werden, von denen sie als Stadtgesellschaft schließlich zuallererst betroffen sind.

Strategie: Herstellung von Akzeptanz in der Zivilgesellschaft durch deren Beteiligung

Diesmal nicht: demokratische Zivilgesellschaft gegen Neonazis: Fotos: Leopold Achilles

Auch ein Aspekt einer engagierten Zivilgesellschaft: Flagge zeigen gegen Neonazis. Foto: Leopold Achilles

Die Zivilgesellschaft sei hier „unglaublich verankert“, sie „wird in dieser Stadt gelebt“, möchte ein zufriedener OB die Erfolge in seiner Amtszeit nicht verschweigen. Auf diese Allianz setze man: mit ihr sei ein Potential erschlossen worden.

Ginge es etwa, wie erstmalig vor ungefähr 20 Jahren, um den Flächennutzungsplan, oder später um die Verdichtung von Natur und Landschaft oder Verkehr, oder ob nun im Kreuzviertel „die Verbürgerlichung weiter fortschreitet“ – da sei es eben sinnvoll, sich mit der Bürgerschaft zusammenzusetzen. Und er weiß, warum: „Ich war dabei“, könnte es dann später bei den Beteiligten heißen.

Die Intentionen einer solchen Partizipationsstrategie liegen auf der Hand: durch Einbindung Betroffener wie überhaupt Interessierter in Meinungsbildungs-, Planungs- und Durchführungsprozesse nicht nur eine basale Akzeptabilität von Vorhaben herzustellen, sondern auf diese Weise ebenso günstigere Voraussetzungen für deren faktische Akzeptanz zu schaffen.

Zur Realisierung von Nachhaltigkeitspostulaten: Digitalisierungsschübe sollen genutzt werden

Denn es ist klar: Wer aktiv an einem Verfahren beteiligt war, vielleicht sogar eigene Effektanz, also so etwas wie ein „Ich-kann-was-Bewirken“ erfahren hat, wird einen späteren Konsens eher mittragen, als aus einer ausschließlich externen Beobachter*innenperspektive.

Zunehmend vernetzte Welt. Foto (3): Thomas Engel

„Wer nicht nachhaltig ist, ist auch nicht zukunftsfähig“, lautet demnach die Einschätzung der Stadtspitze zur UN-Agenda. Als dazugehörige wie imminente Aufgabe macht Sierau aus: der (unübersehbare) Digitalisierungsschub müsse auf die Nachhaltigkeitsfragstellung angewandt werden. Bei Ehrungen wie der von 2018 als der digitalsten Stadt, möchte in diesem Dortmund niemand verweilen. Wer nicht auf den Zug springt, verpasst ihn eben.

Und das ist unerwünscht. Weil für den Realisten im OB-Amt kein Weg an der Tatsache vorbeigeht, dass zunehmend Dinge und Menschen, Entwicklungen und Informationen global und in virtuellen Räumen synchron miteinander verknüpft sind. Um die Potentiale dessen, eventuelle Synergien, darum geht es eigentlich. Um die wohltuenden Wirkungen, nicht um das Ob: Muss es denn überhaupt sein?

An einer sich immer weiter vernetzenden Welt geht kein Weg mehr dran vorbei

Beispiel einer Dortmunder Strategie: Nachhaltigkeit und Digitalisierung im Bereich der Mobilität. Quelle: Stadt Do

Es muss sein, doch zur Absicherung dessen hatte die Stadtspitze eigens einen Ethikkodex entwerfen und sich kürzlich vom Rat als „Leitbild zur Digitalisierung der Stadt Dortmund“ genehmigen lassen: ein „Wertegerüst“, dem digitale Transformationsprozesse zu dienen haben – in einer immer stärker vernetzten und sich so verändernden Gegenwart.

Auch ablesbar an der gegenwärtigen Krise: durch Corona sei eben deutlich geworden, „dass wir in einer vernetzten Welt leben“, lässt Sierau keine Zweifel an der in seinen Augen wachsenden Bedeutsamkeit von Digitalität als eine Art Adrenalin im Puls der Gegenwart.

Ein Aspekt dessen, wieder zur Pandemie: das Verleugnen. Die Top-Vier der Krisenländer, das seien die mit den entsprechenden Leuten am Ruder, springt der OB gerne auch mal zu Reizpunkten der aktuellen politischen Debatte.

In den Partnerregionen in einem umfassenden Sinne nachhaltig wirken

OB Ullrich Sierau bei der Pressekonferenz im Rathaus

Dass für Ullrich Sierau die basalen und wirkmächtigsten gesellschaftlichen Prozesse am ehesten in der ökonomischen Sphäre vonstatten gehen, wird deutlich, wenn er etwa über das „Nachhaltigkeitsviereck“ spricht.

„Bei allem, was ökonomisch passiert“, interpretiert Sierau so den Grundgedanken von Nachhaltigkeit innerhalb des Global-Diskurs, der gegen Ende des letzten Jahrhunderts neu einsetzte (1987 erschienener Bericht der sog. Brundtland-Kommission bei der UN; Rio-Konferenz 1992) – bei all dem dürfe die Umwelt, das Soziale, die Gesellschaft keinen Schaden nehmen.

Danach geht es in den drei anderen Ecken der fragilen Nachhaltigkeitsarithmetik eigentlich um die Vermeidung von Kollateralschäden, wenn gleichsam beim Marktgeschehen wie mit Naturgewalt und partiell auch unterhalb der Schwelle politischer Zugriffskraft faktisch gewirtschaftet wird. Das sähe man in Dortmund wohl auch nicht so gern. Und versucht deshalb seitens der Stadt in Kooperation mit heimischen Unternehmen in Partnerregionen eben in einem umfassenderen Sinne nachhaltig tätig zu sein.

„Jeder Tropfen zählt“: Kommunales Engagement in einer kenianischen Partnerregion hier …

Mit dem Projekt „Jeder Tropfen zählt“ soll die Trinkwasserversorgung der kenianischen Region Bondo sichergestellt und verbessert werden. Foto: Weltladen Aplerbeck

So verweist der OB etwa auf das Engagement des Dortmunder Pumpenbauers und „Weltmarktführers“ WILO in Kenia, wenn es um die Versorgung der Bevölkerung vor Ort mit reinem Wasser ginge. – Es handelt sich immerhin um ein lebenswichtiges Gut, das in vielen ländlichen Gegenden noch von Mädchen in verschmutzen Wasserstellen abgeschöpft und – vor allem in der Trockenzeit – häufig über weite Strecken transportiert wird.

Das deshalb 2008 in der Kenianischen Region Bondo um den östlichen Teil des Viktoriasees ins Leben gerufene Wasserprojekt „Jeder Tropfen zählt“ versteht die Stadt denn auch ausdrücklich als Dortmunder Beitrag zur Verwirklichung von drei Forderungen/Zielen in den SDGs.

Näherhin geht es – zusammen mit dem Informationszentrum Dritte Welt und der Weltgruppe Aplerbeck, die mit Akteuren vor Ort wie der Geno CDI zudem regional in der AIDS- und Malaria-Prophylaxe aktiv sind – um Geschlechtergleichheit, Gesundheit/Wohlergehen und sauberes Wasser/Sanitäreinrichtungen. 2011 wurde das Projekt in den „Leitfaden für kommunale Entwicklungszusammenarbeit“ des DST als „Best Practice-Beispiel“ aufgenommen.

… globale Entwicklungstendenzen dort: Verteilung von Macht und Ressourcen bleibt unangetastet

Doch was mit den Mitteln einer Kommune erreicht werden kann, hat auch Grenzen. Aufs Ganze gesehen, mag es sich aus einer Art Vogelperspektive etwas anders darstellen. Da gibt es eine Geschichte, da liegen, noch freundlich ausgedrückt: Spannungsverhältnisse.

Veye Tatah, Africa Positive

Veye Tatah, hier im Interview mit Nordstadtblogger. Archivbild: Klaus Hartmann

„Entwicklungshilfe ist eigentlich ein System, das nach der Kolonialzeit eingerichtet wurde, um eben die Länder Afrikas in ihrer Entwicklung zu behindern, nicht zu helfen“, sagte die Dortmunder Informatikerin und Journalistin Veye Tatah vor nicht allzu langer Zeit in einer Gesprächsrunnde beim SRF (Schweizer Radio und Fernsehen). Wohlgemerkt: fernab vom Ruhrgebiet.

Es geht um den Zugang zu Macht, Ressourcen, Wissen. Um ein postkoloniales Weltwirtschaftssystem, in dem sich abseits wohlwollender Worte der Reichtum jener, die ihn schon immer hatten, fast wie von selbst vermehrt. Es geht um Ungleichheit und deren Zementierung.

Warum sollten sie Afrika helfen?, fragte die Mitgründerin des gemeinnützigen Dortmunder Vereins „Africa Positive“ in besagter Sendung rhetorisch. „Ich kenne kein Land, dass sich durch Entwicklungshilfe entwickelt hat.“

Afrikanisches Selbstbewusstsein: den Kontinent in seinem Reichtum verstehen lernen

Africa Positive wirkt nicht nur bei der Programmgestaltung mit, sondern sorgt auch Leckereien.

Africa Positive beim One World-Festival 2016 in Dortmund

Afrika sei reich, doch in den Narrativen zu einem armen Kontinent gemacht worden. Es geht also nicht um Spenden für Bedürftige, gleichwohl es Bedürftigkeit zu Genüge geben mag, sondern um afrikanisches Selbstbewusstsein: Afrika sollte positiver betrachtet werden. Das ist seit 1998 durch Gründung des gleichnamigen Vereins und die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift Programm: „Africa Positive“.

Seither ist viel passiert. Die einstige Initiative der Informatikerin gehört heute mit ihrem interkontinentalen Süd-Nord-Netzwerk zweifelsfrei zu den kommunalen Leuchttürmen einer lokal erwünschten Entwicklung. Nicht nur als Migrant*innen-Selbstorganisation, die zum Selbstbildnis einer liberalen Dortmunder Stadtgesellschaft gehört.

Sondern als Nachhaltigkeitsorgan – unterhalb von Verwerfungen, Schmu, den Kungeleien in der großen Weltpolitik und im Schatten des Betons eingefahrener Globalhierarchien und ihrer Interessen –, mit dessen Hilfe auf kurzem Wege konkrete Lösungen auf den Weg gebracht werden können, Vertrauen über persönliche Kontakte hergestellt wird. Zwischen Regionen, in Netzwerken, mit dem Gütesiegel „lokal-nachhaltig“: etwa zur Förderung kleinerer Unternehmen, der lokalen Wirtschaft.

„Africa Positive“ in Dortmund: Engagement für Wissenstransfer, Bildung und Integration/Inklusion

Veye Tatah, Africa Positive

Das Magazin Africa Positive, herausgegeben vom gleichnamigen Verein. Foto: Klaus Hartmann

Daneben steht die Entfaltung von Kooperationsbeziehungen auf vielen verschiedenen Ebenen auf der Agenda. Der Verein Africa Positive setzt sich für den „Wissenstransfer zwischen Kontinenten“ ein, wie Veye Tatah in dem gemeinsamen Pressegespräch mit dem OB erklärt. Vor allem aber geht es ihnen in Dortmund um Integration und Bildung – dem strategischen Kern für nachhaltige Eigendynamiken, vermittelt über das zum Verein gehörende Africa Institute for Media, Migration and Development (AIMMAD).

Das Institut fördert anspruchsvolle Projekte wie „Journalism in a global Kontext“, das Studierende der Journalistik aus Afrika und Europa mit dem Ziel zusammenbringt, die Qualität der Berichterstattung zu erhöhen. Genauso aber werden kostenlose Deutschkurse für die Kinder von Migrant*innen in der Stadt angeboten – gleich, woher sie stammen, betont Veye Tatah.

Es ginge darum, dass diese Kinder eine bessere Bildung erhielten. Und um ein differenzierteres Bild von Afrika, somit – durch Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung – um den Abbau von Vorurteilen, das Hinterfragen gängiger Stereotype. Schließlich um nicht weniger als Inklusion und Gerechtigkeit in der Gesellschaft, in der sie leben.

Weltladen Aplerbeck der Evangelischen Georgs-Gemeinde: 54 Produkte aus verschiedenen Ländern

Ein weiterer zentraler Akteur auf dem Gebiet: der Weltladen Aplerbeck der Evangelischen Georgs-Kirchengemeinde Dortmund. Seit über vierzig Jahren bewegen sich die dort tätigen Ehrenamtlichen in vielerlei Hinsicht auf dem Terrain kommunaler Entwicklungszusammenarbeit.

Klein, wie er sein mag, ist der Weltladen durchaus breit aufgestellt: Produkte, zumeist Lebensmittel, aus 54 verschiedenen Ländern versammeln sich auf der doch eher übersichtlichen Verkaufsfläche. Sie entstammen Partnerschaften, die sich auf Augenhöhe befänden, wie Allmut Vierling betont. Zu den von ihr genannten Zielen gehört neben der Bekämpfung von Korruption eine Stärkung von Institutionen.

Was damit gemeint ist, steht in den UN-Zielen der Agenda 2030, den SDGs unter Punkt 16: „Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen.“ (dt. Text, S. 15, unten verlinkt)

Hoffnung: dass Globale Ziele der UN-Agenda in den Kommunen ihre regulative Kraft entfalten

(v.l.:) Almut und Jens Vierling (Weltladen Aplerbeck), Veye Tatah (Africa Positive), OB Ullrich Sierau und Kevin Matuke (CoHeDo/MiGlobe)

Es geht Akteur*innen wie Allmut und Jens Vierling selbstverständlich um diese sicher – zumindest für die meisten Menschen – über jeden Zweifel erhabenen SDGs, um nachhaltige Entwicklungsziele. Wer wollte schon etwas gegen Forderungen haben wie, dass es keine Armut, keinen Hunger auf der Welt gibt, Frieden und Gerechtigkeit, oder Zugänge zur Bildung, zu einer menschenwürdigen Arbeitsstelle?

Für Kevin Matuke von CoHeDo (Community at Heart Dortmund e.V.) vereinen die SGDs „umwelt- und entwicklungspolitische Perspektiven und richten sich sowohl an Länder des globalen Südens als auch an Industrieländer“. Und da ist eben eine Hoffnung: dass diese Ideen kommunal quasi ihre regulative Kraft entwickeln und sich aus ihnen, aus Dortmund heraus noch mehr bewegt als bisher.

„Durch das Engagement der Stadt Dortmund erhoffe ich mir für unsere Arbeit mit CoHeDo, dass einer breiten Öffentlichkeit nun die Zusammenhänge zwischen unserem Konsum- und Lebensstil und den Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Ländern des globalen Südens verdeutlicht werden“, so der Ingenieur für Raumplanung und freiberufliche Berater, der seit drei Jahren in Dortmund lebt. Es erhellt sich: zur Nachhaltigkeit gehört auch individuelles Verhalten.

 

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Weitere Informationen:

  • Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung; hier:
  • Musterresolution des Deutschen Städtetages „Agenda 2030 – Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene gestalten“; hier:
  • Zukunftsprogramm Dortmund. Überprüfung der Aufgaben und Leistungen der Dortmunder Stadtverwaltung im Kontext des demografischen Zukunftsszenarios 2030; hier:
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Ein Gedanke zu “Agenda 2030 der UN in Dortmund – wie Armutsbekämpfung und Gestaltung von Nachhaltigkeit konkreter werden können

  1. Nordstadtblogger-Redaktion: Rat beschließt Musterresolution des Deutschen Städtetages zur Nachhaltigkeit Beitrags Autor

    TOP 10.1: Rat beschließt Musterresolution des Deutschen Städtetages zur Nachhaltigkeit

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